Das Kreuz am Altar ist in Licht getaucht, im Hintergrund laufen Bilder ab, zu hören sind Musik und Bibeltexte: Viele Christen lassen die Passions-Installation in der Erlöserkirche auf sich wirken.
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Das Kreuz am Altar ist in Licht getaucht, im Hintergrund laufen Bilder ab, zu hören sind Musik und Bibeltexte: Viele Christen lassen die Passions-Installation in der Erlöserkirche auf sich wirken.

Fürstenfeldbruck

Die Passion in Worten, Bildern und Musik

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Fastenzeit ist eine stille Zeit. Doch in der Corona-Pandemie ist sie besonders still. Weil nicht einmal Passionskonzerte stattfinden können, hat sich das Team der evangelischen Erlöserkirche etwas Besonderes ausgedacht: Eine Video-Installation zur Passion mit Bildern, Musik und Bibeltexten.

Fürstenfeldbruck – Die Eingangstür zur Erlöserkirche ist verhängt, die Fenster sind verdunkelt. Zur vollen Stunden erhellt sich der Raum langsam. Lichter tauchen das Innere des Gotteshauses in verschiedene Farben. Bilder von Holzschnitten laufen im Video ab. Dazu erklingt Orgelmusik.

„Die Passionszeit ist eigentlich unsere Hochzeit in der Kirche“, sagt Kirchenmusikerin Kirsten Ruhwandl. „Da keine Passionskonzerte und andere Veranstaltungen stattfinden können, wollten wir etwas anderes machen.“ Diese Installation sei eine corona-konforme Möglichkeit. Einen ersten Versuch gab es zu Weihnachten – auch mit einer Lichtinstallation von Tom Blum – bekannt unter anderem vom Kinosommer. „Die ist gut angekommen“, erzählt Pfarrer Valentin Wendebourg. „Wir entdecken den Kirchenraum ganz neu.“ Daher wollte man den Gläubigen wieder ein Erlebnis für alle Sinne bieten. Zumal die Erlöserkirche mit dem großen Kreuz am Altar und den beiden Figuren daneben einen starken Passionsbezug habe.

Wendebourg und seine Kollegen Markus Ambrosy und Markus Eberle haben Evangeliumstexte eingesprochen. Untermalt werden sie von drei Orgelstücken: Zum Einstieg hat Kirsten Ruhwandl eine Choral-Bearbeitung des Liedes „Herr stärke mich, dein Leiden zu bedenken“ ausgewählt. Das Hauptstück ist der dritte Satz der Symphonie Passion des Komponisten Marcel Dupré. „Darin geht es um die Kreuzigung“, erklärt Ruhwandl. Und das Werk stamme aus den 1920er-Jahren, der Zeit, als die Erlöserkirche erbaut wurde, ergänzt Wendebourg. Auch wenn noch nicht Ostern ist, so bleiben die Besucher nicht in Trauer zurück. Denn die Installation endet mit der frohen musikalischen Botschaft: „Christ ist erstanden“.

Ruhwandl spielte die Stücke ein und suchte auch Bilder aus – Holzschnitte eines Kreuzwegs, die im Hintergrund während der Präsentation als Bilder ablaufen. Aus all diesen Teilen gestaltete Tom Blum die Installation und kümmerte sich um die Technik. „Es ist wie im Kino“, schwärmt Wendebourg. Und auch die Menschen nehmen das Angebot an. Viele kommen zu der rund 15-minütigen Installation, setzen sich auf die Kirchenbänke und lassen die Stimmung auf sich wirken. Wendebourg spricht von vielen positiven Rückmeldungen. Auch das Video auf der Website www.evangelisch-in-fuerstenfeldbruck.de wird oft aufgerufen.

Die Passions-Installation

startet bis einschließlich 2. April von Sonntag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr immer zur vollen Stunde (außer zu den Gottesdienstzeiten).

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