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Vor dem Brucker Amtsgericht ist ein diebischer Rentner zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Vor dem Amtsgericht

Diebischer Rentner zu Geldstrafe verurteilt

Auch sein hohes Alter schützt einen 71-jährigen Senior nicht davor, immer wieder lange Finger zu machen. Jetzt wurde er erneut verurteilt.

Westlicher Landkreis – Seit 30 Jahren musste der Rentner über 20 Mal vor einem Richter erscheinen, vorwiegend Verurteilungen wegen Diebstahls sind in seinem Vorstrafenregister enthalten, zudem steht er zweifach unter offener Bewährung.

Nun musste der Rentner auf der Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes Platz nehmen. Im Oktober vergangenen Jahres war er in einem Gröbenzeller Supermarkt dabei erwischt worden, dass er einen Teil seines Einkaufs zwar bezahlte, weitere Waren aber unbezahlt in einer Einkaufstüte verschwinden ließ: Eine Banane, einen Schokoriegel und Schinken im Wert von insgesamt knapp sechs Euro wollte er mitgehen lassen.

Er habe kein Geld und zu wenig Rente, gab er gegenüber der Marktleiterin als Grund für den Diebstahl an. Und gestand ein, dass er dort immer wieder Einkäufe unbezahlt mitgehen lasse.

Kleine Einkünfte, große Probleme

Wie sich in der Verhandlung vor dem Brucker Amtsgericht herausstellte, stehen dem 71-Jährigen nebst seiner Ehefrau monatlich unter 500 Euro zum Leben zur Verfügung. Die Miete für die Wohnung der beiden wird über die Grundsicherung finanziert.

Eine der Fragen in der Verhandlung war nun, ob der 71-Jährige schuldfähig ist. Denn der Mann ist seit Jahren in psychiatrischer Behandlung. Laut seinem behandelnden Arzt leidet er unter Depressionen und nimmt dagegen auch Medikamente ein. Vier Mal hat der 71-Jährige im Laufe der Jahre versucht, sich das Leben zu nehmen. Mehrmals war er stationär in psychiatrischer Behandlung, derzeit ist die Aufnahme in eine Tagesklinik geplant. Neben den Antidepressiva muss er nach zwei Herzinfarkten blutdrucksenkende Mittel zu sich nehmen und zudem wegen Rheuma Tabletten schlucken.

Für den Sachverständigen stand letztlich zwar fest: „Der Angeklagte ist psychiatrisch nicht unauffällig.“ Doch von einer psychischen Störung zur Tatzeit könne er nicht ausgehen, daher sei die Schuldfähigkeit weder eingeschränkt noch aufgehoben.

Angesichts der zahlreichen Erkrankungen und des geringen Werts der gestohlenen Waren waren sich Staatsanwalt, Verteidigerin und Richter trotz der zahlreichen Vorstrafen und der beiden offenen Bewährungen letztlich einig: Der 71-Jährige soll mit einer Geldstrafe davonkommen. Aber mit einer erhöhten Geldstrafe, wie der Richter betonte. 1200 Euro muss der Mann nun für den Diebstahl bezahlen.

(sus)

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