Ein Kind arbeitet mit einem Tablet.
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Die Kinder sollen künftig im Unterricht auch mit Tablets lernen. Die Stadt stattet die Grundschulen schrittweise aus.

Lehren aus der Corona-Krise

Stadt startet Digital-Offensive an den Grundschulen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Corona-Krise führt es vor Augen: Eine digitale Ausstattung in den Schulen ist unerlässlich. Die Stadt Fürstenfeldbruck ist an der Nachrüstung dran.

Fürstenfeldbruck – Fast genau vor einem Jahr hat der Sozialausschuss eine Offensive fürs digitale Klassenzimmer gestartet. Wlan, Beamer, Endgeräte und mehr sollen den Unterricht in den Grund- und Mittelschulen zeitgemäß machen. „Wir kommen ständig einen Schritt weiter“, berichtet Nikoll Paluca, im Rathaus zuständig für die Schulen. Doch das Projekt sei eine große Herausforderung. Bei der Planung und Umsetzung, aber auch was die Fördermittel angeht, deren Beantragung aufwändig und kompliziert ist.

Die Fördertöpfe

Begonnen hat man das Projekt mit dem Bildungspakt Bayern. Doch nachdem der Bund seinen Digitalpakt Schule auflegte, ließ der Freistaat sein Förderprogramm auslaufen. Also musste man weiter planen, ohne die genauen Fördersummen zu kennen. Dennoch entschied sich der Ausschuss für diesen Weg.

Der Digitalpakt fördert die Infrastruktur, berichtet Paluca. Also Verkabelung, Netzwerk, Wlan, Beamer und Ähnliches. Denn alle Unterrichtsräume sollen eine Dokumentenkamera, einen einfachen oder interaktiven Beamer als Tafelersatz sowie Tablets für Lehrer und Schüler bekommen.

Parallel dazu greift die Stadt auf ein Sonderbudget für Leihgeräte zurück. Dieses bezuschusst den Kauf von mobilen Endgeräten. „Wir wollen pro Schule einen Koffer mit Tablets anschaffen“, berichtet Paluca. Die Ausschreibung ist gemacht, er hofft, dass die Geräte bald beschafft werden können.

Der Ist-Zustand

Am weitesten ist man an der Schule Nord. Die Mittelschule hatte, verteilt über mehrere Jahre, ein Medienbudget von 100 000 Euro. Nach dem Breitbandanschluss kamen schrittweise die Geräte. Gewisserweise war die Schule das Versuchskaninchen. „Die Erfahrungen sind auch in die konzeptionelle Planung eingeflossen“, berichtet Paluca. Und auch die Grundschule Nord profitierte leicht davon: Durch den Anbau, der komplett mit neuen Tafelsystem und integrierten Beamern (interaktiv) ausgestattet wurde, konnten Beamer dem Grundschulbereich zur Verfügung gestellt werden.

Auch die Mittelschule West hat im Rahmen ihres Schulbudgets immer wieder Geräte erhalten. In den nächsten ein bis zwei Jahren soll nachgerüstet werden.

Der Zeitplan

In diesem Jahr werden die Grundschule Mitte und die Philipp-Weiß-Grundschule für die Zukunft digital fit gemacht. Hier sei man bereits weiter, was die Infrastruktur angeht, und komme mit weniger Aufwand voran, erklärt Paluca. Im nächsten Jahr sollen die Grundschule Nord und die Richard-Higgins-Grundschule folgen. Paluca hofft, dass heuer bereits ein Großteil der Schulen ausgestattet werden kann.

Die Kosten für die Digitaloffensive belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Dazu kommen Folgekosten für die Wartung und Ersatzgeräte. Hier rechnet man mit 180 000 Euro im Jahr. „Gott sei Dank können wir die finanzellen Mittel trotz Corona in Anspruch nehmen“, sagt Paluca. „Das ist ein wichtiges Zeichen für die Schulen.“

In der Krise sehe man, wie wichtig die digitale Ausstattung der Schulen ist. Denn so konnten bereits mehr Leihgeräte fürs Homeschooling an die Familien gegeben werden. Doch es ist noch mehr möglich, glaubt der Schul-Sachbearbeiter. „Da hat Corona einiges aufgezeigt.“

Weitere Nachrichten aus der Stadt Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

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