Ihr Plan geht nicht auf: Pierre (Hagen Ullmann) und Clote (Aline Pronnet) wollen einen nervigen Freund abservieren. Doch der durchschaut den Plan. foto: Peter weber
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Ihr Plan geht nicht auf: Pierre (Hagen Ullmann) und Clote (Aline Pronnet) wollen einen nervigen Freund abservieren. Doch der durchschaut den Plan.

Neue Bühne feiert mit französischer Komödie eine weitere Premiere

Ein Abschiedsdinner mit reichlich Würze

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Ein eleganter Abschied aus einer Freundschaft, die zum Klotz am Bein geworden ist – das müsste doch möglich sein. Ohne großen Krach, sondern mit einem schönen Essen. Am besten so, dass der abservierte Freund gar nicht merkt, dass ihm „Das Abschiedsdinner“ serviert wird.

Fürstenfeldbruck – Die Neue Bühne Bruck (NBB) hat trotz der für Theater schwierigen Zeiten die zweite Premiere der neuen Saison gewagt. Und sie durfte sich über ein ausverkauftes Haus freuen, auch wenn dafür im Moment 25 Besucher ausreichen. Die amüsierten sich bestens über eine schwungvolle Komödie aus der Feder von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, dem Autorenduo, das bereits mit „Der Vorname“ einen Knaller gelandet hat.

„Das Abschiedsdinner“ ist die Idee von Pierre (Hagen Ullmann), Verleger, Vater und Ehemann mit Hang zur Bequemlichkeit. Ihn nerven die vielen Abende, die er und Ehefrau Clote (Aline Pronnet) mit Freunden verbringen müssen. Abende, an denen man die ewig gleichen Geschichten hört und sich im Stillen über die Macken der anderen aufregt.

Erster Kandidat auf der Abschussliste ist Pierres alter Schulfreund Antoine (Benjamin Hirt), ein exaltierter Egozentriker mit starkem Hang zur Selbstdarstellung und dem Lachen einer Hyäne. Doch der Abend entwickelt sich anders als gedacht. Antoine durchschaut den Plan, es kommt zur Konfrontation. Plötzlich befindet man sich im „Reich der Aufrichtigkeit“ und Pierre stellt fest, dass die Freundschaft vielleicht doch zu wertvoll ist, um sie aufzugeben.

Inszeniert hat das Stück René Oltmanns – dem NBB-Publikum als Darsteller bereits bekannt – mit leichter Hand und guten Ideen. So schmusen wegen der Corona-Abstandsregeln statt Pierre und Clote zwei Sofakissen miteinander. Das konventionelle Bühnenbild einer Boulevard-Komödie wird durch gezeichnete Elemente aufgelockert. Da das Stück von seinen rasanten Dialogen ebenso lebt wie von stummer Mimik und Körpersprache, braucht es tolle Darsteller wie Ullmann, Pronnet und Hirt, den man an der Bühne zuvor noch nie gesehen hat – aber nach diesem fulminanten Einstand gerne öfter sehen wird.

Aufführungstermine

Wenn es die Corona-Regelungen zulassen, wird „Das Abschiedsdinner“ an der Neuen Bühne wieder am 6., 8., 14., 20. und 21. November gespielt. Beginn ist um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Die Kartenreservierung läuft über die Internetseite www.buehne-bruck.de.

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