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Stadt Fürstenfeldbruck kauft Gebäude

Traditionsgaststätte wird Hotel für Obdachlose

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Die Tage einer weiteren Brucker Traditionsgaststätte sind gezählt. Doch irgendwie geht’s im Hotel Hasenheide doch weiter. Die Stadt hat das Gebäude am Rande des Gewerbegebietes im Brucker Norden gekauft.

Fürstenfeldbruck – Den überwiegenden Teil seines Lebens hat Albert Peschke (69) hinterm Tresen seiner Gaststätte verbracht. Nach 42 Jahren muss er nun aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und hat deshalb einen Käufer für die Lokalität samt dem angebauten Hotel mit seinen 59 Zimmern gesucht – über ein Jahr lang vergeblich. Bis jetzt die Stadtverwaltung zugeschlagen hat.

Albert Peschke (69) muss nun aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. 

Wie Rathaus-Sprecher Christian Kieser dem Tagblatt bestätigte, will die Stadt das Hotel zur Unterbringung von Obdachlosen nutzen. 2016 musste sich das Rathaus um 108 Obdachlose kümmern, mittlerweile dürfte die Zahl gestiegen sein. Laut Kieser müssten etliche Betroffene in Olching und Gröbenzell untergebracht werden. Über die Kaufsumme wurde nichts bekannt. Kieser geht allerdings davon aus, dass „sich die Summe für den Steuerzahler rechnet“. Bisher müssen Obdachlose in privat betriebenen Hotels und Pensionen untergebracht werden, deren Kosten weithaus höher liegen. Unklar ist, wie es mit Wirtschaft samt Kegelbahnen weitergeht. Kieser konnte Gerüchte nicht bestätigen, wonach es Vereinen als eine Art kleines Bürgerhaus dienen könnte.

Das Hotel hat 59 Zimmer (von der Ein- bis zur Vierbett-Variante, teilweise mit Balkon) und Extra-Eingang. Es ist vor allem bei Touristen, die auf Kurzbesuch in München oder bei Verwandten in Bruck sind, und Lastwagenfahrern beliebt. Peschke: „Die ganze Welt schläft bei uns.“ Die wird sich nun ein neues Quartier suchen müssen. Denn die Stadt hat nicht vor, als Hotelbetreiber aufzutreten.

Lokalität beliebt bei Stammtisch-Gruppen und Vereinen

Erst vier Jahren wurde das Hotel von Peschke für eine halbe Million Euro komplett renoviert. Die angrenzende Gaststätte ist neben dem Klosterstüberl das letzte typisch bayerische Wirtshaus in Fürstenfeldbruck. Allerdings könnte es bald wieder Zuwachs geben.

Denn nach Tagblatt-Informationen soll ab Januar die seit einem dreiviertel Jahr brach liegende Marthabräu-Gaststätte an der Augsburger Straße wieder geöffnet werden. Angeblich hat die Schlossbrauerei Kaltenberg nach langwieriger Kandidatensuche – drei Gastronomen aus dem Landkreis waren im Gespräch – einen Wirt gefunden. Nur die Unterschrift auf dem Pachtvertrag fehlt noch.

Die Hasenheide-Lokalität beherbergt etliche Stammtisch-Gruppen und -Vereine, die sich nun möglicherweise eine neue Heimat suchen müssen. Besonders beliebt – vor allem auch für Kindergeburtstage – sind aber die acht Kegelbahnen im Keller. Es waren seinerzeit die ersten automatischen in der Region. 

Im Winter wird renoviert 

Albert Peschke, der vor seiner Hasenheide-Präsenz schon 16 Jahre lang den in der Nähe liegenden, jetzt zu einem Swingerclub umfunktionierten Maisacher Sommerkeller bewirtschaftet hat, muss bis zum 30. November alles aufgeräumt haben. Bis auf die Hotel-Einrichtung, die von de Stadt noch benötigt wird. Ab 1. Dezember wird dann vor allem mit Blick auf den Brandschutz renoviert, ehe im Frühjahr die ersten Obdachlosen einziehen.

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