Die „Sechser-Runde“, die in der Vergangenheit auch mal größer war, wie ein altes Foto im Tagblatt dokumentiert, ist aber Geschichte. Das Ziel von 3000 Treffen bleibt unerreicht.
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Die „Sechser-Runde“, die in der Vergangenheit auch mal größer war, wie ein altes Foto im Tagblatt dokumentiert, ist aber Geschichte. Das Ziel von 3000 Treffen bleibt unerreicht.

Die „Sechser-Runde“ kam zu insgesamt insgesamt 2800 Treffen zusammen

Ein legendärer Stammtisch ist Geschichte

Für Stammtischbrüder ist die Corona-Pandemie wahrlich eine schwierige Zeit. So musste auch die „Sechser-Runde“, im Pucher Hof wochenlang auf ihren regelmäßigen sonntäglichen Ratsch verzichten.

Fürstenfeldbruck – „Das war das erste Mal in unserer langjährigen Stammtisch-Geschichte“, erzählt Gründungsmitglied Friedrich Medwed. Als sich die Stammtisch-Brüder coronabedingt dann wieder treffen durften, beschlossen sie schweren Herzens ihren Stammtisch endgültig aufzugeben. So fand nun kürzlich der 2800. und letzte Stammtisch statt.

Die Stammtischbrüder Friedrich Medwed und Anton Baumann (2.u.3. v.l. im Bild oben) wollen sich auch weiter mit Freunden wie Sepp Sedlmair (Wirt des Pucher Hofs, l.) und Paul Buck treffen. 

Schon 2014 war die Sechser-Runde nur hoch zu fünft. Ihren Stammtischbruder Josef Staffler hatten Sebastian Gottmann, Leonhard Probst, Anton Baumann, Otto Zapf und Friedrich Medwed schon zu Grabe getragen. Doch zu fünft wollten sie eines Tages den 3000. Stammtisch. Dann starb erst Otto Zapf und während der vergangenen neun Monate auch noch Leonhard Probst und Sebastian Gottmann.

So beschlossen die beiden übriggebliebenen Freunde – der Stammtisch-Buchführer und -Chronist Medwed, inzwischen 75 Jahre, und der 85-jährige Anton Baumann – das Aus der „Sechser-Runde“. In den vergangenen Monaten gesellten sich zwar mit Paul Buck und Wolfgang Smarczyk zwei gern gesehene Freunde zu den beiden und man wird sich auch weiter zwanglos treffen. Aber der Stammtisch ist Geschichte.

Gern erinnern sich Medwed und Baumann an die vielen schönen Stunden in gemeinsamer Runde. Und auch die beiden Freunde, die zuletzt dazu gestoßen sind, lassen sich von den beiden bei ihren Geschichten in den Bann ziehen.

Unvergessen dabei ist heute noch der Männerausflug im ICE nach Hamburg im Juli 1995. „24 Stunden nonstop, natürlich mit Reeperbahn, Fischmarkt und Hafenrundfahrt“, erzählt Medwed mit leuchtenden Augen. Je zwei Euro warfen die Stammtischler bei jedem Treffen in ein Sparschwein, das sie alle halbe Jahre für ihre Ausflüge leerten.

Seine Heimat hatte der Stammtisch, der wohl mit zu den ältesten in der Kreisstadt zählen dürfte, nicht nur im Pucher Hof. Bevor die „Sechser-Runde“ dort vor 20 Jahren ihre endgültige Bleibe fand, zogen sie im Laufe der Jahrzehnte vom Marthabräukeller über den Gerblkeller in den Fichtenhof, bis sie endlich bei Wirt Sepp Sedlmair die freundschaftliche Atmosphäre fanden, die ihnen behagte. „Es war wirklich eine bewegende und schöne Zeit“, sagt Medwed.

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