Live vor Ort verfolgten einige der Mitglieder des Stadtjugendrats am Sonntag die Wahl (Foto oben, hinten v.l.): Veronika Droth, Fabian und Valentin Eckmann sowie (vorne v.l.) Karl Colner, der aus Altersgründen ausscheiden muss, Quirin Droth, Niklas Roth, Benedikt Bucher sowie die beiden Jugendreferenten Lisa Rubin (BBV) und Lukas Braumüller (BBV). 
+
Live vor Ort verfolgten einige der Mitglieder des Stadtjugendrats am Sonntag die Wahl (Foto oben, hinten v.l.): Veronika Droth, Fabian und Valentin Eckmann sowie (vorne v.l.) Karl Colner, der aus Altersgründen ausscheiden muss, Quirin Droth, Niklas Roth, Benedikt Bucher sowie die beiden Jugendreferenten Lisa Rubin (BBV) und Lukas Braumüller (BBV). 

Fürstenfeldbruck

Ein neuer Jugendrat für die Stadt ist gewählt

  • vonDieter Metzler
    schließen

Der Andrang im Jugendcafé des Hauses für Bildung und Begegnung am Niederbronnerweg hielt sich in Grenzen. Lediglich 87 Jugendliche von 2961 Wahlberechtigten waren gekommen, um ihre Stimme abzugeben zur Wahl des neuen Stadtjugendrats.

Fürstenfeldbruck – Die Wahlbeteiligung lag damit bei drei Prozent – ein Anstieg von knapp 0,6 Prozent im Vergleich zur Wahl 2018 (2,4 Prozent).

„Wenn uns ein Freund nicht nochmals an die Wahl erinnert hätte“, da waren sich die Geschwister Timo und Hannah Endres (18 und 19 Jahre) einig, „hätten wir den Wahltermin wahrscheinlich verschwitzt.“ Der Brief mit der Einladung sei ihrer Meinung nach viel zu früh von der Stadt verschickt worden. Auch hätten sie sich gewünscht, dass die Kandidaten vorher vorgestellt werden.

Die Geschwister halten das Gremium aber schon für wichtig. „Viele Jugendliche wenden sich doch lieber an Gleichaltrige als an die Politiker, wenn sie ein Anliegen haben“, meinten sie. Allerdings müsste auch vor so einer Wahl wesentlich mehr die Werbetrommel gerührt werden. „Viele wissen nichts von einem Stadtjugendrat und dessen Aufgaben.“

Man habe in der Kommunalpolitik eine Stimme, mit der man etwas bewegen kann, meinten die Zwillinge Fabian und Valentin Eckmann (18), die bereits zum zweiten Mal kandidierten. So kann der Stadtjugendrat durchaus Erfolge vorweisen, wie zum Beispiel die Europa-Fahne auf dem Rathausdach, Pfandringe für Abfalleimer oder auch der Skaterpark an der Landsberger Straße. Geplant ist jetzt noch das Aufstellen von Tischtennisplatten.

„Politics for people“ sollte dieses Jahr ein großes Event werden, doch Corona machte dem Jugendrat einen Strich durch die Rechnung. Mit der Veranstaltung wollte das Gremium seinen Bekanntheitsgrad steigern. „Das werden wir nachholen, sobald es Corona erlaubt“, meinte der Vorsitzende des Stadtjugendrats, Fabian Eckmann. Der wurde zwar wiedergewählt, weil er aber wegen seiner Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik nicht mehr so viel Zeit hat, stellte sich Eckmann nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung.

„Ich bin quasi reingeboren in die Politik“, sagt die wiedergewählte Veronika Droth (17), Tochter von FW-Stadtrat Markus Droth. Den letzten Anstoß, beim Jugendrat mitzumachen, gab ihr älterer Bruder Quirin. Sie kann sich gut vorstellen, sich auch später politisch zu engagieren. „Mit einer eigenen Meinung, die man positiv vertritt, kann man auch andere Menschen von einer Sache überzeugen.“

Seit 1999 existiert in der Fürstenfeldbruck ein Gremium für die jungen Bürger. Insgesamt besteht der Jugendrat, der für zwei Jahre gewählt wird – die Amtszeit beginnt im Januar –, aus elf Mitgliedern und teilt sich in zwei Altersgruppen auf. Die 14- bis 17-Jährigen erhalten sechs Sitze, die 18- bis 21-Jährigen fünf Sitze. Der Stadtjugendrat berät den OB, den Jugendreferenten sowie den Stadtrat und dessen Ausschüsse in allen jugendrelevanten Angelegenheiten. In diesem Rahmen kann der Stadtjugendrat auch Anträge an die Stadt stellen.

Bei den 14- bis 17-Jährigen wird die Jugend aus der Kreisstadt, Aich und Puch in den kommenden zwei Jahren von Veronika Droth (59 Stimmen), Niklas Roth (38), Loi Rothenberger (38), Korbinian Butterer (37), Emily Reeb (36) und Hannah Paulina Füner (35) vertreten. Bei den 18- bis 21-Jährigen wurden Valentin Eckmann (93), Fabian Eckmann (89), Benedikt Bucher (74), Quirin Droth (73) und Lena Sabokat (62) in das Gremium gewählt.

Auch interessant

Kommentare