„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Werner Duve ist mit 96 Jahren gestorben.

Fürstenfeldbruck

Ein selbstbestimmtes Leben bis zum Schluss

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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 Seiner großen Liebe Marianne begegnete Werner Duve im Ostseebad Warnemünde. 1948 war das, und was folgte, waren 62 glückliche gemeinsame Jahre, der größte Teil davon in Bruck.

Fürstenfeldbruck – Obwohl Marianne Duve schon vor zehn Jahren starb und ihr Mann erst vor wenigen Wochen, haben sie nun zusammen ihre letzte Ruhestätte dort gefunden, wo alles begann – in der Ostsee.

Tochter Marion ließ die sterblichen Überreste der Eltern an deren 72. Hochzeitstag in Salzurnen beisetzen. Die Gefäße lösen sich im Wasser auf, die Asche sinkt auf den Meeresgrund. Das Gefühl, dass sich mit dieser gemeinsamen Seebestattung ein Kreis geschlossen hat, hilft den Angehörigen in ihrer Trauer um Werner Duve. Er fehlt – seine Freundlichkeit, sein Humor, seine souveräne, großzügige Art, die vielen Geschichten aus seinem Leben. Zu erzählen gab es genug.

1923 in Schwerin geboren, machte Werner Duve nach der Schule eine Lehre zum Automechaniker. Als 19-Jähriger wurde er zum Kriegsdienst in ein Fliegerausbildungsregiment eingezogen. Als ihn im März 1945 am Rhein ein Beckenschuss traf, wollten amerikanische Soldaten ihn abtransportieren. Doch während die Trage geholt wurde, robbte Werner Duve trotz seiner Verwundung zurück hinter die deutschen Linien. Um ein Haar hätten die eigenen Leute auf ihn geschossen. Die Aktion war typisch für ihn – der Mann hatte seinen eigenen Kopf.

Nach einigen Jahren in der späteren DDR ging Werner Duve mit seiner Marianne in den Westen. Das Jahr 1956 markierte wichtige Weichenstellungen für die Familie – Tochter Marion kam zur Welt, ein Jahr später folgte Sohn Michael. Und Werner Duve wurde einer der ersten Soldaten, die nach Gründung der Bundeswehr zum Aufbau der Luftwaffe auf den Brucker Fliegerhorst einrückten.

Sein technisches Geschick kam auch im Privatleben zum Einsatz. Das erste eigene Auto baute er sich aus einem Unfallfahrzeug und Ersatzteilen vom Schrottplatz zusammen. Seine künstlerische Ader lebte Werner Duve bei der Gestaltung von Bildern und Lampen aus Tiffany-Glas aus. Sogar eine ganze Tür gestaltete er aus farbigen Glasteilen. Er liebte die Arbeit im riesigen heimischen Garten, beobachtete gern die Fische in seinem Aquarium und war bei Familienfesten derjenige, der mit dem Fotoapparat die schönsten Momente einfing.

Dass er in seiner Jackentasche stets Bonbons hatte, freute nicht nur die vier Enkelkinder – er verteilte sie gern an jedermann. Immer legte Werner Duve Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Sein Alter sah man ihm auch lange nach dem 90. Geburtstag nicht an. Er blieb aktiv und geistig fit. Nur die Beine wollten nicht mehr.

Dass er zuletzt im Rollstuhl saß, war für den freiheitsliebenden Brucker schwer zu ertragen. In einem betreuten Wohnen konnte er mit Hilfe seiner Angehörigen dennoch selbstbestimmt leben bis zum Schluss. Werner Duve wurde 96 Jahre alt.

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