Mehr als 100 Einsatzkräfte vor Ort

Kripo-Ermittlungen nach Brand in Bruck: Eine Lampe hat das Feuer verursacht

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Nach dem schweren Brand hinter dem Lokal Klubhouse in der Fürstenfeldbrucker Innenstadt gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft. Die Bewohner haben Unterschlupf in Notquartieren gefunden. Die Gaststätte bleibt allerdings bis auf Weiteres geschlossen.

Update Donnerstag, 9. Mai:

Nach dem Brand im Gebäude des Klubhouse in der Brucker Innenstadt hat die Kripo die Ursache für das Feuer ausfindig gemacht: Es handelte sich um einen technischen Defekt an einer Lampe. Dass es ein Defekt gewesen sein könnte, hatte die Kripo bereits durchblicken lassen. Nach dem Besuch eines Gutachters am Dienstag steht für die Ermittler nun fest, dass eine „Beleuchtungseinrichtung“, so die offizielle Sprachregelung der Polizei, schuld an dem Feuer war. Der Brand war in einem Anbau hinter dem Gebäude im Innenhof ausgebrochen. Hier waren verschiedene Gegenstände, etwa Stühle, gelagert gewesen. Außerdem befand sich hier die Kühleinrichtung der Gaststätte.

Update Mittwoch, 8. Mai:  Die Bands Trailer, AC/Roses und Saustoi sowie die Rockfreunde-FFB haben gemeinsam beschlossen, ein Benefiz-Konzert für die Betroffenen des Brandes zu veranstalten. Während sich die Rockfreunde um die Organisation kümmern, sorgen die Bands für die Musik. Das Konzert findet am 11. Mai in der Marthabräu-Halle an der Augsburger Straße 41 in Fürstenfeldbruck statt. Einlass ist um 19 Uhr. Der  Eintritt beträgt fünf Euro. Die gesamten Einnahmen werden abzugslos am Montag auf das dafür eingerichtete Konto Brucker Bürger in Not eingezahlt, versprechen die Veranstalter. Die Veranstaltung wäre nicht möglich gewesen, hätten nicht viele Brucker mitgeholfen. Zu nennen sind die Fam. Mörz (Brucker Brauhaus), das Rathaus FFB, die König Ludwig Brauerei, Elektro Reimer sowie das Wensauer Sicherheits und Detektivbüro. „Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen und denkt daran, mit eurem Eintritt unterstütz ihr Menschen die ohne Schuld alles verloren haben“, heißt es in einer Mitteilung des Veranstalters.

Statiker war da

Unterdessen hat der Statiker das Haus untersucht. Er kam zu dem Ergebnis, dass das Gebäude in seiner Standfestigkeit nicht gefährdet ist. Das Haus darf wieder betreten werden. Trotzdem ist noch unklar, wie es weitergeht. Denn noch ist der Strom abgeschalten und noch ist unklar, welcher Renovierungsbedarf herrrscht. Das Klubhouse braucht außerdem eine neue Kühl-Anlage.

Update Freitag, 3. Mai: Die Stadt Fürstenfeldbruck hat ein Spendenkonto für die vom Brand betroffenen Mieter eingerichtet. 

Betroffen sind laut Stadt zwei Familien, ein alleinstehender Mann und eine alleinstehende Frau sowie eine Caritas-Wohngruppe. Die Bewohner sind vorübergehend im Hotel sowie bei Freunden und Verwandten untergekommen. Ein Ehepaar wurde in einer städtischen Unterkunft untergebracht. Noch sei nicht absehbar, ob und wann die Wohnungen wieder beziehbar sind.

Wolfgang Müller, Sozialberater bei der Stadtverwaltung, unterstützt und begleitet die Brandopfer. Auch die Bevölkerung kann mit einer Spende helfen: Brucker Bürger in Not DE 15 7005 3070 0008 0008 12 Betreff „Brandopfer Leonhardsplatz“

Initiiert wurde der Spenden-Aufruf von Florian Weber, Stadtrat und Betreiber des in dem Haus ebenfalls ansässigen Lokals, damit seine betroffenen Nachbarn zielgerichtet unterstützt werden können.

Spendengelder aus dem Fonds werden generell zu 100 Prozent an die Betroffenen weitergeleitet. „Die Stadt bedankt sich die Unterstützung“, heißt es in einer Erklärung vom Freitagnachmittag.

Bei einem anderen Brand im Landkreis Oldenburg wollten Familien ihre Kinder aus dem Fenster werfen, wie nordbuzz.de* berichtet.

Update, Donnerstag, 2. Mai: Fürstenfeldbruck – Das Feuer wütete in einem Anbau, in dem unter anderem alte Stühle gelagert waren und in dem sich auch der Kühlraum der Gaststätte befand. Wegen der hochschlagenden Flammen und der Rauchentwicklung wurden die darüberliegenden Wohnungen teils schwer beschädigt. 

Feuer in Fürstenfeldbruck: Betreiber sah die Rauchsäule schon in Maisach

Sieben Menschen wurden bei dem Feuer durch die Rauchentwicklung verletzt, zwei kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Das Gebäude ist seither gesperrt. Für wie lange, steht noch nicht fest. Auch Florian Weber, Betreiber des Klubhouse (ehemals „Alte Liebe“), kann nur von außen versuchen, die Lage zu checken. „Ich weiß selbst nicht, wann ich wieder in meinen Laden darf“, sagt er. Weber hatte im Biergarten in Maisach von dem Brand erfahren und sah auf dem Weg nach Bruck bereits die Rauchsäule am Himmel stehen. Jetzt muss unter anderem die Statik des Gebäudes, insbesondere des Dachstuhls, überprüft werden. 

Kripo ermittelt - Bewohner brauchen Unterkunft

Rund 100 Einsatzkräfte versuchten die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Zudem wird nach Schadstoffen gesucht. Eine erste Schadenssschätzung der Polizei ging von über 500.000 Euro aus. Die Brandursache blieb auch am Donnerstag unklar, die Kripo ermittelt. Solange das Gebäude nicht betreten werden darf, brauchen die Bewohner eine Notunterkunft. Die Stadtverwaltung hat sich sofort mit den betroffenen Mietern in Verbindung gesetzt. Eine dreiköpfige Familie hat über ihren Arbeitgeber eine Bleibe gefunden. 

Zwei Alleinstehende sind bei Verwandten untergekommen. Lediglich bei einer Familie mit einem erwachsenen Sohn musste die Stadt helfen. Der Sohn zog zu Freunden, die Eltern kommen in einer Sozialunterkunft der Stadt unter. „Das wichtigste ist aber erst einmal, dass alle Verletzten auf dem Weg der Besserung sind und wohl keine bleibenden Schäden davontragen werden“, sagt Klubhouse-Betreiber Weber. Ihn selbst treffen die Umsatzeinbußen. 

Dank an die Feuerwehren am Feiertag

Sein Dank gilt insbesondere der Feuerwehren, die am Feiertag so schnell vor Ort war. „Einige von ihnen hatten sogar noch ihr Trachtenhemd unter der Einsatzkleidung an“, berichtet Hans-Georg Stocker, dessen Familie das Haus gehört. Tatsächlich hatten viele Feuerwehrleute den Maifeiertag mit Familie oder Freunden beim Maibaum- oder Volksfest verbracht. Am Brandort hatte das Feuer den einzigen rückwärtigen Ausgang aus den Wohnungen blockiert. Ein Kind musste mit einer Drehleiter gerettet werden. Problematisch war auch der Zugang zum Brandherd. Nur eine sehr schmale Einfahrt führt in den betroffenen Innenhof. „Das Feuerwehrauto hat da gerade durchgepasst“, so Stocker. Und wäre es kein Feiertag gewesen, wäre Innenhof mit mehreren Autos zugeparkt gewesen. Wie Stocker berichtet, waren waren nur wenige Leute im Haus. Eine Familie habe gerade eine Verwandte vom Flughafen abgeholt, als das Feuer ausbrach. Als die Leute zurückkehrten, war der Feuerwehreinsatz bereits voll im Gange. Auch Stocker ist für die Einsatzkräfte voll des Lobes: „Hut ab vor deren Leistung. Ehrenamtlich so eine wichtige und kompetente Arbeit zu machen ist bemerkenswert.“

Update, 21.35 Uhr: Die Polizei nennt weitere Details. Demnach gibt es zwei schwer Verletzte: Sieben Bewohner des Mehrfamilienhauses erlitten Rauchgasvergiftungen, zwei davon so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Unter den leichter Verletzten ist auch ein knapp 2-jähriges Mädchen.

Der Sachschaden kann derzeit nicht beziffert werden. Nachdem die Fassade und der Dachstuhl des Hauses betroffen sind, ist mindestens von einer hohen sechsstelligen Summe auszugehen.

Die Brandursache ist derzeit unklar. Die Brandfahnder der zuständigen Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck werden morgen im Laufe des Tages eine Brandbegehung durchführen. Die heutigen Sofortmaßnahmen und erste Befragungen erfolgten durch den Kriminaldauerdienst.

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Update 20.55 Uhr: Auch Kreisbrandrat Hubert Stefan war vor Ort, wie er auf Nachfrage berichtete. Er bezeichnete den Einsatz als „anspruchsvoll“, vor allem weil die oberen Geschosse des Hauses stark verraucht waren. Das Team des Klubhouse hat sich mittlerweile in Facebook gemeldet. „Falls ihr euch fragt: Nein, wir zeigen heute das Spiel der Champions League nicht. Danke für die Anteilnahme und Dank an alle Helfer der Polizei, Feuerwehr und den Rettungsdienst. Wir halten euch auf dem Laufenden,“ heißt in dem Posting. 

Update 20.05 Uhr: Fürstenfeldbruck - Mit 100 Einsatzkräften bekämpfte am Mittwoch Abend die Feuerwehr einen mitten in der Innenstadt am Leonhardsplatz ausgebrochenen Brand eines Wohn- und Geschäftshauses. Mit der Drehleiter wurde ein Kleinkind aus einer Dachgeschosswohnung im 3. Stock gerettet. Ein weiterer Bewohner wurde vom Rettungshubschrauber mit einer schweren Rauchvergiftung in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Insgesamt wurden sieben Personen verletzt.

Ein gerade im Garten sitzender Nachbar wurde gegen 17.45 Uhr von einem Mordsknall aufgeschreckt. Sekundenbruchteile später sah er eine hohe Stichflamme im Biergarten der In-Kneipe „Klubhouse“. Sie war so hoch, dass sie sogar die darüber liegenden Wohnungen erfasste. Das Lokal hatte am Maifeiertag geschlossen. 

Sofort nach den ersten Notrufen wurde in der nahe gelegenen Integrierten Rettungsleitstelle (ILS) die höchste Alarmstufe ausgelöst. Neben den Feuerwehren aus Bruck eilten Rettungskräfte aus Emmering und Germering, später noch Atmungsgerät-Experten aus Puch und Eichenau zum Brandherd. Wegen der engen Hofzufahrt musste der gesamte Einsatz ab der Amperbrücke bis zum Landratsamt in der komplett gesperrten München Straße abgewickelt werden.

Die Meter hohen Flammen hatten sich durch etliche Fenster in den über dem Lokal liegenden Wohnungen gefressen. Noch schlimmer war allerdings die extreme Rauchentwicklung, wie ein Feuerwehrsprecher vor Ort berichtete. Im Dachgeschoss waren zwei Erwachsene mit einem Kleinkind eingeschlossen. Alle drei wurden mit der Rettungsleiter gerettet. Zwei weitere Bewohner wurden von den Rettungskräften im hinteren Hausbereich entdeckt. Einer davon wurde von dem auf der abgesperrten Münchner Straße gelandeten Rettungshubschrauber nach Murnau gebracht. Gegen 19.30 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehrleute größtenteils beendet - während die Brandfahnder der Kripo bereits ihre Arbeit aufnahmen. Sicherheitshalber blieben auch die rund 20 zu Hilfe geeilten Rot-Kreuz-Mitarbeiter noch vor Ort. Die Polizei schätzt nach ersten Angaben den Schaden auf bis zu 500 000 Euro.

Mit der Drehleiter wurde ein Kleinkind gerettet.

Fürstenfeldbruck: Schwerer Brand am 1. Mai im Gebäude des Klubhouse

Erstmeldung 18.50 Uhr: Am frühen Mittwochabend ist in Fürstenfeldbruck in der Innenstadt im Gebäude des Klubhouse (ehemals Alte Liebe) ein schwerer Brand ausgebrochen. Die Rauchsäule war weithin zu sehen, auch weit außerhalb der Stadt. 

Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Die Innenstadt rund um die Amperbrücke war für den Verkehr gesperrt. Auch mindestens ein Helikopter war im Einsatz. Nach ersten Erkenntnissen wurden mehrere Personen mit Rauchgasvergiftungen in Kliniken gebracht. Die Feuerwehr rettete mindestens eine Person mit der Drehleiter. Die Kripo ermittelt.

In der Region kam es am 1. Mai zu einem weiteren Unglück und Großeinsatz: Nach einer Maifeier hat es in Egmating (Landkreis Ebersberg) einen schlimmen Unfall gegeben. Es gab 37 Verletzte, wie Merkur.de berichtet.

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