„Die Leute sind heiß auf neue Räder“: Andreas Huber, Geschäftsführer des Radl-Markt in Germering freut sich, dass ab Montag wieder Kunden in den Laden dürfen – wenn auch nur mit Termin.
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„Die Leute sind heiß auf neue Räder“: Andreas Huber, Geschäftsführer des Radl-Markt in Germering freut sich, dass ab Montag wieder Kunden in den Laden dürfen – wenn auch nur mit Termin.

Fürstenfeldbruck

Einkaufs-Experiment weckt neue Hoffnung

  • vonStefan Reich
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  • Tobias Gehre
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Für den Lockdown-gebeutelten Einzelhandel gibt es einen Lichtblick. Ab Montag dürfen wieder Kunden in die Läden – vorerst aber nur mit Termin, so lange die Inzidenz über 50 liegt. Für viele Händler ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt hoffen sie, dass die Kundschaft das Angebot auch annimmt.

Fürstenfeldbruck – Der Frühling steht vor der Tür – und mit ihm das Hauptgeschäft für die Fahrradhändler. „Die Leute sind heiß auf neue Räder“, sagt Andreas Huber, Geschäftsführer des Radl-Markt in Germering. Die Nachfrage sei groß. Doch vorerst darf er ab Montag Kunden nur mit Termin empfangen – und nur einen pro 40 Quadratmeter. So will es der beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossene Stufenplan. Huber sieht es positiv. Auf diese Weise müsse niemand anstehen. Und der Kunde habe den Verkäufer ganz für sich. „Jetzt hoffen wir, dass die Leute auch pünktlich zum vereinbarten Termin kommen.“

Die Expert-Märkte

Auch Siegfried Müller, Geschäftsführer der Expert Technomärkte mit der Zentrale in Alling sieht die neue Regelung positiv. „Besser als gar kein Schritt, sagt er. Doch für Müller ist es kompliziert. Die 14 Filialen verteilen sich auf mehrere Landkreise. So kann es sein, dass es in der einen Zweigstelle keinen Termin braucht, in einer anderen aber schon. „Das macht es nicht einfacher“, meint Müller. Er rät daher, auf der Internetseite des Unternehmens nachzuschauen, welche Art des Einkaufs in welcher Filiale gerade möglich ist.

Dieses Problem hat die Olchinger Sportecke nicht. Geschäftsführerin Melanie Sandner sorgt sich daher auch mehr darum, wie das Angebot des Termin-Shoppings angenommen wird. Dass Kunden wieder in den Laden dürfen, sei aber definitiv ein Vorteil. Gerade bei Sportsachen sei es wichtig, die Ware anschauen und probieren zu können.

Modehaus Fuchsweber

Wenig Änderung gibt es hingegen für das Schuhgeschäft von Evi Huttenloher. Sie durfte schon bisher Kunden empfangen, weil sie auch Orthopädie-Schuhtechnik anbietet. Im Januar habe sie Click&Collect angeboten, sagt Evi Huttenloher. „Aber das war nichts.“ Für ihr Geschäft ist es übrigens nicht die erste Pandemie. Denn Schuhe von Huttenloher gibt es in Maisach bereits seit 1674.

So lange existiert das Modehaus Fuchsweber freilich noch nicht. Dort war aber schon am Freitag der Hinweis zu finden, dass telefonisch, per E-Mail oder über die Social-Media-Kanäle Termine für einen Ladenbesuch ausgemacht werden können. „Zehn Anfragen hatten wir bis Freitagmittag“, berichtet Geschäftsführerin Ganimete Halimi. Bis zu 45 Kunden dürfen ab Montag gleichzeitig in das Geschäft in der Schöngeisinger Straße in Fürstenfeldbruck. Jeder bekommt eine Nummer, die Kontaktdaten werden erfasst, ein Zeitlimit für den Besuch gibt es nicht. Noch sei vielen Kunden aber gar nicht klar, was ab Montag erlaubt sei und was für einen Ladenbesuch zu tun ist. „Die Leute, die anrufen, sind verwirrt, haben viele Fragen“, sagt Halimi.

Die hat auch Christian Tinemann. Er betreibt einen Haushaltswarenladen in der Augsburger Straße in Fürstenfeldbruck. „Mir konnte das Landratsamt am Freitagvormittag noch nicht sagen, was ich am Montag genau darf“, sagt er. Aber natürlich werde er Ladenbesuche nach Terminvereinbarung ermöglichen, sobald er Klarheit habe.

Es müsse jetzt Geld reinkommen. „Sonst kann ich keine neue Ware mehr bestellen“, sagt er. Mit den erlaubten Lieferungen und dem Abholgeschäft auf Vorbestellung habe er vielleicht ein Fünftel des normalen Umsatzes gemacht.

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