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Schwammen einmal quer durchs Pucher Meer: Maurice Doepner (r.) mit Vater Patrick. Die Wasserwacht passte auf, dass nichts passiert. 

In Fürstenfeldbruck

Einmal quer durchs Pucher Meer beim Volksschwimmen

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666 Meter quer durchs Pucher Meer und das zum 44. Mal: Beim traditionellen Volksschwimmen stürzten sich wieder zahlreiche Brucker ins angenehm kühle Wasser.

Fürstenfeldbruck – Nicht bloß eine, sondern zwei gold-silberne Medaillen hat der elfjährige Maurice Doepner um den Hals. Sein Vater Patrick Doepner (44) hat sie ihm gerade verliehen: „Du hast doch voll die Leistung gezeigt.“ Ja, die 666 Meter, die die beiden gerade eben geschwommen sind, gehen nicht einfach so aus den Armen und Beinen. Und Maurice Doepner hat am Ende sogar noch einen Schlusssprint eingelegt. „Bei 450 Metern kann man noch auf die Tube drücken, wenn man Energie hat“, sagt Maurice.

Am besten zu zweit schwimmen

Wenn man die hat – aber Unterfahrene sollten sich generell nicht überschätzen, sagt Stephan Hein. Der 43-Jährige ist stellvertretender Technischer Leiter bei der Wasserwacht Fürstenfeldbruck, die das Volksschwimmen seit 44 Jahren anbietet. Für drei Euro können die Schwimmer unter verschiedenen Distanzen auswählen und bekommen am Ende eine Urkunde und eine Medaille. Beim Schwimmen sollte man aber immer auf Nummer sicher gehen, sagt Hein. Wenn man keine Erfahrung mit langen Strecken hat, zuerst einmal langsam rantasten und am besten zu zweit schwimmen. Dann ist man im Notfall eben nicht alleine.

Wasserwacht überwacht das Volksschwimmen

Beim Volksschwimmen überwachen aber die Retter der Wasserwacht den ganzen Ablauf. Man kann zwischen verschiedenen Distanzen auswählen, die man absolviert. Die meisten, die an diesem richtig warmen Samstag vorbeikommen, nehmen die lange Distanz, bei der man an der Wasserwacht-Station startet, einmal quer durchs Pucher Meer schwimmt, eine Boje umrundet und dann wieder zurückkommt.

„Weil es sonst zu langweilig ist“, sagt Maurice Doepner. Er und sein Vater sind nämlich gerne und oft im Wasser unterwegs. Beide haben Surfbretter, gehen mit Neopren ins Meer und kommen auch regelmäßig zum Volksschwimmen. „Wir machen eigentlich jedes Jahr mit“, sagt Patrick Doepner.

Die beiden wissen deswegen, wie man an heißen Sommertagen und generell das Schwimmen im offenen Wasser angeht: langsam hineingehen, sich erst einmal abkühlen, am Anfang entspannt losschwimmen und nicht zu viel Tempo machen und damit Energie verbrauchen. „Hintenraus kann es wirklich eng werden, deswegen lieber gemütlich angehen“, sagt auch Stephan Hein.

100 Bahnen im Schwimmbad

Und wie lang braucht man dann für die Langdistanz? Johannes Kellerer weiß es nicht so genau: „Keine Ahnung.“ Dann fragt er erst einmal bei den Wasserwachtlern nach. So 20 Minuten werden es gewesen sein, aber die Zeit ist für Kellerer erst einmal auch nicht so wichtig. „Ich habe diesen Winter mit Schwimmen angefangen“, sagt er, mit dem Hintergedanken Triathlon im Kopf. Die Schwimmeinheiten hat Kellerer bisher im Hallenbad absolviert und dabei Fliesen gezählt. Normalerweise macht er dort 100 Bahnen, also zweieinhalb Kilometer. Im freien Wasser ist die Orientierung, wo man am Ende rauskommen will, ein bisschen schwieriger, als in den abgegrenzten Bahnen im Becken: „Ich musste ab und zu korrigieren.“

Das Ziel des Volksschwimmens hat sich in den 44 Jahren nicht wirklich verändert, erzählt Stephan Hein: die Leute ins Wasser bekommen, Spaß am Schwimmen vermitteln.

In den letzten Jahren ist das noch wichtiger geworden, findet Hein, denn: „Die Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung nimmt einfach erschreckend ab.“ Wie viele Leute beim Volksschwimmen vorbeischauen, hängt auch immer ganz stark vom Wetter ab, erklärt Hein. Am Samstag waren es zur Halbzeit schon um die 30.

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