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Das Brucker Eisstadion. Es hat kein Dach.

Fürstenfeldbruck

Eishalle: Standort am Bolzplatz gilt als Favorit

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Jetzt sind es nur noch drei. Bei der Suche nach einem geeigneten Platz für eine Eishalle hat ein Gutachten die am besten geeigneten Standorte ermittelt. An der Qualität der Studie gibt es allerdings erhebliche Zweifel.

Fürstenfeldbruck – Fünf Standorte waren dem beauftragten Architekturbüro im September zur Untersuchung mitgegeben worden. Anhand einer Bewertungsmatrix hat das Büro seitdem diese Orte auf ihre Tauglichkeit untersucht. Mit folgendem Ergebnis: Platz eins geht an den Bolzplatz im Sportpark Amperauen, es folgen der Ort des bestehenden Eisstadions, das geplante Sportzentrum II nördlich der Kurt-Schumacher-Straße, die Freifläche nördlich der Schwimmhalle im Fliegerhorst sowie die Halle 4 auf dem Fursty-Areal.

Gerade die beiden Letztplatzierten ließen bei einigen Stadträten große Zweifel an der Qualität des Gutachtens aufkommen. So waren bei der Präsentation des Architekturbüros Standorte an der falschen Stelle eingezeichnet und Fotos der falschen Halle verwendet worden. Ob tatsächlich das richtige Gebäude auf dem Fliegerhorst untersucht wurde, war zumindest zweifelhaft. Vertreter des Architekturbüros gaben an, keinen Zutritt auf das Gelände erhalten zu haben. „Ich bin ein Stück weit schockiert ob der Herangehensweise“, sagte Andreas Lohde (CSU).

Anwohner des möglichen Eishallen-Standorts: „Die Kriegskasse ist voll“

Andere Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses wie Karl Danke (BBV) sahen das weniger dramatisch. Schließlich handle es sich bei den mangelhaft untersuchten Standorten um die mit den schlechtesten Bewertungen. Er sprach sich ebenso wie Tommy Beer (BBV) und Alexa Zierl (ÖDP) für den Standort am Bolzplatz aus. Zierl sah dort auch die Möglichkeit, mit den drei umliegenden Grundschulen zusammenzuarbeiten.

Dass jetzt bei der anstehenden Detailanalyse der vielsprechendesten Standorte neben dem Bolzplatz trotzdem die beiden Fliegerhorst-Varianten mituntersucht werden sollen, liegt an einem Problem: Lärmkonflikte. Die Anwohner des Sportparks hätten bereits signalisiert, dass sie gegen den Bau einer Eishalle rechtlich vorgehen wollen. „Die Kriegskasse ist voll“, hätten sie Oberbürgermeister Erich Raff mitgeteilt.

Eishockey-Verein widerspricht

Das wollte Manuel Vilgertshofer, 2. Vorsitzender des Brucker Eishockeyvereins, der die Diskussion im Zuschauerraum verfolgte, so nicht stehen lassen. Er habe selbst mit den Anwohnern gesprochen. Diese hätten kein Problem mit einer Eishalle, sondern vielmehr mit der Gesamtsituation vor Ort. Vilgertshofer drängte auf eine schnelle Lösung und warnte deshalb vor den Standorten am Fliegerhorst. Bis die verfügbar seien, vergehen noch einige Jahre. „Wir müssen irgendwann eine Entscheidung treffen und nicht schieben, schieben, schieben“, forderte deshalb auch Markus Droth (Freie Wähler). Den Standort am Bolzplatz „werden wir zeitmäßig auch nicht anders hinbekommen“, meinte dagegen OB Raff.

Letztlich beschloss das Gremium einstimmig, dass für den zweiten Planungsschritt – die Detailuntersuchungen – neben dem Standort am Bolzplatz auch die Fliegerhorst-Alternativen mituntersucht werden. Die Ergebnisse dieser Analyse sollen dem Stadtrat bis April vorgelegt werden, dann mit der richtigen Halle.

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