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Das offene Stadion in Bruck.

Fürstenfeldbruck

Eishallen-Protest: Jetzt kontert der Verein

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Die Anwohner des Eisstadions wehren sich gegen eine mögliche Eishalle am Bolzplatz an der Schöngeisinger Straße. Die Verantwortlichen des Vereins weisen eine Klüngelei mit der Stadt zurück. Sie bedauern, dass die Bürger nicht gesprächsbereit sind.

FürstenfeldbruckDie Anwohner der Holzhofstraße hatten sich an die Öffentlichkeit gewandt. Sie wollen den Bau der Eishalle verhindern und haben den Olchinger Rechtsanwalt Ewald Zachmann eingeschaltet. „Das können wir nicht so einfach hinnehmen“, sagt Manuel Vilgertshofer, seit dem vergangenen Sommer Vize-Vorsitzender des EV Fürstenfeldbruck, zu den Aussagen, Unterstellungen und Mutmaßungen. „Wir, der EVF, sind darüber sehr enttäuscht, was uns da vorgehalten wird, weil es so einfach nicht stimmt.“

So haben sowohl die Stadtwerke als auch der Verein auf das jüngste Lärmgutachten reagiert und als Sofortmaßnahme die Wochenendspiele sowie den Abendlauf zeitlich vorverlegt. Zudem wurde die Lautstärke der Durchsagen und Musik entsprechend runtergefahren. Seit Jahren bietet der EVF den Anwohnern auch an, einfach anzurufen, sollte es zu laut sein. Die Nummern seien bekannt. Am Freitagabend kam es erstmals dazu: Anwohner riefen beim Technischen Leiter des Vereins und der Polizei an, nachdem Gäste-Fans Pyro-Technik gezündet und mit einer Pauke Lärm gemacht haben. „Bis dahin erfolgte nicht ein einziger Anruf der Anwohner“, berichtet Vilgertshofer.

Zum Thema Lärmgutachten

Als schlichtweg falsch bezeichnete der EVF-Vize und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Funktionär ferner, dass das Lärmgutachten mit dem Verein abgesprochen oder gar in Auftrag gegeben wurde. Das Gutachten sei im März im Auftrag der Stadt erstellt worden. Der Verein erfuhr davon erst im September, wesentlich später als die Anwohner. Die Standortuntersuchung nahm ein externes Büro vor, stellt Vilgertshofer klar. „Wir haben das Ergebnis so akzeptiert, wie es ist. Das ist weder Wortbruch noch hinters Licht führen der Vereine oder der Stadträte.“ Man nehme auch den Alternativ-Standort Fliegerhorst zur Kenntnis, wenngleich er aus bekannten Gründen der Ungewissheit keine Option sei. „Wichtig ist uns, dass wir endlich eine Eishalle erhalten.“

Zu der Aussage, die Eishalle gehöre nicht in eine Innenstadt, führt Vilgertshofer aus, dass sie auf einem bestehenden Sportgelände errichtet werden soll, das dort seit rund 50 Jahren existiert. Sie integriere sich zur Fußball- und Tennisanlage, zum Hallen- und Freibad und zum Footballgelände. Einen großen Vorteil sieht Vilgertshofer in der Erreichbarkeit der Anlage – zu Fuß oder mit dem Rad. „Besonders für die Schulen und die vielen Eissportler der Stadt.“

Die Halle und der Lärm

In einer Eishalle sieht Vilgerthofer, der zugleich dem Vorstand des gleichnamigen Fördervereins angehört, eine Verbesserung für die 75 Anwohner-Parteien. „Dass eine neue Eishalle den Bestimmungen der 18. Bundeslärmschutzverordnung standhalten muss, versteht sich von selbst“, betont er. „Wie Herr Böhm (Anm. d. Red.: Sprecher der Anwohner) auf Rockkonzerte kommt, verstehen wir wirklich nicht.“

Beim EVF glaubt man, dass sich der Pkw-Verkehr durch eine Halle nicht verändern wird. „Es ist egal, ob die nun zum offenen Stadion oder zu einer Halle fahren.“ Beim EVF finde man es schade, dass die Anwohner alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und dabei auch vor Verboten nicht zurückzuschrecken wollen. „Wir sind weiter für einen offenen Dialog bereit.“ Die EVF-Vertreter wären auch selbst zu einer Eigentümerversammlung gekommen. Vilgertshofer bedauert, dass bislang keine weiteren Gespräche möglich waren. „Die angedrohten Verbote werden vor allem die Kinder und Jugendlichen der Eissportvereine und Schulen, aber auch die vielen eislaufbegeisterten Bürger der Stadt treffen.“

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