Über eine halbe Million Quadratmeter an Beeten und Grünflächen fallen in die Zuständigkeit von Stadtgärtner Valentin Zeh. Einiges, was später im Stadtgebiet zu sehen ist, probiert er zuvor im eigenen Garten aus.
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Über eine halbe Million Quadratmeter an Beeten und Grünflächen fallen in die Zuständigkeit von Stadtgärtner Valentin Zeh. Einiges, was später im Stadtgebiet zu sehen ist, probiert er zuvor im eigenen Garten aus.

Fürstenfeldbruck

Er bringt die Stadt zum Blühen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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An vielen Ecken der Stadt blüht es bereits. Die Beete und Grünflächen im öffentlichen Raum sind das Reich von Stadtgärtner Valentin Zeh. Über eine halbe Million Quadratmeter betreut er. Inzwischen etwas zu oft vom Schreibtisch aus, findet er.

Fürstenfeldbruck – Wenn es in Bruck auf den Verkehrsinseln und Kreisverkehren blüht, wenn vor dem Landratsamt die Narzissen aufgehen und im Stadtpark die Beete leuchten, dann ist das zu einem großen Teil Valentin Zeh zu verdanken. Der 30-Jährige ist als Stadtgärtner dafür zuständig, dass auf den öffentlichen Grünflächen Blumen sprießen.

570 000 Quadratmeter betreut Zeh mit seinen 15 Mitarbeitern. Er plant und kontrolliert Pflanz- und Pflegemaßnahmen, kümmert sich um Baustellenabsicherungen und um die Baumpflege – ein heikles Thema, denn viel öfter als ihm lieb ist, muss Zeh Fällungen anordnen. Bei Eschen ist es das Eschentriebsterben, das Bäume unrettbar schädigt, bei Fichten der Borkenkäfer. Zuletzt mussten Bäume an der Klosterwiese, am Sommerkellerweg und in einem Wäldchen an der Weidenstraße fallen. Für heuer sind die Maßnahmen aber abgeschlossen.

Als Zeh 2015, damals noch als Landschaftsgärtnergeselle, bei der Stadt anfing, war er häufig selber draußen bei Hecken-, Baum- und Strauchschnitt. Inzwischen hat er die Meister- und Technikerschule in Veitshöchheim absolviert und verbringt als Stadtgärtner fast mehr Zeit am Schreibtisch, als ihm lieb ist. „Die Arbeit ist recht bürolastig geworden“, sagt der Stadtgärtner. „Aber man gewöhnt sich daran.“

Und wenn er durch die Stadt fährt, kann er sich am Erfolg seiner Maßnahmen freuen. Zum Beispiel an der ehemaligen Rasenfläche in der Martin-Luther-Straße, wo jetzt auf 300 Quadratmetern eine Blühfläche entsteht. „Gegenüber vom Viscardi-Gymnasium wird hoffentlich auch einiges blühen“, sagt Zeh. Auch hier wurde eine Grünfläche umgestaltet. Palisaden und Schilder weisen darauf hin, dass sie bitte nicht mehr als grüner Pausenhof von Schülern oder als Spielwiese für Hunde genutzt wird. „Wir hoffen auf die Akzeptanz der Bürger, wenn dort erstmal einiges geblüht hat“, sagt der Landschaftsgärtnermeister.

Nicht immer sind für erfolgreiches Gärtnern große Maßnahmen nötig. „Durch reduzierte Mähgänge und achtsame Augen kann man mit kleinen Dingen vieles bewirken“, weiß Zeh. So lässt er an vielen Ecken der Stadt wild aufgegangene blühende Unkräuter stehen. Dadurch entwickeln sich neue, natürliche Blumenwiesen. „Wunderbar hat das beispielsweise am Kugelfang oder in der Fürstenfelder Straße vor dem Bauernmarkt funktioniert. Die Flächen werden von Jahr zu Jahr schöner und bunter.“

Zeh, gebürtig aus Holzhausen, ist schon praktisch sein ganzes Leben mit der Amperstadt verbunden. Von der Grundschule bis zur FOS hat er hier seine gesamte Schulzeit durchlaufen, den Zivildienst absolvierte er in der Brucker Caritas-Werkstatt. Heute lebt er in Emmering, ist aber nach wie vor in der Holzhausener Feuerwehr aktiv und spielt Flügelhorn bei der Blaskapelle Schöngeising. Und wenn er auch beruflich nicht mehr so viel draußen ist wie früher, so gärtnert er privat immer mehr. Manche Staudenmischung hat Zeh schon zu Hause ausprobiert, bevor er Beete in Bruck damit bepflanzen ließ.

Privat sind seine Lieblingspflanzen übrigens eher grün als bunt. Der 30-Jährige mag Eiben („sie sind sehr anpassungsfähig, haben ein großes Ausschlagsvermögen, im Alter eine schöne Rinde und ein schönes Holz“) und Funkien, auch Herzblattlilien genannt. An ihnen schätzt er die Vielfalt. „Sie können 1,50 Meter groß werden, aber es gibt sie auch für den Blumentopf. Und jede ist anders grün.“

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