Der neue Pfarrvikar: Mario Dieter Haberl.
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Der neue Pfarrvikar: Mario Dieter Haberl.

Fürstenfeldbruck

Er ist Priester und Feuerwehrmann

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Helfen gehört zu seinem Berufsbild als Geistlicher. Doch der neue Brucker Pfarrvikar Mario Dieter Haberl will seinen Mitmenschen nicht nur seelischen Beistand leisten. In seiner Freizeit hat der 31-Jährige vor, sich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren.

Fürstenfeldbruck – „Die Ausbildung habe ich in Teisendorf gemacht“, erzählt Haberl beim corona-konformen Tagblatt-Gespräch auf dem Vorplatz der Kirche St. Bernhard. Einsatzerfahrung hat der damals frisch geweihte Priester in der knapp 10 000 Einwohner großen Marktgemeinde im Berchtesgadener Land ebenfalls schon gesammelt – technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle, Brände. Hauptsächlich aber hat er dort seine Zeit als Kaplan absolviert. Seit dem 1. September ist Haberl nun in Bruck - seine letzte Station, bevor er später einen eigenen Pfarrverband übernehmen wird.

Die ersten Monate auf dem neuen Posten beschreibt er schlicht als „gut“. Es gab sofort viel zu tun. Im September vertrat er Pfarrer Otto Gäng, im Oktober wurden die verschobenen Erstkommunionen und Firmungen aus dem Frühjahr und Sommer nachgeholt.

Die priesterlichen Dienste – das, was Haberl als das „Kerngeschäft“ beschreibt – finden trotz der aktuellen Einschränkungen statt. Ausschuss- und Pfarrgemeinderatssitzungen laufen virtuell ab. Was ihm fehlt, ist der direkte Austausch mit den Menschen, das Gespräch nach dem Gottesdienst. „Mit Maske ratschen ist blöd.“

Vorgestellt hat sich der 31-Jährige seiner neuen Gemeinde unter anderem auf der Webseite des Pfarrverbands – in einem kleinen persönlichen Beitrag, überschrieben mit der Anrede „Wohllöbliche Leserschaft dieser Zeilen“. Er mag das „Althergebrachte, Vornehme“, das aus dieser Wortwahl spricht und das in der katholischen Studentenverbindung, der er angehört, noch gepflegt wird.

Mario Dieter Haberl – auf beide Vornamen legt er er Wert – stammt aus der Münchner Maxvorstadt. Dort wuchs er als ältester von drei Söhnen eines katholischen Vaters und einer evangelischen Mutter auf. Die kirchliche Prägung habe er schon als Kind in seiner Heimatgemeinde erfahren, erzählt der passionierte Rad- und Motorradfahrer. Er besuchte einen katholischen Kindergarten, erlebte Kinderbibeltage und Kindergottesdienste, wurde Ministrant und später Mitglied im Pfarrgemeinderat.

Er leitete eine Ministrantengruppe, wobei es nicht nur um das Einüben des liturgischen Dienstes ging, sondern auch um gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Bastelnachmittage, Ausflüge und Zeltlager. Schon damals merkte er, dass die Arbeit mit Menschen ihm Spaß macht. „Da habe ich mir gedacht, das ist bestimmt auch ein schöner Beruf.“

Sein Theologiestudium absolvierte der Musikliebhaber (Lieblingsrichtung: „querbeet“) in München und Rom. Dass die beiden Semester, die er im Herzen der katholischen Welt verbrachte, in die Jahre 2012/13 fielen, betrachtet er als großes Geschenk. Es war die Zeit des Rücktritts von Papst Benedikt und der Wahl von Papst Franziskus. Den weißen Rauch live zu sehen und bei päpstlichen Messen auf dem Petersplatz dabei zu sein – „das war schon bewegend, ein Privileg“.

Nach seiner Kaplanszeit auf dem Land freut sich Haberl, nun wieder in einer städtischen Umgebung zu sein. Was ihn bei seiner Arbeit unter anderem umtreibt, ist die Hoffnung auf eine Rückkehr zum Wesentlichen. Aktuell wird in seinen Augen zu viel über kirchliche Strukturpolitik diskutiert – und zu viel über Dinge wie Hygienekonzepte. „Wir reden darüber, wie man sich richtig die Hände wäscht. Aber die Frage nach Gott wird zu wenig gestellt.“

Wo er seine erste Pfarrstelle bekommen wird, steht noch in den Sternen. Aussuchen könne man sich seinen Einsatzort trotz des Mangels an priesterlichem Nachwuchs nicht, betont Haberl. „Ich lasse das auf mich zukommen.“

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