Franz Bauer trug zum Bau des Pucher Gemeinschaftshauses bei.
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Franz Bauer trug zum Bau des Pucher Gemeinschaftshauses bei.

Nachruf

Er war der letzte Vize-Bürgermeister von Puch

Er war der letzte Vize-Bürgermeister im eigenständigen Puch und ein Mitbegründer des Gemeinschaftshauses. Als Ortssprecher und in den Vereinen gestaltete Franz Bauer das Leben im Brucker Stadtteil mit.

Puch – Mit seinem Wissen und Engagement wird er den Puchern in Erinnerung bleiben. Denn vor wenigen Wochen verstarb er im Alter von 72 Jahren.

Der Verwaltungsfachwirt fand seinen beruflichen Platz im Brucker Landratsamt. In der Behörde galt sein Engagement dem sozialen Fachbereich. Denn Franz Bauer, der ein Leben lang selbst mit der Gesundheit kämpfte, hatte ein Herz für beeinträchtigte Menschen, berichtet Weggefährte Stephan Thiery. Und auch nachdem er schon mit 43 Jahren aus dem Amt geschieden war, setzte er sich mit ratgebenden Publikationen für diesen Personenkreis ein. Bauer fungierte außerdem von 1972 bis 1990 als persönlicher Referent des damaligen Landrats Gottfried Grimm.

In Puch kümmerte sich Franz Bauer um die öffentlichen Belange seines Dorfes. Bei den Kommunalwahlen 1972 wurde er mit gerade 24 Jahren in den Gemeinderat gewählt und war in der Folge Stellvertreter des Bürgermeisters Bernhard Braumiller. Als solcher gestaltete er den 1978 erfolgten Übergang des Ortes in die Stadt Fürstenfeldbruck mit. Danach war er mehrere Jahre Ortssprecher von Puch.

Vor allem war Franz Bauer die Triebfeder dafür, dass die Gemeinde Puch nach dem Verkauf ihres ehemaligen Schulhauses und nach zähen Grundstücksverhandlungen mit der Staatsgüterverwaltung und der Politik noch das Pucher Gemeinschaftshaus auf den Weg bringen konnte. Die Einrichtung, ohne die der Ort heute gar nicht denkbar wäre, wurde 1977/78 unter außerordentlicher Eigenleistung der Pucher gebaut. Das Gemeinschaftshaus wurde vor allem für die Vereine gebraucht, die Bauer stark unterstützte, so Thiery.

So bekam die aufblühende Schützengesellschaft gute Schießbedingungen und eine ebenso feste Basis wie der Sportverein Puch. Den hatte Bauer 1975 gegründet und für ihn Spielflächen besorgt, 1975 bis 1979 war er außerdem Vorsitzender des schnell wachsenden und von vornherein nicht nur Fußball spielenden SV Puch. Den schlafenden Obst- und Gartenbauverein Puch weckte Bauer 1984 als Verein für Gartenbau und Landespflege wieder auf – wohl animiert von Gottfried Grimm, der damals Kreisvorsitzender der Gartenbauvereine gewesen war.

Franz Bauer verhalf außerdem der Landjugendgemeinschaft Puch 1990 zu einem guten Start. Bei ihr war er ebenso Ehrenmitglied wie beim Edigna-Verein. Diesem Verein, der im Gemeinschaftshaus ebenfalls Räumlichkeiten bekam und das Edigna-Spiel unter verbesserten Bedingungen auf die Bühne bringen konnte, gehörte seine Liebe so wie der Orts-Seligen selbst. Er trug Literatur und Informationen zu Edigna zusammen und half als Vize-Vereinsvorsitzender tatkräftig mit, dass die Spiele mit ihrer großen Resonanz jeweils stattfinden konnten.

Als wandelnder Wissensspeicher und unermüdlicher Dokumentar hinterlässt Franz Bauer für Puch deutliche Spuren. In letzter Zeit lebte sehr zurückgezogen.

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