Der Stamm der alten Linde wurde in zwei Teile zerschnitten. Nach nur zwei Stunden war der Baum nahe der Schongauer Stadtmauer verschwunden.
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In der Stadt hat man Sorge, dass es zu einem Kahlschlag kommen könnte.

Fürstenfeldbruck

Erneutes Nein zur Baumschutzverordnung

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Einer Baumschutzverordnung für die Stadt ist erneut eine Absage erteilt worden. Sowohl der Planungs- und Bauausschuss als auch der Ausschuss für Umwelt und Verkehr stimmten gegen die Einführung einer solchen Verordnung.

Fürstenfeldbruck –Es war bereits der dritte Anlauf von Seiten der Grünen gewesen, eine Baumschutzverordnung für die Kreisstadt durchzusetzen. Es wird nicht der letzte bleiben, wie Jan Halbauer (Grüne) in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse ankündigte: „Wir werden es wieder versuchen. Da sind wir hartnäckig.“

Bis dieser Versuch kommt, wird es aber noch eine Weile dauern. Bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat und dessen Ausschüssen ist die Zahl der Gegner einer Baumschutzverordnung noch zu groß. Die wollen sich aber nicht als Baumfeind verstanden wissen. „Wir müssen schützenswerte Bäume erhalten und unsere Stadt ein Stück weit für den Klimawandel umbauen“, sagte Andreas Lohde (CSU). Und auch Christian Götz (BBV) äußerte sich positiv zu den Inhalten der Verordnung: „Da stehen viele gute und richtige Dinge drin.“

Könnte der Schuss nach hinten losgehen?

Die Gefahr, die beide sahen, war, wie die Bürger auf die Einführung einer Baumschutzverordnung reagieren würden. Ihre Befürchtung: Noch bevor die Verordnung in Kraft tritt, beginnt das große Sägen. Bäume, die demnächst unter Schutz stünden, würden noch schnell von den Besitzern gefällt werden. „Die Gefahr, dass dieser Schuss komplett nach hinten losgeht, ist uns zu groß“, sagte Götz. Von einer Gängelung des Bürgers sprach Franz Höfelsauer (CSU), und Parteikollege Markus Britzlmair, selbst Waldbesitzer, fühlte sich gar enteignet. Auch Markus Droth (FW) sprach sich gegen die Verordnung aus: „Wir haben kein flächendeckendes Problem.“

Scharfer Gegenwind kam von den Befürwortern des Antrags. Sowohl Mirko Pötzsch (SPD) als auch Halbauer hielten die Befürchtungen des plötzlichen Kahlschlags für unbegründet. Umstimmen konnten sie ihre Gremiumskollegen aber nicht. Johanna Mellentin (Grüne) sah wegen des Klimawandels dringenden Handlungsbedarf: „Die Hütte brennt. Wenn wir jetzt wieder nicht handeln, kann meine Generation einpacken“, sagte die 29-Jährige. Gerade nach dem Beschluss des Vortags, dass die Stadt bis 2035 klimaneutral werden soll, sei die Haltung der Ausschussmitglieder enttäuschend.

Am Ende gab es zumindest so etwas wie eine kleine Baumschutzverordnung. Alexa Zierl (ÖDP) hatte vorgeschlagen, dass die Stadt die Inhalte der Verordnung als Grundsatz für die eigenen Flächen und Bebauungspläne verwenden solle. Sowohl der Planungs- und Bauausschuss (11:4) als auch der Umwelt- und Verkehrsausschuss (9:6) stimmten diesem Vorschlag zu.

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