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Die Ausschreibung läuft an: Erste Elektro-Busse für den Linienbetrieb

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Von: Thomas Steinhardt

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In der Region München, etwa am Flughafen, sind bereits Elektrobusse unterwegs. Symbo
In der Region München, etwa am Flughafen, sind bereits Elektrobusse unterwegs. Symbo © Stephan Goerlich / FMG

Ende 2024 sollen in der Region die ersten Elektrobusse im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sein. Sie werden auf den Linien zwischen Puchheim, Gröbenzell und Lochhausen (München) sowie zwischen Bruck, Emmering und Olching eingesetzt.

Fürstenfeldbruck – Schon seit Längerem prüft die Stabstelle für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landratsamt den Einsatz alternativer Antriebe für Linienbusse. In der Vergangenheit galten neue Antriebe aber als noch zu teuer. Weil der Bund Förderangebote unterbreitet und auch wegen steigender Dieselpreise relativiert sich dieses Problem aber deutlich.

„Wichtigste Linie“

Der Planungsausschuss des Kreistags brachte jetzt entsprechende Neu-Ausschreibungen für die genannten Linien auf den Weg, da die Verträge dort ohnehin auslaufen. Der Puchheimer Bürgermeister und SPD-Kreisrat Norbert Seidl freute sich trotzdem etwas scherzhaft, dass „die wichtigste Linie“ (also seine) gleich zum Zuge kommt, und ergänzte, dass die Linie 830 zwischen Puchheim, Gröbenzell und Lochhausen wirklich hochfrequentiert sei.

Tatsächlich wurden auf der Strecke laut Erhebung aus den Jahren 2018/2019 – vor Corona – jeden Werktag knapp 3000 Fahrgäste befördert. An Samstagen waren es 1600 Gäste, an Sonntagen knapp 700. Das Betriebsdefizit lag bei knapp 120 000 Euro: Die Kostendeckung war mit 84 Prozent relativ hoch.

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Fünf je zwölf Meter lange E-Niederflurbusse sollen ab Dezember 2024 auf der Linie fahren. Nach aktuellen Qualitätsstandards verfügen die Fahrzeuge über automatische Fahrgastzählung, Echtzeitinformationen, E-Ticketing, Fahrgast-Wlan mit USB-Ladebuchsen und Abbiegeassistent. Geladen werden sollen die Busse im Depot sowie an der Endhaltestelle. Der MVV rechnet mit Jahresbruttokosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro (ohne Fahrgasteinnahmen und Kosten für Ladeinfrastruktur). Dabei rechnet man mit einer 80-Prozent-Förderung durch den Bund bezogen auf den Preisunterschied zu Dieselbussen.

Die großen Linien

Für die Linien 835 in Olching und die 843 zwischen Bruck, Emmering und Olching werden unterdessen elf E-Busse nötig. Die 834 zählte in den Jahren 2018/19 werktags 2300 Fahrgäste, die Linie 835 werktags über 2200.

Das Ausschreibungsbündel wurde im Planungsausschuss einstimmig angenommen. Dabei wurde angemahnt, dass auch der Strom für die Busse irgendwoher kommen müsse und dass die Schaffung der Lade-Infrastruktur einige Anstrengungen verlangen würde – ebenso wie denkbare Netzertüchtigungen. Hubert Ficker (CSU, Referent für den ländlichen Raum), konterte dann auch noch die Freude des Bürgermeisters aus dem östlichen Landkreis über den ersten E-Bus auf der sogenannten wichtigsten Linie. Die wirklich großen Linien, meinte der Kreisrat aus Landsberied, führen ganz woanders.

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