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Auf illegalem Rad-Parcours in Wald: Mann stirbt nach Unfall - Jäger erhebt schwere Vorwürfe

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Von: Tobias Gehre

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Parours Mountainbike Wald Fürstenfeldbruck
Künstliche Rampen sollen den Nervenkitzel erhöhen. © Peter Weber

Mit dem Radl über Waldpfade heizen: Gerade jetzt, wo man wegen Corona wohnortnah sporteln soll, sind die Trails gut besucht - auch ein illegaler. Jetzt gab es einen tödlichen Unfall.

Fürstenfeldbruck – Nach einem schweren Sturz im Wald bei Fürstenfeldbruck ist Anfang April ein 69 Jahre alter Mountainbiker gestorben. Er war in einem Gebiet mit unerlaubt angelegten Sprungschanzen und Hindernissen unterwegs. Der zuständige Jagdpächter weist seit längerer Zeit auf die Gefahren hin. Abgebaut wurde der so genannte Bike-Park trotzdem nicht.

Fürstenfeldbruck: Mountainbiker bauen Weg selbst aus

Bis zu 40 Radsportler tummeln sich an schönen Tagen an dem Hang im Wald oberhalb von Fürstenfeldbruck, sagt Jäger Hartwig Görtler. Einige von ihnen haben offenbar selbst Hand angelegt, um das stark abschüssige Gelände noch attraktiver für Mountainbiker zu machen. Sie haben Sprungschanzen angelegt, Brücken gebaut, Landehügel aufgeschüttet.

Parours Mountainbike Wald Fürstenfeldbruck
Sogar Holzgerüste wurden heimlich gebaut. © Peter Weber

Der Bike-Park hat es sogar ins Internet geschafft. In mehreren Mountainbike-Foren berichten Sportler von ihren Erfahrungen in dem Gelände, teilen Fotos. Es gibt auch eine Karte, wo das Gebiet zu finden ist. Jagdpächter Görtler beobachtet das Treiben seit Längerem. Und genau so lange befürchtete er, dass dort einmal etwas passieren würde. Deshalb hat er das Landratsamt schon im September 2019 in einem Schreiben auf die illegalen Bauten hingewiesen. Aus Sicht des 47-Jährigen ist die Kreisbehörde zuständig. Schließlich handle es sich bei dem Areal um ein Landschaftsschutzgebiet.

Illegaler Parcours im Wald in Fürstenfeldbruck: Auch die Natur ist in Gefahr

In dem Schreiben schildert der Jäger die Probleme, die das auf einen Hektar angewachsene Spaßgebiet mit sich bringt. „Der Parcours wird ganzjährig genutzt, besonders ambitionierte Sportler befahren ihn sogar nachts.“ Der Bereich sei aber ein wichtiger Rückzugsbereich für Wald-Tiere, insbesondere für Rehe und Wildschweine.

Für die Sportler hat Görtler sogar Verständnis. Der Jäger ist früher selbst bei Mountainbike-Wettkämpfen angetreten. „Das macht einfach Spaß, das weiß ich“, sagt er. Deswegen suche er stets das Gespräch mit den Radlern. Er bittet aber auch um Verständnis für die Anliegen der Natur und der Jagd.

Fürstenfeldbruck - Jäger klagt: Illegaler MTB-Parcours zerstört die Natur

Auf die Pirsch gehen könne er dort nicht mehr, weil in dem Areal zu jeder Tageszeit Menschen unterwegs seien. Zudem würde das Wild den Bereich meiden. Und im Areal mit den Abfahrten würde auf Jahre nichts mehr wachsen. Wem genau das Gelände im Wald gehört, weiß Hartwig Görtler nicht. In seinem Revier gebe es rund 600 verschiedene Eigentümer. Deshalb hat er sich mit dem Hinweis auf das Landschaftsschutzgebiet an das Landratsamt gewandt.

Parours Mountainbike Wald Fürstenfeldbruck
Jäger Hartwig Görtler warnte bisher vergeblich: Der Parcours sei gefährlich und schade der geschützten Natur. © Peter Weber

Die Behörde bestätigt dies. Doch sie sieht den Grundbesitzer in der Pflicht. „Es wurde mit dem Eigentümer des Waldgrundstückes vereinbart, dass die Hindernisse aus Gründen des Naturschutzes zu entfernen sind.“ teilt das Amt mit.

Illegaler Bike-Parcours im Wald: Noch ein schwerer Unfall 

Für den verunglückten Radfahrer kommt das zu spät. Und beinahe wäre dem Bike-Park noch ein anderer Mountainbiker zum Opfer gefallen. Denn am Ostersamstag kam es in genau dem gleichen Waldstück erneut zu einem schweren Unfall. Ein 60-Jähriger war dort mit seinem Sohn unterwegs. Er fuhr ebenfalls bergab, sprang über eine Rampe und blieb mit seinem Vorderrad an einer Wurzel hängen.

Der Sohn musste den Sturz des Vaters mit ansehen. Er verständigte sofort den Notarzt. Der 60-Jährige wurde dann schwer verletzt mit dem Helikopter in eine Münchner Klinik geflogen und konnte gerettet werden. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.

Auch andernorts nehmen die Radunfälle seit den Ausgangsbeschränkungen deutlich zu. So gab es im Mühltal (Landkreis Starnberg) wieder einen schweren Sturz. Und Mountainbiker verstoßen bei manchen Touren gegen das Naturschutzgesetz.

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Die Lage am Taubenberg eskaliert weiter: Ein Mountainbiker aus dem Kreis Erding berichtet, wie er von einem Landwirt verfolgt wird. Als er vor einem Biergarten um Hilfe ruft, wird es richtig übel.

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