Keine Maske, kein Abstand: Partys, wie hier der Weiberfasching, sind durch Corona nicht möglich. Daher verzichten die Faschingsfreunde auf alle Veranstaltungen und Auftritte.
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Keine Maske, kein Abstand: Partys, wie hier der Weiberfasching, sind durch Corona nicht möglich. Daher verzichten die Faschingsfreunde auf alle Veranstaltungen und Auftritte.

Fürstenfeldbruck

Faschingsfreunde sagen närrische Saison ab

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Lange hatten sie gehofft, dass der Fasching in reduzierter Form stattfinden kann. Doch die Angst, ein Spreader zu werden, ist zu groß. Die Faschingsfreunde sagen die närrische Saison komplett ab. Die Heimatgilde dagegen plant noch eine Veranstaltung im Freien.

Fürstenfeldbruck – „Wir können es nicht verantworten, dass wir bei unseren Veranstaltungen zum Spreader werden“, sagt Karlheinz Graff, Vorsitzender der Faschingsfreunde. Und auch die Gardetänzer und Mitglieder wolle man vor dem Infektionsrisiko schützen. Für ihn geht das nur, wenn man auf alle Auftritte und Feiern verzichtet. Daher hat sich der Vorstand zur Komplett-Absage durchgerungen. „Schweren Herzens“, wie Graff sagt.

Bereits im Juni hatten die Faschingsfreunde entschieden, kein Prinzenpaar zu stellen. Es wäre das offizielle hoheitliche Paar der Stadt gewesen. Doch ein Training sei einfach nicht möglich gewesen. Damals hoffte man noch, dass sich die Lage entspannt. Doch nun ist klar, dass die Infektionszahlen steigen und an unbeschwertes Feiern mit Kontakt nicht zu denken ist.

Geschwister-Scholl-Platz bleibt leer

Galaball, Treiben auf dem Geschwister-Scholl-Platz und alle Bälle fallen aus. Auch Auftritte werden die Garden nicht bestreiten. „Wir sind für die Gesundheit unserer Mitglieder verantwortlich“, sagt Graff. Die Garden würden hinter der Entscheidung stehen. „Und an jedem Tänzer hängt auch der Arbeitgeber dran.“

Bei der Heimatgilde „Die Brucker“ hat man ebenfalls die traditionelle Silvestergala bereits abgesagt. Auch Kinderbälle, Freilufttreiben und Weiberfasching wird es nicht geben. „Wir planen aber weiterhin Veranstaltungen“, sagt Gildemeister Daniel Brando. Die fünf Showtanzgruppen hätten neue Programme einstudiert, auch das Kinderprinzenpaar will auftreten – in Absprache mit den Eltern, versichert Brando.

Trotzdem ist noch etwas geplant

„Es wird ein anderer Fasching sein“, sagt der Gildemeister. „Aber wir wollen das kulturelle Leben im Fasching trotzdem aufrecht erhalten.“ Denn es gebe Vereine, die verzichten, aber auch viele, die auf die närrische Saison nicht ganz verzichten wollen. So plant der Verein derzeit die Brucker Showtanztage, die an einem Wochenende im Veranstaltungsforum auf einer Freiluftbühne steigen sollen. Mit strengen Hygienevorschriften. Die Tanzgruppen dürften trainieren, Sport sei ja auch erlaubt, sagt Brando. Aber natürlich will man die Corona-Situation im Blick behalten und notfalls auch kurzfristig absagen.

Die Proklamation geht ohne Publikum über die Bühne. Die Tänze der Garden und der Auftritt des Kinderprinzenpaares werden gefilmt, erklärt Brando. Das Video soll hinterher veröffentlicht werden.

Bei den Faschingsfreunden ist derzeit coronabedingt Pause. „Dann trainieren wir für die nächste Saison“, sagt Karlheinz Graff. Der Vorsitzende ist sich sicher: „Der Fasching wird nicht sterben, wenn man eine Saison nicht dabei ist.“ Das habe das Jahr 1991 gezeigt. Damals fiel der Fasching wegen des Golfkrieges aus. „Und ein Jahr später haben sich alle doppelt darauf gefreut.“

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