Versiegelte Fläche am Fliegerhorst.
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Versiegelte Fläche am Fliegerhorst.

Fürstenfeldbruck

Ärger um Fursty-Abwasser: Bundesanstalt will keinen Anschluss an die Stadt

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Weil die Kläranlage des Fliegerhorsts dringend sanierungsbedürftig ist, sollte das Abwasser per Druckleitung ins städtische Kanalsystem gepumpt werden. Doch jetzt will die Bundeswehr das Problem wieder alleine lösen.

Fürstenfeldbruck – Das teilte Oberbürgermeister Erich Raff dem Konversionsausschuss mit. Er war von der Entwicklung ebenso überrascht wie wohl die meisten Stadt-Politiker. „Wir sind jetzt wieder da, wo wir im März 2019 waren“, so Raff.

Damals hatte sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die Eigentümerin des Fursty-Geländes, mit der Bitte an die Stadt gewandt, bei der Entwässerung des Fliegerhorsts zu helfen. Die Kläranlage sei stark sanierungsbedürftig, der Weiterbetrieb sei gefährdet. Also wurden Pläne erstellt.

Dann die Kehrtwende

Eine Druckleitung sollte das Schmutzwasser vom Fliegerhorst bis zu einem Übergabepunkt in das städtische Abwassersystem an der Maisacher Straße transportieren. Die Leitung hätte entlang des Zauns an der Südgrenze des Areals, über die Von-Gravenreuth-Straße, und die Zenettistraße zum Kreisel an der Maisacher Straße verlaufen sollen. Die BImA erklärte sich damals bereit, die Kosten für Planung und Bau zu übernehmen.

Im März dann die Kehrtwende: Bei einem Termin unter anderem mit der BImA, der Bundeswehr und dem staatlichen Bauamt Freising wurde der Stadt mitgeteilt, dass laut eines Erlasses des Verteidigungsministeriums die Bautätig von Dritten in einer Liegenschaft der Bundeswehr untersagt ist. Daraufhin zog sich die Bundeswehr von den Plänen zurück. Sie will die Entwässerung des Fliegerhorsts nun selbst sicherstellen. „Wir waren ziemlich konsterniert“, berichtete Raff im Ausschuss.

Immerhin einigte man sich darauf, dass die bereits militärisch entwidmeten Liegenschaften in der BImA-Siedlung an der Zenettistraße und an der Lützowstraße von der Kläranlage des Fliegerhorsts abgekoppelt und an das städtische Abwasser-Netz angeschlossen werden.

Interims-Entwässerung

Um zumindest die bisherigen rein mündlichen Gesprächsergebnisse auch schriftlich festzuhalten, hat die Stadt die BImA in einem „Letter of Intent“ darum gebeten, diese in einer schriftlichen Absichtserklärung festzuhalten. Zu den darin von der Stadt angesprochenen Punkten zählt die Errichtung eines städtischen Kanals zur Entwässerung des Areals zwischen Zenettistraße, Lützowstraße und südlicher Fliegerhorst-Grenze. Bis der städtische Kanal fertiggestellt ist, soll das Areal weiter über die Kläranlage des Fliegerhorsts entwässert werden. Sollte diese bis dahin ausfallen, fordert die Stadt, dass die BImA für die interimsmäßige Entwässerung verantwortlich ist. Ebenso soll die Bundesanstalt die Kosten für Planung und Bau des neuen Kanals tragen. Explizit ausgenommen werden die immer noch militärisch gewidmeten Flächen, das Ankerzentrum sowie der Bereich der BMW Driving Experience.

Eine Rückmeldung dazu habe man aber bisher nicht erhalten, so Raff. Ein Grund dafür sei ein personeller Wechsel bei der BimA, wodurch die Stadt einen neuen Ansprechpartner bekam. „Die Kommunikation mit der BImA ist erneut ins Stocken geraten“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

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