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Bei der Ehrung: Polizei-Hauptkommissar Klaus Meissner, Franzi, Polizeioberrätin und Dienststellen-Leiterin Nina Vallentin.

Fürstenfeldbruck

Badeunfall hätte tödlich enden können: Franzi (12) rettet anderem Mädchen das Leben

Anfang Januar kam es in der Amperoase zu einem Badeunfall, der beinahe tödlich geendet hätte. Beinahe. Denn die zwölfjährige Franzi griff ein - und rettete einem anderen Mädchen das Leben.

Fürstenfeldbruck - Zwei Freundinnen schwammen und plantschten im tiefen Schwimmerbecken und tauchten sich dabei auch gegenseitig spielerisch unter, wie die Polizei berichtet.

Obwohl beide Mädchen gute Schwimmerinnen sind, kam es dann plötzlich zu einem verhängnisvollen Missverständnis. Während die eine Luft holen wollte, tauchte sie die andere nochmals unter. Dieses Mädchen schluckte eine große Menge Wasser und sank bewusstlos auf den Beckenboden. 

Es sollte der letzte Tauchgang sein

Weder Bademeister noch Badegäste, welche zum Teil unmittelbar am Beckenrand vorbeigingen erkannte die Dramatik der Situation, so die Polizei. Zwar tauchte das eine Mädchen noch nach ihrer Freundin, konnte sie aber nicht vom Beckenboden hochholen. 

Zur gleichen Zeit übten Franzi und ihre Freundin ebenfalls im Schwimmerbecken tauchen. Die Mädchen warfen sich gegenseitig einen schweren Ball ins tiefe Wasser und tauchten diesen wieder an die Oberfläche. Es sollte eigentlich der letzte Tauchgang für diesen Nachmittag sein, als Franzi hinabtauchte und dort den leblosen Körper des Mädchens erblickte. 

Als geübte Schwimmerin und Taucherin erkannte die damals noch 12-Jährige sofort, dass dies kein Tauchen und kein Spaß war, sondern bitterer Ernst und dass das Mädchen in akuter Lebensgefahr war. 

Mit letzter Kraft an den Rand gehievt

Beherzt packte Franzi den leblosen Körper und brachte ihn an die Wasseroberfläche. Mit letzter Kraft gelang es Franzi, die Verunglückte an den Beckenrand zu hieven. Der nun alarmierte Bademeister eilte hinzu und begann sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Das verunglückte Mädchen wurde schließlich mit einem Rettungshubschrauber in eine Münchner Klinik gebracht. „Glücklicher Weise konnte am Folgetag Entwarnung gegeben werden, die Verunglückte war wieder bei Bewusstsein“, so die Polizei. Sie wird wohl auch keine Folgeschäden davontragen. 

Die Polizei bedankt sich für den lebensrettenden Einsatz

Ganz maßgeblich zum glücklichen Ausgang hat zweifelsohne Schutzengel Franzi beigetragen, hätte die Zwölfjährige nicht sofort den Ernst der Situation erkannt und so beherzt zugepackt, hätte der Badeunfall wohl tödlich geendet, heißt es im Bericht der Polizei. Die Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck bedankte sich am Montag bei Schutzengel Franzi für ihren lebensrettenden Einsatz, ihre Weitsicht und ihren Mut zuzupacken. Im Namen der Stiftung „ Bürger-Polizei“ überreichte Dienststellenleiterin Nina Vallentin einen Gutschein und eine Urkunde an Franzi. Polizeisprecher Michael Fischer: „Manchmal heißen Schutzengel wohl Franzi und sind erst zwölf Jahre alt.“

Auch interessant: Der Blaulichtticker für die Region FFB.

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