+
St. Magdalena in FFB.

Fürstenfeldbruck

Frauen im Dienst der katholischen Kirche

  • schließen

Gebraucht werden sie immer mehr, gleichberechtigt sind sie noch immer nicht. Frauen erfüllen in der katholischen Kirche eine Vielzahl an Aufgaben, doch Weiheämter bleiben ihnen verschlossen. Wie geht es ihnen damit? Drei Frauen berichten.

Fürstenfeldbruck – Marianne Habersetzer hat die gleiche Ausbildung wie ein Priester. Die promovierte Theologin war als Pastoralreferentin in Puchheim und Bruck tätig und arbeitete im Erzbischöflichen Ordinariat in München, zuletzt als Leiterin einer Hauptabteilung. Seit drei Jahren ist sie im Ruhestand. „Vieles ist schon möglich, gerade in der Erzdiözese München und Freising“, sagt die Bruckerin. „Dort gibt es bereits viele Frauen in Führungspositionen.“ Aber was Frauen in Weiheämtern betrifft, gilt noch immer: Bis hierhin und nicht weiter.

In der Praxis hieß das zum Beispiel, dass Habersetzer als Pastoralreferentin Menschen auf die Sakramente vorbereiten durfte – spenden durfte sie diese aber nicht. Dass sie bei der Arbeit im Altenheim keine Krankensalbung vornehmen durfte, habe sie immer sehr traurig gemacht.

„Gerade dort geht es ja um Beziehung. Man hat die Menschen begleitet und oft ein wunderbares Miteinander aufgebaut, und dann muss man an den fremden Priester abgeben, wenn das Sakrament gespendet wird. Das war auch für die Betroffenen oft schwierig.“ Sie hat ihren Beruf trotzdem geliebt und ist ihm gerne treu geblieben. „Es ging mir immer um die Sache – also um die Botschaft Christi und ihre Verkündigung.“

Dagmar Petermann ist als Ehrenamtliche in kirchliche Tätigkeiten hineingewachsen. Die ehemalige kaufmännische Angestellte war Kommunion- und Firmhelferin, Kirchenchorsprecherin, Pfarrgemeinderätin und Mitglied der Kirchenverwaltung. „Ich habe so ziemlich alles durchgemacht.“

Seit fünf Jahren leitet die Olchingerin die „Ancillae Sanctae Ecclesiae“ (Dienerinnen der Heiligen Kirche), ein Säkularinstitut – grob gesagt ein weltliches Pendant zu einer Ordensgemeinschaft. Die Mitglieder stehen im Leben, viele haben Familie. Aber sie legen auch ein Gelübde ab und übernehmen ein ehrenamtliches Diakonat. Natürlich wünsche sie sich, dass Frauen hauptamtlich als Diakonin und Priesterin in ihrer Kirche arbeiten können, sagt die 74-Jährige. Was man dabei aber nicht übersehen dürfe: Wer ein Weiheamt innehat, verpflichtet sich zu Gehorsam und Unterordnung gegenüber dem Bischof.

In der Klinikseelsorge tätig

„Man muss die offizielle Linie der Kirche mittragen“, sagt Petermann. „Ich glaube, das würde Frauen schwerer fallen als Männern. Wenn man aber von etwas nicht überzeugt ist, kann man es auch nicht überzeugend an die Gläubigen weitergeben.“

Ähnlich sieht es Ursula Sonnleitner. „Ich würde keine Klerikerin sein wollen, denn dann würde ich mich in ein System hineingeben, das ich in Frage stelle.“ Die Diplom-Geologin und Mutter von drei Kindern absolvierte während der Familienpause eine siebenjährige Ausbildung zur Gemeindereferentin. „Ich habe das als sehr bereichernd empfunden“, sagt die 59-Jährige. „Eine Tätigkeit im Rahmen der Kirche gibt mir mehr Sinn als meine vorige berufliche Situation.“

Elf Jahre lang war sie Gemeindereferentin in Gröbenzell, inzwischen ist sie in der Klinikseelsorge tätig. Die Debatte um Frauen im Priesteramt greift zu kurz, findet Sonnleitner. Was sie stört, ist die Tatsache, „dass die katholische Kirche sich immer noch so an Klerikern festmacht, als würde jemand durch die Priesterweihe mit magischen Vollmachten ausgestattet“. Sie kennt viele Pfarrer, „die das so gar nicht wollen“.

Da die Zahl der Hauptamtlichen abnimmt, werde in der Praxis schon viel gemacht, was offiziell als Ausnahme gilt. „Das ist doch unglaubwürdig“, sagt Sonnleitner. Sie wünscht sich eine theologisch fundierte, offene Diskussion auf Augenhöhe und ein erneuertes Weiheverständnis. „Wir brauchen anerkannte Lösungen, die Laien – Frauen ebenso wie nichtgeweihte Männer – mit einbeziehen. Das könnte eine große Chance für die Kirche sein.“

Das fordert auch Petermann. „Die Kirche muss mehr Laien verantwortlich mitarbeiten lassen. Und zwar ohne Angst, dass sie Glaubensdinge durcheinanderbringen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mahnwache für den Klimaschutz in Olching
Die Aktivisten von „Olching for Future“ werden am Samstag eine Mahnwache unter dem Motto „Klimaschutz und nachhaltige Mobilität“ auf dem Nöscherplatz vor dem Maibaum …
Mahnwache für den Klimaschutz in Olching
Coronavirus in FFB: Zahl der Infizierten geht weiter zurück 
Das Coronavirus hat entscheidende Konsequenzen für die Menschen im Landkreis Fürstenfeldbruck. In unserem News-Ticker, Teil 3, finden Sie aktuelle Nachrichten.
Coronavirus in FFB: Zahl der Infizierten geht weiter zurück 
Polizei sucht Zeugen nach Drogenfahrt auf der B2
In Schlangenlinien ist eine 54-Jährige am Dienstagmorgen gegen 8.30 Uhr auf der B 2 von Fürstenfeldbruck nach Germering gefahren. Dabei müssen mehrere Autofahrer …
Polizei sucht Zeugen nach Drogenfahrt auf der B2
Auto übersehen: Crash auf der B471
Beim Auffahren auf die B 471 bei Gernlinden hat eine 51-Jährige am Freitagnachmittag den Nissan eines 32-Jährigen übersehen. 
Auto übersehen: Crash auf der B471

Kommentare