Bankenfusion

Grüne fordern eigene Sparkassen-Expertise

Mit Sparzwang begründete Sparkassen-Chef Klaus Knörr im Stadtrat die geplante Fusion der Bankenhäuser in Bruck, Dachau und Landsberg. Konkrete Zahlen und Daten gibt es allerdings frühestens im Herbst. Teile des Stadtrats wollen ein eigenes Gutachten in Auftrag geben.

Fürstenfeldbruck – Die Sparkasse Fürstenfeldbruck selbst hat mittlerweile ein externes, sogenanntes „Mehrwertgutachten“ in Auftrag gegeben, das eine Fusion zwischen den Sparkassen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg am Lech überprüfen soll. Seit vergangenem Jahr sprechen die drei Institute konkret über einen solchen Zusammenschluss. Nun war Klaus Knörr das erste Mal im Stadtrat, um die Kommunalpolitiker grundsätzlich zu informieren.

Bei der Fusion geht es nach Ansicht der Sparkasse Fürstenfeldbruck darum, zukunftsfähig zu bleiben. Weil die Sparkassen nicht mehr die Gewinnmargen wie früher einfahren, ist deswegen strukturelles Sparen angesagt. „Es geht darum, die Kosten über Synergieeffekte nach unten zu drücken“, erklärte Knörr. Die regulatorischen Anforderungen an die Banken steigen zum Beispiel, gleichzeitig wird das Geschäft der Brucker aber nicht mehr.

Klaus Knörr will Kosten durch Synergien drücken.

In einer größeren Sparkasse lasse sich so etwas natürlich besser auffangen. Mitarbeiter-Entlassungen soll es aber im Fall einer Fusion nicht geben, versprach Knörr. Man wolle alles über die natürliche Fluktuation regeln. Knörr skizzierte für die Stadträte auch einen groben Zeitplan. Das Mehrwertgutachten soll bis Ende September fertig werden, ein „extrem ehrgeiziges“ Ziel, so Knörr.

Dann könne es voraussichtlich im Oktober Zwischen-Infos für Stadtrat und Kreistag geben. Und die endgültige Entscheidung in den beiden Gremien könnte Anfang 2018 fallen. Eine Fusion zum Stichtag 1. Januar 2018 sei rückwirkend bis August 2018 möglich.

Jan Halbauer hält die Ausschüttung von Gewinnen für möglich.

Nach einer etwaigen Fusion werde es noch eineinhalb Jahre dauern, bis bei der neuen Amper-Lech-Sparkasse alles unter einem Dach ist. Kritisch zeigten sich nach Knörrs Vortrag zum Beispiel die Stadträte Alexa Zierl (Ausschussgemeinschaft) und Herwig Bahner (CSU) bezüglich fehlender Details. „Ich bin so schlau als wie vor einer Stunde“, sagte Bahner. Zierl und ihr ehemaliger Kollege von den Grünen, Jan Halbauer, hatten noch zu Beginn der Sitzung beantragt, einen möglichen Beschluss zu dem Thema zu fassen – die Mehrheit des Stadtrates lehnte das aber ab und wollte nur informiert werden. Hintergrund dieses Vorstoßes: die Beauftragung eines eigenen Gutachters durch den Brucker Stadtrat. „Als Ehrenamtler kann man nicht alles überblicken, wenn man nicht aus dem Metier kommt“, so Halbauer. Man werde aber weiterhin auf ein eigenes Brucker Gutachten dringen, machte Zierl klar.

Außerdem brachte Halbauer das Thema Gewinnausschüttungen der Sparkasse an die Träger vor. Die Grünen im Landkreis sind der Meinung, diese seien durchaus möglich. Klaus Knörr war hier anderer Meinung: Steigende Kapitalanforderungen auch in den nächsten Jahren sprächen gegen eine Verteilung von Gewinnen an Stadt und Landkreis.

Knörr scheint mittlerweile auch gereizt von den Grünen. Spitz merkte er an, dass die Arbeit der Verantwortungsträger in Vorstand und Verwaltungsbeirat immerzu von Außenstehenden kommentiert werde: „Es ist nicht deren Aufgabe, Entscheidungen zu treffen.“ Das sieht auch BWL-Professor und Stadtrat Klaus Wollenberg (FDP) so. Was berechtige eigentlich die Politik zu übermäßiger Einflussnahme, fragte Wollenberg implizit und verwies darauf: „Landkreis und Stadt haben nicht einen Euro Kapital eingebracht, das ist alles aus Sparkassen-Überschüssen.“

Von Fabian Dilger

Rubriklistenbild: © dpa

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