Die Innere Maisacher Straße (hinten, r.) soll nach den Willen der Grünen zur Einbahnstraße werden.  Foto: Peter weber
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Die Innere Maisacher Straße (hinten, r.) soll nach den Willen der Grünen zur Einbahnstraße werden.

Antrag

So wollen die Grünen den Verkehr in Bruck beruhigen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Von einer verkehrsberuhigten Innenstadt träumen die Brucker seit langem. Die Grünen wollen das Thema wieder forcieren. In einem Antrag an den Stadtrat fordert die Fraktion, dass die Stadtverwaltung mit einem Gesamtkonzept beauftragt wird. Und bringt gleich Vorschläge ein.

Fürstenfeldbruck – Die Verwaltung soll Maßnahmen zur Verkehrslenkung und Verkehrsberuhigung der Innenstadt liefern. Als Basis sollen Daten aus der Voruntersuchung zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) dienen. Über ein zukunftsfähiges Verkehrsmodell soll dann der Stadtrat abstimmen. So formuliert Thomas Brückner, zugleich Sprecher des Verkehrsforums, es in seinem Antrag. Der Stadtrat beschäftige sich seit fast 20 Jahren mit Diskussionen und Untersuchungen zum Thema Verkehr in der Innenstadt. Nun würden aktuelle Daten aus Verkehrszählungen vorliegen – eine große Chance, zeitnah etwas umzusetzen.

Die Ergebnisse des VEP müssen laut Brückner in ein zukunftsfähiges Verkehrsmodell münden. Berücksichtigt werden soll der Bereich von der Puchermühlstraße bis zur inneren Dachauer Straße sowie von der Amperbrücke bis zum Knotenpunkt Marthabräu-/Augsburger Straße. Das Ziel: Der motorisierte Verkehr soll abnehmen und flüssiger laufen. Fußgänger und Radfahrer sollen mehr Sicherheit erhalten und der ÖPNV attraktiver und schneller werden. Zudem wünscht man sich mehr Aufenthaltsqualität und Attraktivität in den Einkaufsstraßen. Die Grünen haben folgende Schwerpunkte herausgearbeitet:

Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich

In Teilen der Schöngeisinger- und Pucher Straße ist im VEP eine Verkehrsberuhigung vorgesehen. Mit Tempo 20 würde ein so genannter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich entstehen. Durch einen Shared Space – sprich alle Verkehrsteilnehmer teilen sich die Fläche – wird das Areal für Autofahrer unattraktiv. „Tempo 20 wirkt sich auch positiv auf die Sicherheit des Radverkehrs aus, da die Geschwindigkeitsunterschiede zum Autoverkehr sich nahezu aufheben“, schreibt Brückner. Das Unfallrisiko sinke. Aufpassen müsse man lediglich, dass bei der Einbeziehung der inneren Dachauer Straße der motorisierte Verkehr nicht in die Wohngebiete verdrängt wird.

Viehmarktplatz als neue Mitte

Der Viehmarktplatz soll zur neuen Mitte der Altstadt werden, wenn es nach den Grünen geht. Mit einem schön gestalteten Platz, Spielplatz und Flächen zum Einkaufen, für Märkte und Feste. Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden, die nur über die Pucher Straße erschlossen wird – wenn kein Verbund über die Garage des AEZ möglich ist. „Die Achse Brezn-Gasserl – Viehmarktplatz – Ludwigstraße soll dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten sein“, fordert Brückner.

Einbahnstraßen zur Beruhigung

Die innere Maisacher Straße, die Schöngeisinger- und Pucher Straße sollen zu Einbahnstraßen werden. Während die Maisacher Straße stadtauswärts befahrbar bleibt, sollen die Autos ins Zentrum über die Kapellen- straße rollen. Dafür bräuchte es an der Augsburger-/Marthabräustraße separate Linksabbiegespuren. Ein weiterer Vorteil für Brückner: Die Kreuzung Augsburger-/Maisacher Straße kann umgestaltet werden.

Die Schöngeisinger Straße könnte ab der Ledererstraße nur noch stadteinwärts befahrbar sein. In die andere Richtung müssten die Autofahrer bis zur Aumiller oder Jakob-Groß-Straße die Pucher Straße nutzen. Dadurch würden die Verkehrsströme gleichmäßig verteilt, die Schöngeisinger Straße würde entlastet.

Das Ziel ist ein großes Konzept

Die Umplanungen an der Augsburger Straße wollen die Grünen nicht alleine betrachten. Hier müsse man die gesamte Bundesstraße B 2 vom Knotenpunkt an der Marthabräustraße bis hin zur Schöngeisinger Straße im Blick behalten. Zudem hat das Verkehrsforum eine Reihe von Kreisverkehren vorgeschlagen, die den Verkehr mehr fließen lassen sollen als dies bei Ampeln der Fall ist. All dies soll in einem integrierten Verkehrsmodell für die gesamte Innenstadt geprüft werden.

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