Heiner Pflaum Inhaber der Stadtapotheke
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Heiner Pflaum Inhaber der Stadtapotheke

INTERVIEW

Hamsterkäufe wegen Pflicht für FFP2-Masken?

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Seit Dienstagmittag ist klar: Wer ab nächste Woche einkauft oder in öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, muss eine FFP2-Maske tragen.

Fürstenfeldbruck – Kaum war die Nachricht von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder verkündet, wurde in den Apotheken schon fleißig bestellt und eingekauft. Eine begründete Angst vor Engpässen? Nein, sagt Heiner Pflaum (57), Inhaber der Stadtapotheke am Marktplatz.

Wie überraschend kam für Sie die Entscheidung für die FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und in öffentlichen Verkehrsmitteln?

Die Nachricht überrascht mich. Es gab keine Vorankündigung und keinen Hinweis auf so eine Entscheidung. Die Maskenpflicht war für mich daher nicht greifbar. Es ist schlecht kommuniziert. Aber Fakt ist auch: Wenn man die FFP2-Maske bestimmungsgemäß verwendet, bietet sie mehr Sicherheit als eine normale Schutzmaske.

Gibt es schon Hamsterkäufe und werden die Masken limitiert?

Wir hatten schon erste Anfragen von Leuten, die über die Online-Kanäle informiert wurden. Sie wollten sich sofort ausreichend Masken sichern, um nächste Woche noch mit S-Bahn und Bus fahren zu können. Und es wollten auch schon Menschen hunderte Masken reservieren für die ganze Familie. Aber das geht nicht. Sie durften 20 mitnehmen.

Gibt es denn genug Masken für alle Bürger?

Ja, gefühlt gibt es genügend FFP2-Masken. Es gibt daher keinen Grund, sie zu horten. Wir können auch immer wieder welche nachbestellen. Dann dauert es einen Tag, bis die Masken geliefert sind. Auch wer am Montag kommt, bekommt noch Masken. Außerdem hoffe ich, dass die Regelung anfangs nicht so scharf ausgelegt wird und für die ersten zwei bis drei Tage ein leichter Goodwill von seiten der Politik herrscht, bis jeder die Möglichkeit hatte, sich Masken zu organisieren. Zum Beispiel, wenn man sich mittags schnell eine Wurstsemmel kaufen möchte.

Fürchten Sie in den nächsten Tagen einen Run auf die Apotheke?

Nein. Ich denke, die große Masse sieht das entspannt. Daher rechne ich nicht mit langen Schlangen vor der Apotheke. Es läuft ja auch die Ausgabe für die Risikopatienten und über 60-Jährigen. Die sind eigentlich seit Dezember bereits versorgt. Auch die erste Ausgabe ist relativ geordnet abgelaufen, obwohl es schlecht kommuniziert und vorbereitet war. Wir haben nun Routine und werden es auch diesmal im Griff haben.

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