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Trotz Kostensteigerung will man an den Plänen festhalten.

Fürstenfeldbruck

Kostensteigerung bei Multifunktionshalle

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Neue Komplikationen bei der geplanten Multifunktionshalle am westlichen Stadtrand: Nachdem der Kontakt zur Baufirma abgebrochen ist, haben die Beteiligten zwar Ersatz gefunden. Dadurch steigen aber die Kosten. Aufgeben will man den Traum einer großen Halle jedoch noch nicht.

Fürstenfeldbruck – Vor über einem Jahr waren die Volleyballer des TSV Herrsching an die Stadt herangetreten. Sie wollten von einem Investor eine Multifunktionshalle für ihre Bundesligaspiele bauen lassen und suchten Mitstreiter. Bei der Stadt konnte man sich das durchaus vorstellen. Denn auch die Brucker Panther wünschen sich eine größere Halle für ihre Handballspiele. Zudem könnten Konzerte und andere Veranstaltungen die Halle auslasten – ohne Konkurrenz für das Veranstaltungsforum zu sein. Denn Werksleiter Norbert Leinweber betont, dass man unterschiedliches Klientel anspreche.

Doch im Januar sprangen die Herrschinger plötzlich ab, da sie den Audi Dome in München für ihre Heimspiele buchen konnten. Den Traum begraben wollten die Beteiligten – Vertreter des TuS, weiterer Vereine, des Veranstaltungsforums und andere potenzielle Nutzer – aber nicht. Sie beschlossen, das Projekt selbst auf die Beine zu stellen. Klar ist aber, dass dies ohne finanzielle Mittel der Stadt geschehen muss. Sie begleitet nur die Gespräche und Planungen, ohne selbst zu investieren. „Wenn Geld da wäre, müssten wir es in die Eishalle stecken“, stellt Raff klar.

Kontakt abgebrochen

Bis vor acht Wochen sei man zuversichtlich gewesen, berichtet der Rathauschef. Denn die Gespräche waren gut, sogar ein Sponsor schien in Aussicht. Doch dann gab es Probleme mit dem Hersteller, der die Traglufthalle in Leichtbauweise errichten sollte. Den hatten noch die Herrschinger ins Boot geholt. Es gab mehrere Abstimmungsgespräche und sogar einen Besuch bei dem Unternehmen in Gmund am Tegernsee. „Der Vertreter hat uns von Woche zu Woche vertröstet“, berichtete Raff. Im Oktober sei der Kontakt vollständig abgebrochen.

Inzwischen wurde eine andere Firma gefunden. Doch nach ersten Gesprächen wird die Traglufthalle fünf Millionen Euro teurer. Die Obergrenze liegt nun für Halle und alles drumherum bei 20 Millionen Euro. Daher sollen Raumprogramm und Wirtschaftlichkeitsberechnung überarbeitet werden. „Wir müssen schauen, wo wir sparen können“, sagt Raff.

TuS als Bauherr?

Eine Option wäre, die Dreifachturnhalle auszulagern. Man denkt ohnehin darüber nach, diese als Anbau neben die Halle zu setzen. Nun will Raff mit dem TuS sprechen, ob dieser als Bauherr auftreten würde. Dann nämlich könnte er Fördermittel beim Bayerischen Landessportverband (BLSV) beantragen, was die Kosten wiederum senken würde.

Auch die Suche nach einem Betreiber dürfte sich dadurch schwieriger gestalten. Das Betriebskonzept müsse stimmen, es dürfe kein Defizit beim Mix aus Bundesligaspielen und andere Veranstaltungen entstehen, betont Raff. „Dadurch, dass es teurer wird, wird es nochmal schwieriger.“ Dennoch blickt er nach wie vor zuversichtlich auf das Großprojekt. „Alle sind noch dabei. Wir werden uns der neuen Herausforderung stellen.“

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