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Handwerker steckt Geld für Zaun ein, baut ihn aber nicht

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Statue der Justitia - Musterfeststellungsklage
Rechtsstreit im Landkreis Fürstenfeldbruck (Symbolbild). © dpa / David-Wolfgang Ebener

Er sollte einen Gartenzaun erneuern. Dafür ließ sich ein Handwerker aus dem westlichen Landkreis von seinen Kunden vorab 2400 Euro geben – um das Material zu bestellen.

Westlicher Landkreis – Doch das Ehepaar aus Fürstenfeldbruck wartet bis heute auf seinen Zaun. Und das Geld ist auch weg. Nun wurde der Handwerker am Amtsgericht wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt.

Im Frühjahr sollte der Gartenzaun erneuert werden, so hatten es das Ehepaar und der Handwerker vereinbart. Schon im Herbst kassierte der 47-Jährige die 2400 Euro. Er habe den Auftrag für ein großes Projekt erhalten und könne in diesem Rahmen das Zaunmaterial gleich mitbestellen, erklärte der 47-Jährige damals. Das komme sie preisgünstiger. Der Angeklagte habe bereits bei ihren Eltern gearbeitet, berichtete die Kundin nun am Amtsgericht. Die Eltern seien mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden gewesen. Daher hätten sie und ihr Ehemann dem Handwerker vertraut und ihm das Geld zukommen lassen.

Dann kam das Frühjahr und ein Termin sollte festgelegt werden. Doch der 47-Jährige hatte im Februar einen Schlaganfall erlitten und konnte nicht arbeiten. Es vergingen Wochen und Monate. Doch der Handwerker konnte immer noch nicht wieder Werkzeug in die Hand nehmen. Die Kunden waren äußerst geduldig. Doch irgendwann wollten sie zumindest die Rechnung für das angeblich gekaufte Zaunmaterial sehen. Ab diesem Zeitpunkt war der 47-Jährige nicht mehr zu erreichen, sagte die Bruckerin aus. Also erstattete sie schließlich Anzeige.

Reumütig saß der 47-Jährige auf der Anklagebank. Dass er das Geld kassiert hatte, ohne dafür eine Leistung zu erbringen, räumte er unumwunden ein. Dass er nicht tätig geworden war, erklärte er mit dem Schlaganfall, von dem er sich bis heute nicht hundertprozentig erholt habe.

Er musste aber auch eingestehen, dass er für die 2400 Euro seiner Kunden gar kein Zaunmaterial eingekauft hatte. Das Geld habe er auch nicht mehr, er habe es anderweitig ausgegeben, fuhr er kleinlaut fort. Zurückzahlen könne er die Summe auch nicht, denn derzeit könne er aufgrund seiner Krankheit nicht arbeiten und habe daher keinerlei Einkünfte. Selbst Krankentagegeld erhalte er keines, denn für eine Versicherung habe ihm das Geld gefehlt.

Das Amtsgericht verurteilte den Handwerker zu einer Geldstrafe von 2400 Euro – die Summe, die er dem Ehepaar schuldig ist. Der 47-Jährige hofft, dass er über Weihnachten wieder fit wird, und Anfang des kommenden Jahres die Zaun-Arbeiten für die Bruckerin endlich erledigen kann. sus

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