Bibbern in ihrer Wohnung (v.l.): Melanie,Michael, Lisa, Nico und Andre Wurmdobler.  Foto: weber
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Bibbern in ihrer Wohnung (v.l.): Melanie,Michael, Lisa, Nico und Andre Wurmdobler.

Fürstenfeldbruck

Heizung kaputt: Mieter frieren tagelang

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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  • Hans Kürzl
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Ein eiskaltes Wochenende haben viele Anwohner der Konrad-Adenauer-Straße in Fürstenfeldbruck hinter sich. Am Freitagnachmittag fiel die Heizung aus. Und auch am Montag saßen noch rund 200 Mieter in dicken Winterjacken in ihren Wohnungen.

Fürstenfeldbruck – Freitagnachmittag, 16 Uhr: Eine Mieterin aus der Konrad-Adenauer-Straße 4 dreht den Wasserhahn auf. Auf warmes Wasser wartet sie vergeblich. Sofort ruft sie bei der Service-Telefonnummer der Dawonia an. Das Unternehmen verwaltet die Wohnblocks. „Es hieß, der Reparateur war schon da, alles ist in Ordnung“, erzählt die 72-Jährige. Auf ihren Hinweis, dass Wasser und Heizung kalt sind, soll der Techniker erneut geschickt werden. Doch die Hoffnung auf wohlige Wärme schwindet. Bis Montag bleibt es kalt in den Wohnungen der Konrad-Adenauer-Straße 2-12. Und das nicht zum ersten Mal. Auch der Block mit den Hausnummern 14-24 sowie Gebäude an der Höhenringstraße sind betroffen.

„Die Wohnung kühlt sofort aus“, erzählt die Seniorin. „Alles, was man anlangt, ist eiskalt.“ Bei Temperaturen, die selbst am Tag kaum über den Gefrierpunkt klettern, sitzen die Menschen nur mit mehreren Kleiderschichten, mit Schneejacken und langen Unterhosen in ihren Wohnungen. 12 bis 14 Grad hat es dort, schildert ein weiterer Bewohner. Mindestens zweimal im Jahr passiere das. „Es kann doch nicht angehen, dass so viele Bewohner tagelang im Kalten sitzen müssen, das ist gelinde gesagt eine Frechheit“, schimpft ein weiterer Mieter.

Die Kinder werden warm eingepackt

Auch Familie Wurmdobler hat schlechte Erfahrung in Sachen Heizung gemacht. Dort begann der Ärger an Weihnachten. „Die Kinder haben mit zwei Pullovern und zwei paar Socken geschlafen“, erzählt Melanie Wurmdobler. Erst nach 18 Tagen habe sich ein Service-Mitarbeiter die Sache angesehen. Geholfen habe das aber wenig.

Für die Familie ist es nicht das erste Mal, dass sie im Kalten sitzt. Man könne es im Winter fast abwarten, bis die Heizung oder das Warmwasser ausfielen. „Man kann es fast schon vorher in den Kalender eintragen“, so Wurmdobler.

Ursache des Ärgers ist eine elektrische Störung an der Regelung der Heizanlage, berichtet eine Sprecherin der Dawonia. „Diese verursachte den Heizungsausfall.“ Der technische Service habe umgehend reagiert. „Seitdem war unser Service-Partner mehrfach vor Ort.“ Der Notdienst habe die Probleme zwar kurzfristig, aber am Wochenende nicht dauerhaft stabil beheben können, teilt die Sprecherin des Wohnungsunternehmens mit. „Die Anlage wurde manuell vorläufig auf Dauerbetrieb umgestellt und liefert Wärme.“ Man arbeite weiterhin an der vollständigen Beseitigung der Störung.

Mieter bekommen keine Information

Auf diese Informationen warten die Mieter aus der Konrad-Adenauer-Straße 4 vergeblich. Zweimal ruft die Anwohnerin am Samstag bei der Servicestelle an. „Wir arbeiten daran“, habe man ihr lapidar mitgeteilt. Kein Aushang, kein Hinweis auf der Internetseite der Dawonia, bemängelt die Mieterin. Die Unternehmenssprecherin verweist auf den Kundenservice und die Technik-Hotline, die 24 Stunden erreichbar sei. Die Nummern würden in jedem Treppenhaus aushängen. An der Hotline werde man nur hingehalten, meint dazu ein Mieter. „Für einen Notdienst eine glatte sechs.“

Zumindest das Bibbern hatte am Montagnachmittag vorerst ein Ende. Denn da wärmten die Heizungen die ausgekühlten Zimmer langsam wieder auf.

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