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TAuch vor dem Ameisenstüberl darf Wirt Markus Droth jetzt auf einer größeren Fläche Gäste bewirten. Damit alle Bestimmungen eingehalten werden, hieß es Tische schleppen und Absperrband spannen. 

Fürstenfeldbruck

Heute geht´s los: So wird es im Wirtsgarten nicht zu eng

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Ab heute dürfen Gastronomen ihre Gäste wieder in den Wirtsgärten bedienen. Doch wegen der Abstandsregeln haben manche Wirte ein Platzproblem. Die Lösung des Problems heißt im Behördendeutsch „Erweiterung der Freischankflächen“.

Fürstenfeldbruck „Das war wohl Gedankenübertragung“, scherzt Markus Droth, Betreiber des Ameisenstüberls, beim Anruf des Tagblatt-Reporters. „Ich habe den Antrag auf die Erweiterung gerade eben bei der Stadt gestellt.“ Die Corona-Krise hat Droth mitten im Steigflug erwischt, denn der Brucker Stadtrat hat die Vereinsgaststätte des Kleingartenvereins erst Ende 2019 übernommen.

Im Wirtsgarten hat er nicht viel Platz. Dabei darf er schon Flächen des Kleingartenvereins für die Gastronomie mit benutzen. Dennoch: Angesichts der Auflagen für die Gastronomen sagt Droth: „Im besten Fall bringe ich jetzt 50 Personen unter.“ Das ist nur etwas mehr als die Hälfte derer, die Droth sonst bedienen kann. Und es könnten noch weniger werden.

„Das hängt ganz davon ab, ob viele Familien kommen, oder einzelne Gäste.“ Denn Familien oder Personen aus einem Hausstand dürfen beieinander sitzen. Bei Einzelpersonen muss der vorgeschriebene Mindestabstand eingehalten werden. Da das Ameisenstüberl mit seiner Lage an der Amper auch mal größere Gruppen anlockt, will Droth seine Freischankfläche erweitern. „Allerdings nicht grundsätzlich, sondern fallweise“, wie er betont.

24 weitere Gäste möglich

Denn natürlich weiß der Brucker um das Spannungsfeld zwischen Anwohnern und Gastronomie. Deshalb will er nur an Tagen, an denen er mehr Gäste erwartet – etwa am Vatertag –, vier zusätzliche Tischgruppen aufstellen. Damit kann er maximal 24 weiteren Gästen einen Platz bieten.

Den Anstoß, dass Freischankflächen in Fürstenfeldbruck vorübergehend erweitert werden können, gab die Mahavi-Group, die unter anderem die Martha-Pizzarei, die Gastronomie am Pucher Meer und das Bottles’n’Burgers in der Schöngeisinger Straße betreibt. „Wir hatten bei der Stadt angefragt, ob das möglich ist“, berichtet Geschäftsführer Markus Bauer.

Im Rathaus stieß er damit auf offene Ohren. „Ich kenne Beispiele aus München, im Gegensatz dazu ist es hier absolut unkompliziert bearbeitet worden“ sagt Bauer. Er und seine Mit-Geschäftsführer Hans Schmölz sowie Viktor Fischer gehen heute gleich mit mehreren ihrer zuletzt geschlossenen Betriebe wieder an den Start. Die Erweiterung der Freischankflächen benötigen sie dabei vor allem bei der Martha-Pizzarei an der Hauptstraße. „Dort können wir mit den zusätzlichen Flächen ähnlich viele Gäste unterbringen wie vor den Corona-Zeiten“, sagt Bauer – nämlich knapp 50. Allerdings ist man wie Droth ebenfalls davon abhängig, welche Gäste kommen.

Im Biergarten des Marthabräu, am Pucher Meer und beim Bottles’n’Burgers werden Bauer und seine Mitstreiter eher reduziert starten. „Dort sind die Flächen aber auch groß genug, dass das mit den Abstandregeln gut einzuhalten ist.“ Im Marthabräu und Bottles’n’Burgers gibt es zudem Speisen to go. Der Pavillon Beach bleibt vorerst weiter geschlossen. „Hier gehen wir erst ab Beginn der Pfingstferien wieder an den Start“, sagt Bauer.

Die Regeln

Wie unkompliziert die Erweiterung der Freischankflächen vonstatten geht, hängt von der beantragten Fläche ab. Wie Birgit Thron aus dem Fürstenfeldbrucker Rathaus erläutert, kann bei einem Erweiterungsareal bis zu 40 Quadratmetern einfach eine Sondernutzungserlaubnis nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz erteilt werden. Bei größeren Flächen ist eine baurechtliche Zulassung nötig. Dass durch die größeren Freischankflächen Rettungswege versperrt werden könnten, verneint Thron: „Durch die gesetzliche Abstandregelung befinden sich weniger Gäste im Bereich der Freischankflächen.“ Durch diese Auflockerung sei sichergestellt, dass die Rettungswege gewährleistet sind. Für die Einhaltung der Sicherheitsabstände durch die Gäste seien die Wirte zuständig.

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