Auf der Wiese, auf der (v.l.) Schulleiterin Tanja Stock, Vize-Bürgermeister Christian Stangl und Michael Maurer vom städtischen Bildungsamt stehen, wird die neue Grundschule West gebaut. Im Hintergrund ist das neue Wohngebiet zu sehen.
+
Auf der Wiese, auf der (v.l.) Schulleiterin Tanja Stock, Vize-Bürgermeister Christian Stangl und Michael Maurer vom städtischen Bildungsamt stehen, wird die neue Grundschule West gebaut. Im Hintergrund ist das neue Wohngebiet zu sehen.

Fürstenfeldbruck

Hier entsteht die neue Grundschule West

  • vonStefan Reich
    schließen

Feuerwehr, Bauhof, Aumühle und Lände: Viele Bauprojekte beschäftigen derzeit die Stadtverwaltung und beanspruchen die städtischen Finanzen. Doch gemessen an den Kosten ist der Neubau der Grundschule West das größte städtische Projekt seit 20 Jahren. Rund 22 Millionen Euro waren veranschlagt, gut 26 Millionen werden es wohl.

Fürstenfeldbruck – Nach Jahren der Vorbereitung sollen die Bauarbeiten für die neue Grundschule West in diesem Jahr beginnen. Für das vierte Quartal sind erste Erdarbeiten auf dem Grundstück an der Cerveteristraße – zwischen Montessori-Kinderhaus und Stadtwerken – und das Legen der Fundamente terminiert. Im Frühjahr 2022, sobald es das Wetter zulässt, soll es dann richtig losgehen mit den Bauarbeiten am Gebäude. Ab dem Schuljahr 2023/24 soll in dem Neubau dann „moderner Unterricht par excellence“ möglich sein, sagt Michel Maurer, Leiter des städtischen Bildungsamtes. „Die Architektur richtet sich nach den didaktischen Ansprüchen.“

Inklusionsschule bleibt bestehen

Die didaktischen Ansprüche, das sind nicht nur gute Bedingungen für einen zeitgemäßen Grundschulunterricht. Die Schule West, die nach Fertigstellung von der Richard-Higgins-Straße in den Neubau umziehen wird, soll auch ihren Status als Inklusionsschule behalten. Für etwa zehn Prozent der Kinder wird ein sonderpädagogischer Förderbedarf gesehen. Es wird auch von einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund gerechnet. Das lässt einen zusätzlichen Bedarf an sprachlicher Förderung vermuten.

Damit auch möglichst viele Kinder mit entsprechendem Bedarf in den Genuss dieser Förderung kommen, wird die Stadt mit der Fertigstellung ihre Schulsprengel neu zuschneiden. So können Kinder aus der Gegend um Buchenauer Straße und Drudenbogen die neue Schule besuchen. Auch für Grundschüler aus der Alt-Buchenau, die bisher die Schule Nord besuchen, wird der Schulweg ab 2023 an die Cerveteristraße führen.

Architekten planen das Innenleben

Insgesamt sollen 360 Schüler Platz finden in dem neuen Gebäude, aufgeteilt auf 16 Klassen. Je Jahrgangsstufe soll es zwei Ganztags- und zwei reguläre Klassen geben.

Um Kinder mit zusätzlichem Bedarf im normalen Schulbetrieb besser unterstützen zu können, soll es auch zusätzliche Räume geben. Die Klassenzimmer einer Jahrgangsstufe bilden jeweils ein sogenanntes Cluster. Die vier Cluster – je zwei in den beiden Obergeschoßen – enthalten neben den Klassenzimmern auch jeweils zwei Nebenräume, ein Teamzimmer für das jeweilige Klassenstufen-Team, einen Lehrmittelraum und eine Toiletteneinheit. Die Räume werden um eine Lernlandschaft herum angeordnet.

Wie genau das Innenleben aussehen wird, erarbeiten die Architekten, während die Vorbereitungen für den Bau schon laufen. Die wichtigsten Strukturen waren bereits im Rahmen eines Architektenwettbewerbs im vorletzten Jahr geklärt worden. Im Mai 2020 erhielten die ausgewählten Architekten endgültig ihren Arbeitsauftrag.

Altes Gebäude wird neue Grundschule

Der Grundschulstandort an der Richard-Higgins-Straße, an dem heute über 400 Kinder unterrichtet werden, wird nach der Fertigstellung aber nicht aufgegeben. Dort soll eine neue Schulfamilie entstehen, mit je drei Klassen pro Jahrgangsstufe. Die beengten Verhältnisse mit Unterricht teilweise in Containern sollen dann der Vergangenheit angehören. „Wir gehen davon aus, dass auch bei weiterem Bevölkerungswachstum der Raumbedarf für die Grundschulen in der Stadt in den kommenden 20 Jahren gedeckt sein wird“, sagt Maurer.

Die Serie

In Fürstenfeldbruck stehen einige große Bauvorhaben an. Einige befinden sich noch in der Vorbereitung, bei anderen hat die Umsetzung bereits begonnen. Was sich in diesem Jahr tun wird, beleuchtet die Serie „Brucks große Bauprojekte“ in loser Folge.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare