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Vollgepackt bis zum letzten Quadratmeter: Nach der Ausmusterung der Alpha Jets wurden die Kampfflieger bis zum Weiterverkauf oder zur Ausschlachtung in der Halle 4 geparkt. Einige gingen später an einen österreichischen Brausehersteller.

Halle 4 im Fliegerhorst

Hier standen einst ausgemusterte Kampf-Jets

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Erst war sie eine riesige Wartungshalle, dann lagerten haufenweise ausgemusterte Alpha Jets auf einer Länge von fast 100 Metern: Die Halle 4 gehört zu den größten auf dem Fliegerhorst. Und sie wird heute noch genutzt.

Die Schiebelamellen-Hallentore können so ineinander geschoben werden, dass die Seite komplett offen ist. Vor der Halle 4 steht eine alte Fiat G-91.

Fürstenfeldbruck – Eine der größten Hallen auf dem Brucker Fliegerhorst liegt östlich des Towers am südlichen Rand des Flugfeldes. In die Halle 4 würde ein ganzer Fußballplatz passen. Sie misst imposante 91,50 auf 50 Meter und stammt aus der Entstehungszeit des Fliegerhorstes in den 1930er-Jahren. Die Flugzeughalle besteht aus Stahlbetonwandpfeilern als Widerlager. Die Dachkonstruktion bildet ein Korsett aus genieteten und geschweißten Stahlträgern.

Die statisch-konstruktive Besonderheit von Halle 4: Die Hallentore konnten so ineinander geschoben werden, dass die lange, zum Flugfeld gerichtete Seite komplett – also ohne störende Stützen – geöffnet werden konnte. Zudem überspannen die Dachträger die Halle in ihrer gesamten Ost-West-Ausdehnung. So konnte auch der Hallenraum ohne Stützpfeiler optimal genutzt werden. Erst kürzlich deformierten sich einige Träger so sehr, dass eine Notabstützung unter dem First eingezogen werden musste. Seitlich und auf der Rückseite der Halle sind zum Teil auf zwei Stockwerken Büros, Wasch-räume, Werkstätten und Lager angeordnet.

Zu Zeiten des Flugbetriebs wurde Halle 4 für Wartungsarbeiten genutzt. Nach der Auflösung der Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck (die Nachfolgeorganisation des Jagdbombergeschwaders 49) und der Außerdienststellung des Alpha Jet, wurden alle in der Luftwaffe verbliebenen leichten Kampfflugzeuge in die Halle gepfercht und bis zum Weiterverkauf einer sogenannten Stillstandswartung unterzogen. „Ein Großteil der Alpha Jets wurde 1999 an die thailändische Luftwaffe verkauft, einige gingen demilitarisiert auch an einen Brausehersteller nach Salzburg“, erinnert sich Oberstleutnant a. D. Harald Meyer. Heute nutzt die Offizierschule der Luftwaffe die Halle: mehrmals im Jahr finden dort Hallenfeste oder militärische Zeremonien statt.

Die Serie

Den Alten Tower, die Fliegerhorstkirche, den Kilometerbau: Diese Orte auf dem Fliegerhorst kennen die meisten. Doch auf dem Areal befinden sich viele weitere, unbekannte Gebäude. Diese werden in der Serie vorgestellt.

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