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Ein ungewohntes Bild: Die Marthabräuhalle ganz im Zeichen des Schachspiels.

Fürstenfeldbruck

Hier treffen sich die Meister des Schnellschachs

Rund 150 Teilnehmer aus aller Welt haben sich in der Marthabräuhalle zu einem besonderen Schnellschachturnier getroffen. Bei den 8. Brain Games zeigten Denksportler aus Hamburg, Erfurt und Kiel sowie aus Weißrussland, Frankreich und Indien ihr Können.

Fürstenfeldbruck – Eine Großveranstaltung zur Zeit des Coronavirus? „Natürlich hätten wir es absagen können, wie auch andere Spiele im Sport. Letztendlich haben wir es Jedem selbst überlassen, ob er teilnehmen möchte oder nicht“, erklärte der 72-Jährige Helmut Becker, Präsident der Schachabteilung des TuS Fürstenfeldbruck, die den Wettbewerb veranstaltete. „Genauso ist es heute jedem frei, den im Schach üblichen Handschlag mit dem Gegner zu unterlassen“, berichtete der 72-Jährige.

Doch dass das Nebensache ist, wurde beim Anblick der hoch konzentrierten Gesichtern vor den vielen Schachbrettern klar. Schließlich winkten Preisgelder in Höhe von 50 bis 600 Euro. Am Schnellschach teilnehmen konnte jeder, egal ob einem Verein zugehörig oder nicht und unbeachtet des Alters. „Das macht das Turnier so besonders, es ist international und es sind viele Spieler unterschiedlichem Niveaus dabei“, meinte Marco Otte vom SK Rochade Augsburg. So spielte der 48-Jährige eine der neun Partien gegen die 13-jährige Margarethe Wagner aus Erfurt. „Wer gegen wen spielt, wird vom Computer ausgelost unter Beachtung der Spielstärke des jeweiligen Spielers“, erklärte Präsident Becker. „Ich bin das erste Mal bei den Brain Games dabei“, erzählte die Erfurterin Wagner. Seit ungefähr fünf Jahre spiele sie Schach, das ihr von ihrem Vater beigebracht wurde. Über das Internet hat sie dann von dem Brucker Turnier erfahren.

Dass durch das Internet mehr und mehr Schach-Großmeister geboren werden, da ist sich der Emmeringer Korbinian Sonnenholzner sicher. „Es stehen viel mehr Materialien für Übungszwecke zur Verfügung. Außerdem kann man online zu jeder Tageszeit spielen – bequem von zuhause aus“, meinte der 34-Jährige.

Gewinnen kann am Ende des Tages nur einer – ob online oder real. „Ich nehme häufig an Turnieren teil, ungefähr ein- bis zweimal im Monat“, berichtete der 25-jährige Sieger Berchtenbreiter. „Bei den Brain-Games trifft man immer auf relativ viele, gute Spieler:“ Diese Meinung vertrat auch die beste Frau des Turniers, Marharyta Krapko aus Weißrussland. „Viele Spieler kennen sich mittlerweile untereinander“, erzählte die 21-Jährige, die fast jede Woche an einem Wettkampf teilnimmt.

Schach-Präsident Helmut Becker dankte noch den neuen Besitzern. Sie haben es ermöglicht, dass der TuS auch heuer die gerade erst umgebaute Marthabräuhalle für die Brain Games nutzen durfte. (Lisa Fischer)

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