Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Daniel Cosa, Sani Yildiz, Linda Remlein und Rama Korkmaz (v.l.): Bei den Friseuren geht weiterhin ohne Maske nichts. Einzige positive Auswirkung: Die Kolleginnen müssen nur noch die obere Hälfte des Gesichts schminken

Fürstenfeldbruck

Hinter der Maske ist der Arbeitstag lang

Masken-Tragen hilft Ansteckungen zu vermeiden – aber es nervt bisweilen. Schon wenn man den Mund-Nase-Schutz für relativ kurze Zeit beim Einkaufen, bei der Ankunft im Lokal, einer Sport- oder Kulturstätte aufsetzen muss, ist man froh, wenn man ihn wieder abnehmen kann. Doch was sagen diejenigen, die die Masken stundenlang aufbehalten müssen?

Alin Amer Hermez (33): „Ich muss auch Vorbild für meine Kunden im Orient Markt sein. Deshalb habe ich drinnen die Maske immer auf, auch wenn man darunter sehr schwitzt.

Fürstenfeldbruck Seit den neuesten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen können Verkäufer jetzt im Geschäft die Maske abnehmen, solange sie sich hinter einer Plexiglasscheibe aufhalten. Doch in vielen Betrieben hat das aber nur wenig Auswirkungen. So tragen die Beschäftigten im Bekleidungs- und Versandgeschäft Witt Weiden noch immer dauerhaft ihre Masken.

In dem Laden sei es praktisch nicht möglich, die Kunden ständig durch Plexiglas von den Verkäufern zu trennen, erklärt Filialleiterin Jeannette Katsanos. Die Beratung finde nicht hinter der Kasse statt, sondern im Ladenbereich. „Wir sind inzwischen an die Masken gewöhnt“. Wenn Kunden das Verkaufspersonal ohne Maske sehen würden, dann würden diese oft ebenfalls ohne Maske den Laden betreten. Das sei aber weiterhin nicht erlaubt. Doch das dauerhafte Maskentragen hinterlässt Spuren. „Selbst wenn man die Maske nach Feierabend abnimmt, fühlt es sich so an, als ob da immer noch was ist“, sagt Jeannette Katsanos.

Man schwitzt unter der Maske

Manfred Burian (54): „Bei mir und meinen Mitarbeitern im Café Central kommt die Maske nur in der Pause runter.

Auch andere beklagen gesundheitliche Auswirkungen des dauerhaften Tragens von Mund-Nase-Schutz. „Ich war schon wegen Entzündungen beim Arzt“, erzählt Jina Amer Hermez, die mit ihrem Mann Alin das Lebensmittelgeschäft Orient Markt betreibt. Ein weiterer Nachteil: Man schwitze unter der Maske auch sehr. „Aber dafür fühlt man sich sicherer.“ Für Alin Amer Hermez bringt die neue Schutzscheibenregelung ebenfalls recht wenig. Er setzt weiterhin eine Maske auf, denn er sagt: „Ich muss auch Vorbild für meine Kunden sein.“

Genauso eine Vorbildfunktion des Personals sieht Manfred Burian, Geschäftsführer des Café Central. „Wir machen es vor“, sagt er. Besonders zu Beginn der Wiedereröffnungsphase nach dem Lockdown, hätten Gäste ihre eigene Maske oft erst aufgesetzt, wenn sie Personal mitMaske sahen. Inzwischen gäbe es allerdings bei seinen Stammkunden kaum noch Probleme mit dem Maskentragen. Weil es im Betrieb nicht möglich sei, sich von den Gästen zu isolieren, kommt bei Burian und seinem Personal der Mund-Nase–Schutz nur in der Pause runter.

Auch Plexiglasscheiben helfen

Solche maskenfreien Momente sucht auch Renate Sieber, Inhaberin des Schreibwarengeschäfts Hans Schlaegel. Nur wenn keine Kunden im Laden sind, kann sie ihre Maske kurz abnehmen. Andererseits führe der Mund-Nase-Schutz als Eisbrecher auch häufig zu netten Gesprächen. Wenn zum Beispiel maskenbedingt bei ihr und einem Kunden gleichzeitig die Brille beschlagen sei, führe das oft zum gemeinsamen Lachen.

Renate Sieber (49): „Der Mund-Nase-Schutz ist oft ein Eisbrecher für nette Gespräche, zum Beispiel, wenn bei mir und beim Kunden gleichzeitig die Brille beschlägt.

In der Bäckerei Reicherzer sind Kunden und Verkaufspersonal dauerhaft durch Plexiglaswände an der Theke getrennt. Nadja Reicherzer, Chefin des Familienbetriebs, freut sich daher über die Lockerungen. Nach acht Wochen mit Maske sei sie inzwischen „maskengeschädigt“ und am Ende ihrer Kräfte, daher begrüße sie die neue Atemfreiheit. An erster Stelle stehe aber immer die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Kunden.

Im Friseursalon A2 Haarstudio ist so eine Trennung von Kunden und Personal unmöglich, und daher bleiben die Masken coronabedingt vorm Gesicht. Aber das Team hat sich damit inzwischen arrangiert. „Man muss sich daran gewöhnen“, sagt Friseurgeselle Rama Korkmaz. Zwar hat er das Gefühl, dass das dauerhafte Maskentragen bei ihm zu leichten Kopfschmerzen führe, doch die Sicherheit sei nun einmal wichtig. Seine Mitarbeiterin Linda Remlein kann dem Ganzen aber auch etwas Positives abgewinnen. „Ich schminke jetzt nur noch die Hälfte von meinem Gesicht“, meint sie. (Sven Behrens)

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