+
Der Chef: Wirt und Geschäftsführer Patrick Gessner hinter der Bar im Unterhaus. Eine Besonderheit sind die eher ungewöhnlichen Cocktails auf der Karte

Jubiläumsfeier

Im Unterhaus geht die Party immer weiter

Es ist das Herz des Brucker Nachtlebens, nun wird sein 35. Jubiläum gefeiert: Das Unterhaus in der Hauptstraße zieht seit Jahrzehnten Nachtschwärmer an. Die Gründungsgeschichte erinnert an ein Märchen.

Der Anfang: Und so sah der Eiskeller im früheren Jungbräu aus, bevor er entkernt wurde.

Fürstenfeldbruck – Helga Sternagel, heute 77, hat den Club gegründet, der in einem ehemaligen Bierkeller eingebettet wurde. Sie und ihr Mann Uli besaßen bereits zuvor ein Lokal, das „Amperstüberl“. Doch als das zu klein wurde, musste eine Alternative her. Und dann war es wie im Märchen: Ein Prinz tauchte auf und verhalf zu einem Happy End. Genauer: Prinz Luitpold von Bayern stellte den ehemaligen Eiskeller des Jungbräu dem Ehepaar zur Verfügung, das sich sofort an den Umbau machte. Glücklicherweise war Helga Sternagels Mann Bauingenieur. Er leitete die Umbauarbeiten. 800 Tonnen Schutt mussten die schmale Treppe hochgeschafft werden, um daraus das Gewölbe zu machen, das man heute kennt. Am 26. Februar 1982 war es dann nach langer und anstrengender Arbeit soweit. Das Unterhaus öffnete seine Pforten.

„Die eher ungewöhnlichen Cocktails kommen gut an.“

Trotz der nun 35 Jahre auf dem Buckel hat der Club kaum etwas von seinem Charme eingebüßt. Obwohl es inzwischen einige Besitzerwechsel gab, ist er seinem Konzept treu geblieben. Es treten kleinere Bands unter der Woche auf, wie es schon unter Sternagel der Fall war. Am Wochenende sorgen DJs für Partystimmung und auch die Alteingesessenen finden einen Platz an der Bar. „Wir haben einen Stammgast, der schon seit der Eröffnung regelmäßig kommt“, sagt Patrick Gessner, der jetzige Inhaber und Geschäftsführer des Unterhauses.

Der Club: So sieht es momentan im Unterhaus aus. Im Gewölbe stehen Tische und eine Bar.

Gessner hat das Lokal 2012 von Daniel Krölls übernommen und einige Änderungen vorgenommen. Es wurden die Möbel ausgetauscht, das Lichtkonzept wurde verändert und die Cocktailkarte stark vergrößert. Auf die Frage, was im Unterhaus am besten geht, sagt Gessner: „Die eher ungewöhnlichen Cocktails kommen gut an. Wir haben auch welche mit Basilikum.“ Auch die regelmäßigen 90er Jahre- und Elektroparties locken viele Feierwütige an und das Separee wird häufig – vor allem in den Wintermonaten – für Veranstaltungen und Geburtstage gebucht. Im Sommer lädt auch der Biergarten im Innenhof zum Verweilen ein.

Erst vor kurzem saß die Gründerin an der Bar im Unterhaus

Und wie geht es nun weiter mit dem Kultlokal? „Das Unterhaus wird es immer geben. Es gehört einfach zu Bruck dazu. Obwohl die Leute nicht mehr so weggehfreudig sind, sind wir eigentlich jeden Abend voll“, sagt der Club-Chef. Auch Gerüchte, die besagen, dass das Gebäude verkauft worden sei und bald abgerissen werde, kann Gessner entkräften: „Das Haus ist denkmalgeschützt und gehört der katholischen Kirche. Außerdem gibt es einen Beschluss, dass es nicht verkauft werden darf.“

Das begrüßt auch Unterhaus-Gründerin Helga Sternagel. Mehr als 20 Jahre lang führte sie das Lokal. 2001 war für sie Schluss. Gleichwohl hält das die heute 77-Jährige nicht davon ab, gelegentlich im nach dem Rechten im Unterhaus zu sehen. Gessner erzählt: „Sie war vor kurzem wieder hier und saß bei mir an der Bar.“

Das ist bei der Jubiläumsfeier geboten

35 Jahre Unterhaus werden ab dem heutigen Freitag, 10. März, gefeiert. Ab 19 Uhr hat die Bar geöffnet. Es spielen die Bands Cheerio Joe (Rock’n’Folk) und RASS – Reggae ausm Saustoi.

Am Samstag veranstaltet der Wirt eine Party auf zwei Areas. Im Bar-Raum gibt es den besten Sound der 1980er- und 1990er-Jahre auf die Ohren. DJ BastianBraces und DJ Mensi legen auch Musik von heute auf.

Im Separee spielt DJ Doppel Ká, der des Öfteren im Unterhaus auflegt, HipHop und RnB. Es gibt Willkommens-Getränke für die ersten hundert Gäste und eine spezielle Lichtshow

von Tom Eldersch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Baum stürzt auf fahrendes Auto
Das Unwetter am Freitagabend hat auch in der Region Fürstenfeldbruck zahlreiche Bäume zum Umstürzen gebracht. Bei Adelshofen fiel ein Stamm sogar auf ein fahrendes Auto.
Baum stürzt auf fahrendes Auto
CSU fordert abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof
Nach Ansicht der CSU würden weit mehr Bürger der Gemeinde mit dem Fahrrad zur S-Bahn kommen, wenn es dort sicherer abgestellt werden könnte.
CSU fordert abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof
Der Schweinehund-Bezwinger
Robert Schramm, 52, ist Extrem-Sportler. Unter anderem läuft er mit Anfang 50 die längsten Treppen der Welt nach oben. Wie er das macht? Reine Kopfsache. Über ein …
Der Schweinehund-Bezwinger
„Hier ist alles schnell erreichbar“
 Niemand kennt die Brucker Straßen so gut wie die Menschen, die in ihnen wohnen. Sie erleben sie bei Tag und Nacht. Sie wissen, wo die schönsten Ecken und gemütlichsten …
„Hier ist alles schnell erreichbar“

Kommentare