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Das Landratsamt wächst personell. Auch deshalb entsteht Richtung Erlöserkirche ein Neubau.

Fürstenfeldbruck

Immer mehr Personal: Landratsamt baut an und stellt ein

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Das Landratsamt stellt immer mehr Leute ein. Im nächsten Jahr sollen ungeachtet der zuletzt schon neu geschaffenen Stellen über 60 neue Köpfe dazu kommen – unter anderem beim Klimaschutz.

FürstenfeldbruckDie beiden Klimaschutzmanagerinnen des Landkreises sollen im nächsten Jahr personelle Unterstützung erhalten. Dieser interfraktionelle Antrag wurde unlängst im Personalausschuss des Kreistags einstimmig angenommen. Öffentlich beriet der Personalausschuss zum ersten Mal seit Menschengedenken infolge einer Initiative von Kreis-Gemeindetagschef und FW-Kreisrat Michael Schanderl. Er hatte sich mit der Haltung durchgesetzt, dass prinzipiell öffentlich zu beraten ist, wofür es keine Gründe der Nichtöffentlichkeit gebe. Beim Stellenplan (ohne Aussagen über einzelne Personen) sei dies der Fall.

Das Büro Klimaschutz soll künftig nun also statt bisher mit zwei mit vier Köpfen besetzt werden. Ziel ist es, die Ideen des Klimaschutzes publik zu machen, andere Initiativen zu unterstützen, zu vernetzen und Projekte anzustoßen respektive durchzuführen. Unter anderem soll ein Klimamobil zum Transport von Bildungsmaterialien her.

Breit gestreut

Die neuen Stellen – teils auch halbtags und teils Ersatz schaffend für Leute in Altersteilzeit – verteilen sich über vielerlei Abteilungen des Landratsamts. So etwa aufs Ausländeramt, weil Migration generell ein großes Thema bleibt, oder aufs Jugendamt, auf das viele Anträge auf Jugendsozialarbeit zurollen dürften. Auch der Jexhof wird beispielsweise mit einer weiteren Stelle – dann insgesamt acht – bedacht.

Eine neue Stelle wird direkt beim Landrat angesiedelt. Aufgabe soll die Koordination kommunaler Entwicklungshilfe sein. Die Stelle werde geschaffen, damit andere Fraktionen behaupten können, er habe sein Büro aufgeblasen, kommentierte der Landrat sarkastisch in Anspielung auf den zurückliegenden Wahlkampf, als die ihm die SPD ähnliches vorgeworfen hatte.

Eine Stelle soll außerdem im öffentlichen Nahverkehr entstehen. Hier gilt es, Überstunden abzubauen, weil ein Mitarbeiter so viele aufgehäuft hat, dass sie bis zu seinem Ruhestand ausreichen, wie es in der Sitzung etwas flapsig hieß. In der Hauptverwaltung soll sich außerdem künftig ein Angestellter um die Digitalisierung verdient machen.

Personalverwaltung

Mehr Personal verlangt nach mehr Personal, weil selbiges ja auch verwaltet werden muss. Insgesamt gehe es aber darum, das Landratsamt als Arbeitgeber attraktiv zu halten, sagte Chef-Verwalter („Zentraler Service“) Wolfgang Kaufmann. Deshalb soll die Personalentwicklung verbessert werden. Gleichzeitig ist auch klar, dass es im Landratsamt vermehrt zu Ruhestandseintritten kommen wird. Ziel sei es, darauf vorbereitet zu sein – und die Stellen dann mit eigenen Leuten besetzen zu können statt mit Personal von außen. Wobei Landrat Karmasin anmerkte, dass es wegen der Idee der Work-Life-Balance kein Automatismus mehr sei, dass sich Leute auf Führungspositionen bewerben. Motto: Wegen der 300 Euro mehr tue ich mir das nicht an.

Auch im Bauamt wird es Stellenmehrungen geben. Anträge sollen künftig schneller bearbeitet werden, wobei Karmasin Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Vorgabe von oben hat. Denn in 90 Prozent der Fälle fehlten schlicht Unterlagen, die der Antragsteller beibringen muss. Ebenfalls auf der Liste der Personalmehrungen: die Kfz-Stelle.

Hier braucht es langfristig sechs Leute mehr, die sich um den Umtausch von Führerscheinen kümmern werden. Zwei Stellen sollen schon 2020 eingepreist werden, die anderen später. Wachsen wird auch das Regionalmanagement. Hier geht es um die Schaffung eines Erinnerungsortes zum Olympia-Attentat. Es gebe schon Zusagen von möglichen Sponsoren, erklärte Karmasin. Um in den Genuss von Fördergeldern vom Freistaat zu kommen, bedürfe es aber eines Konzepts – und das muss jemand erarbeiten.

Kollateralnutzen

Daniel Holmer (Grüne) fiel in diesem Zusammenhang auf, dass im Plan Hausmeister im Beamtenstatus ausgewiesen, aber nicht real besetzt seien. Früher seien Hausmeister wirklich noch Beamte gewesen, die Ausweisung sei historisch bedingt, hieß es aus der Personalverwaltung. „Da war die Welt noch in Ordnung“, kommentierte Karmasin launig.

Von 2018 auf 2019 gab es einen Ausgabensprung beim Personal in Höhe von plus vier Millionen Euro. Das lag an den neuen Stellen, aber auch an Tarifabschlüssen. Ab Mitte 2020 ist dann wieder eine Steigerung um 1,6 Millionen Euro zu erwarten, was langfristig aufs Jahr gerechnet 3,2 Millionen mehr bedeutet. Im zurück liegenden Haushaltsjahr war es nicht gelungen, alle neuen Stellen zu besetzen, aber doch sehr viele davon. Hilfreich dabei („Kollateralnutzen“) sei das Chaos auf der S-Bahn gewesen, meinte Karmasin. Manche Leute blieben wegen der Umstände im Schienennahverkehr eben lieber vor Ort als nach München zu pendeln.

Gesamtkosten

Insgesamt arbeiten rund 1000 Leute im Landratsamt und den zugehörigen Einrichtungen. Der Stellenplan muss vom Kreistag abgesegnet werden, wobei der Personalausschuss mit Vertretern praktisch aller Faktionen besetzt ist, womit eine Vorentscheidung gefallen ist. Insgesamt rechnet der Kreis im Jahr 2020 mit über 40 Millionen Euro Personalkosten. Derzeit entsteht ein Anbau am Landratsamt.

Auch interessant: Die Kommunalwahl 2020 in der Region Fürstenfeldbruck

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