Musste gestern am Impfzentrum in Fürstenfeldbruck ein unerwartetes Problem bewältigen: Matthias Skrzypczak und Lena Deininger.
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Musste am Sonntag am Impfzentrum in Fürstenfeldbruck ein unerwartetes Problem bewältigen: Matthias Skrzypczak und Lena Deininger.

Schuld war wohl ein Softwarefehler

Chaos in Corona-Impfzentrum: 180 Menschen falsch eingeladen - Team am Limit

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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  • Hans Kürzl
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Plötzlich standen am Sonntag 180 Menschen mehr vor dem Impfzentrum in Fürstenfeldbruck, als geplant. Der Grund waren wohl falsch verschickte E-Mails.

Fürstenfeldbruck – Im Impfzentrum des Landkreises in der Buchenau ist es am Sonntag (21. Februar) zu einem etwas größeren Durcheinander gekommen. Grund: Statt der über 80-Jährigen der ersten Gruppe sind per E-Mail rund 180 Menschen der zweiten Priorisierungsstufe zur Impfung geladen worden – junge Menschen mit Vorerkrankung und Vertreter systemrelevanter Berufe wie Pfleger, Kita-Personal oder Polizeibeamte. Schuld war möglicherweise ein Softwarefehler.

Corona-Impfzentrum Buchenau: 180 Menschen der zweiten Priorisierungsgruppe eingeladen worden

Es ist eigentlich ganz klar: Erst wenn die Gruppe der Landkreis-Bewohner, die älter sind als 80 Jahre, gegen Corona geimpft ist, kommen die Menschen der nächsten Gruppen an die Reihe. In dieser Gruppe befinden sich unter anderem Jüngere mit Vorerkrankungen aber eben auch Vertreter bestimmter Berufsgruppen (Polizei, Feuerwehr, Kita- und Schulpersonal).

Als am Sonntag unerwartet viele jüngere Menschen zum Impfzentrum kamen, war das Personal dort leicht überrascht – dass die Gruppe der über 80-Jährigen schon durch war, ist eher unwahrscheinlich. Die rund 180 jüngeren Landkreisbewohner, die sich gestern am Impfzentrum einfanden, hatten sich alle über das Online-Meldesystem registrieren lassen und den Termin per E-Mail erhalten. Möglicherweise lag es an einem Software-Fehler, sagte Landratssprecherin Ines Roellecke am Sonntag. Heimgeschickt wurde laut Roellecke keiner der Impfwilligen: „Es sind alle geimpft worden. Die Impfdosen müssen ja auch verbraucht werden.“ Die Aufklärung über den Vorfall laufe aber noch.

Corona: Ansturm auf das Impfzentrum in der Buchenau - „Erheblicher Mehraufwand

Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Matthias Skrzypczak, und sein Team hatten aber wegen des Fehlers jede Menge zu tun. Skrzypczak: „Es ist schon ein erheblicher Mehraufwand, den wir haben.“ Es seien zwar allesamt Berechtigte der ersten und zweiten Priorisierung gewesen, die am Sonntag im Corona-Impfzentrum an der Industriestraße verimpft worden seien. Aber unter den über 300 Bürgern waren eben auch auffällig viele jüngere und junge Menschen. Und da habe man natürlich erst mit viel Aufwand die Berechtigung klären müssen. Dies sei durch Dokumente wie einen Beschäftigungsnachweis, Arbeitsverträge oder direkte Nachfrage beim Arbeitgeber geschehen. Unter den Anwesenden waren Arzthelfer, Pflegepersonal aus Altersheimen und Krankenhäusern sowie Ärzte, erklärt Matthias Skrzypczak. Es waren aber auch über 80-Jährige vor Ort, die in der Priorisierung ganz oben stehen. „Da lässt man sich den Ausweis zeigen und fertig.“

Die unerwartete Situation habe man insofern auch deswegen gemeistert, weil kurzfristig zusätzliches Personal zur Verfügung stand, sagt Lena Deininger, Verwaltungsleiterin des Impfzentrums. Insgesamt rund 20 Mitarbeiter des Bayrischen roten Kreuzes (BRK) seien letztendlich vor Ort gewesen. Das Sicherheitspersonal sorgte für einen reibungslosen Ablauf.

Neben all dem Wirrwarr konnten Skrzypczak gestern auch noch eine gute Nachricht verbreiten: Ab heute können im Impfzentrum alle drei zugelassenen Impfstoffe verwendet werden. (kg/hk)

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