+
Ein Glaserfasernetz.

Fürstenfeldbruck

Internet-Pioniere lösen ihren Verein auf

  • schließen

Ein Verein hat sich selbst überlebt. Was 1995 noch echte Pionierarbeit war, wird heute nicht mehr benötigt. Deshalb stellt das Bürgernetz Fürstenfeldbruck zum Ende des Jahres seine Tätigkeit ein.

Fürstenfeldbruck – „Wir wollten den Menschen im Umgang mit dem Internet helfen“, sagt der Vorsitzende Dietrich Lüben. Dazu brauche es aber heute keinen Verein mehr. Das Internet ist in der Gesellschaft angekommen. „Im Zweifel fragen ältere Menschen ihre Kinder oder Enkel.“

Das war 1995, als das Bürgernetz ins Leben gerufen wurde, noch ganz anders. Welche Entwicklungen das Internet nehmen würde, konnte damals noch niemand so richtig vorhersagen. „Von heute aus gesehen, hatten wir teils abstruse Ideen“, erzählt Lüben. So wollte der Förderverein zum Beispiel selbst Internet-Leitungen verlegen und Hausanschlüsse schaffen.

Letztlich engagierte sich der Verein vor allem in der Erwachsenenbildung. Man organisierte Informationsabende zu allerlei Themen: Zahlungsverkehr am Computer, Viren und deren Beseitigung oder die Vorbereitung von Urlaubsreisen über das Internet standen unter anderem auf dem Programm. Und das fand sehr viele Interessierte. Zu Spitzenzeiten hatte der Verein rund 250 Mitglieder.

Kein Bedarf mehr da

Diese Zeiten sind schon länger vorbei. Im November 2015 entschieden die verbliebenen 15 Mitglieder deshalb, den Verein aufzulösen. „Es ist einfach kein Bedarf mehr da“, sagt Lüben. Der 76-Jährige engagierte sich bereits kurz nach der Gründung im Bürgernetz. Das Wissen, das er sich im Beruf aneignete – er arbeitete im Bereich Bürokommunikation beim ADAC – kam auch dem Verein zugute. 2001 übernahm er dessen Vorsitz. Jetzt muss er als Liquidator die Auflösung abwickeln.

Eine Sache wird den Verein aber überleben. Das Bürgernetz hatte sich die Internetadresse www.ffb.org gesichert und E-Mail-Adressen mit der Endung @ffb.org vergeben. Diese werden bis heute genutzt, nicht nur von Privatpersonen mit einem „Sinn für Lokalkolorit“, wie es Lüben nennt, sondern auch von Gemeinden und Vereinen. Noch sind rund 50 Postfächer aktiv. Diese E-Mail Adressen funktionieren weiterhin und werden auch in Zukunft an Interessierte vergeben. Mit dem Betrieb wurde ein Idealverein betraut. Statt des Mitgliedsbeitrags sind dann monatlich fünf Euro für die Nutzer fällig.

Vereinsauflösung

In der Mitgliederversammlung vom 28. November 2018 wurde die Auflösung des Fördervereins Bürgernetz Fürstenfeldbruck e.V. (VR 40762) zum 31. Dezember 2019 beschlossen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen Corona: Weihwasser muss aus einigen Kirchen verschwinden
Die Angst vor dem Coronavirus macht auch vor den Kirchen nicht halt. Die Deutsche Bischofskonferenz hat jetzt Empfehlungen ausgegeben, wie die Bistümer mit der …
Wegen Corona: Weihwasser muss aus einigen Kirchen verschwinden
Blaulicht-Ticker: Auto stößt gegen Zaun und kippt um
Rund um die Uhr sind Polizei und Feuerwehr im Landkreis Fürstenfeldbruck einsatzbereit. Wohin sie unterwegs sind und warum, erfahren Sie im Blaulicht-Ticker.
Blaulicht-Ticker: Auto stößt gegen Zaun und kippt um
Wer wird Herrscher über die Brucker Lande? Sieben Bewerber für das Amt des Landrats
Sieben Kandidaten bewerben sich bei der Kommunalwahl um das Amt des Landrats – darunter der Amtsinhaber. Und der möchte Herrscher über die Brucker Lande bleiben – nicht …
Wer wird Herrscher über die Brucker Lande? Sieben Bewerber für das Amt des Landrats
Wieder etliche Einsätze: Sturm Bianca fordert die Feuerwehr
Jede Woche ein neuer Sturm: Nach Sabine, Victoria und Yulia hat in der Nacht auf Freitag Tief Bianca im Landkreis gewütet. 30 Mal musste die Feuerwehr ausrücken. Zum …
Wieder etliche Einsätze: Sturm Bianca fordert die Feuerwehr

Kommentare