Mit roten Radstreifen und einem Lastenradverleih konnte die Stadt bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen“ punkten. Das Frühjahr habe gezeigt, dass viele Leute radeln wollen, sagt Radverkehrsbeauftragte Claudia Gessner. OB Erich Raff (r.) nutzt das Rad. Foto: Weber
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Mit roten Radstreifen und einem Lastenradverleih konnte die Stadt bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen“ punkten. Das Frühjahr habe gezeigt, dass viele Leute radeln wollen, sagt Radverkehrsbeauftragte Claudia Gessner. OB Erich Raff (r.) nutzt das Rad.

Auszeichnung

Fürstenfeldbruck ist jetzt offiziell fahrradfreundlich

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Zweifel der Zertifizierer sind offenbar ausgeräumt. Mit Verspätung darf sich Fürstenfeldbruck nun fahrradfreundlich nennen. Die Stadt darf sich auf den Lorbeeren aber nicht ausruhen, will sie den Titel auch behalten.

Fürstenfeldbruck – Nun also doch: Die Stadt Fürstenfeldbruck wird als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet. Rund fünf Jahre nach der Bewerbung gab die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) eine positive Empfehlung ab. Im Herbst 2019 waren noch Zweifel an der Zertifizierung der Großen Kreisstadt laut geworden, nachdem die Bewertungskommission noch offene Punkte gesehen hatte.

Es kamen sogar Gerüchte auf, die Stadt sei komplett durchgefallen. „Aber das war nie der Fall“, sagt die Fahrradbeauftragte der Stadt, Claudia Gessner. Es wurde nachgebessert. Und nun hat die AGFK grünes Licht gegeben: Am 28. Januar soll Fürstenfeldbruck die Auszeichnung erhalten. Entweder in München oder bei einer Online-Verleihung – je nach Lage in der Pandemie.

Die Stadt war im vergangenen Jahr fleißig, um die Kommission zu überzeugen. Als wichtigste infrastrukturelle Maßnahmen sieht Gessner die rot eingefärbten Schutzstreifen am Sulzbogen, die Eröffnung der Fahrradstraßen Kirchstraße und Starenweg sowie die Fahrradzone rings um Gartenstraße, Weiherstraße und Amperleite. Dazu kommen rot eingefärbte Fahrradfurten und Schutzstreifen an der Maisacher Straße.

Regionale Wegweisung

„Aber auch Maßnahmen im Service- und Informationsbereich wurden umgesetzt“, berichtet Gessner. So sei im Rahmen des Landkreis-Radwegekonzepts die komplette regionale Wegweisung geplant und durch den städtischen Bauhof aufgestellt worden. Auch mit dem kostenlosen Lastenradverleih sammelte Bruck Punkte.

Öffentliche Luftpumpen unter anderem am Kloster und vor der Sparkasse am Hauptplatz sowie Radl-Reparaturstationen an den Bahnhöfen runden das Paket ab. Allerdings ist aktuell fraglich, ob die Station am Bahnhof Fürstenfeldbruck bestehen bleiben kann. „Leider haben wir dort mit Vandalismus zu kämpfen“, sagt Gessner.

Radverkehrszählungen wurden laut der Fahrradbeauftragten in diesem Jahr zwar nicht durchgeführt. Dennoch glaubt sie, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. „Der erste Lockdown im Frühjahr hat gezeigt, dass viele Leute Fahrrad fahren möchten“, sagt Gessner. Das Weniger an Kfz-Verkehr habe vielleicht auch dazu eingeladen, sich vor allem auf Brucks Hauptverkersstraßen sicher zu fühlen. Der Lastenradverleih werde außerdem gut angenommen. „Vielleicht sind die Lastenräder zukünftig wirklich ein alternatives Verkehrsmittel für Brucker Bürger.“

Am Konzept wird weiter gefeilt

Noch wird weiter an der fahrradfreundlichen Stadt gewerkelt. Das Radverkehrskonzept ist noch nicht fertiggestellt. „Hier müssen wir regelmäßig den aktuellsten Stand an die AGFK übermitteln“, sagt Gessner. Die Arbeitsgemeinschaft zeigte sich mit den umgesetzten Punkten aber zufrieden und schlug nun die Zertifizierung Brucks vor.

Der Stadt bedeutet es laut Gessner viel, sich fahrradfreundliche Kommune nennen zu dürfen. Sie selbst sieht die Auszeichnung als Anerkennung ihrer herausfordernden Arbeit und als Zeichen, dass man auf dem richtigen Weg sei. „Aber uns ist auch bewusst, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, auf dem wir viele schwierige Herausforderungen gerade beim Thema Infrastruktur meistern müssen.“ Viele Gespräche und Abstimmungen seien noch nötig, ehe auch ein Großteil der Bevölkerung sage, dass Bruck wirklich fahrradfreundlich sei.

Außerdem müssen sich die Kommunen gegenüber der AGFK alle sieben Jahre aufs Neue beweisen, um die Zertifizierung zu bestätigen. Weitere Wegweiser sind ebenso geplant, wie langwierige Infrastrukturmaßnahmen. „So wird aktuell gerade mit dem Staatlichen Bauamt die Augsburger Straße umgeplant“, sagt Gessner. Auch die Schöngeisinger Straße soll stadtauswärts einen rund 750 Meter langen Radfahrstreifen erhalten. Und auch die Abstellmöglichkeiten an den Bahnhöfen sollen noch verbessert werden. „Es geht immer weiter, und es geht immer noch an vielen Stellen besser“, sagt die Fahrradbeauftragte.

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