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Der Viehmarkt: Die Stadt möchte den Platz umgestalten. 

Städtebauförderung 

Jahrhundertprojekte in der Warteschleife

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Die Stadt stellt der Regierung jedes Jahr geplante Projekte in der Innenstadt vor, um dafür Fördergeld zu bekommen. Doch auf Seiten der BBV ärgert man sich darüber, dass bei den Vorhaben nichts vorangeht.

Fürstenfeldbruck – Es sind die Jahrhundertprojekte, welche die Stadt der Regierung von Oberbayern jährlich im Städtebauförderprogramm präsentiert: Umgestaltung des Viehmarktplatzes und der Lände, Ausbau der Kirchstraße zwischen Marktplatz und Schulweg, Konversion des Fliegerhorstes oder Bau verschiedener Amperbrücken. Für Vorbereitungs- oder Grunderwerbskosten beantragt das Rathaus Fördermaßnahmen, welche die Regierung etwa nach Dringlichkeit oder städtebaulicher Bedeutung bewilligt. Doch einigen Stadträten geht das nicht schnell genug. Sie wollen, dass endlich etwas passiert in der Innenstadt.

Unter anderem soll eine Brückenverbindung von der Aumühle über die Kneippinsel zur Ledererstraße entstehen. Außerdem ist ein Fußgängersteg entlang der Amper zwischen Amperbrücke und der Kirche von St. Magdalena geplant. Langfristig möchte man von hier aus in Verlängerung der Schulstraße eine Brücke über die Amper bauen. Für den ersten Bauabschnitt sind 55 000 Euro Fördermittel anerkannt. Auch ein städtebaulicher Wettbewerb für die Aumühle und Lände findet sich im Jahresantrag. Hinzukommt das vielleicht größte und zuletzt umstrittene Vorhaben der Stadt: Der Viehmarktplatz soll ab 2020 zum Marktplatz werden. Die Stadt möchte auch eine Tiefgarage bauen. Die Regierung hat signalisiert, bei den Stellplätzen die bisherige Grenze an Förderkosten wegen der Größe des Projekts anzuheben.

In der jüngsten Stadtratssitzung haben die Mitglieder einstimmig den Jahresantrag für das kommende Jahr beschlossen. Klaus Quinten von der BBV sprach aber von einer „unglaublich deprimierenden Geschichte“, wenn man sich anschaue, was darin alles vorkomme. Die Antragstexte seien seit Jahren dieselben. Es könne nicht sein, dass nicht wenigstens ein Projekt in Angriff genommen werde. „Es muss etwas geschehen.“ Quintens Fraktionskollege Jens Streifeneder plädierte dafür, künftig in den Jahresantrag reinzuschreiben, was für die kommenden fünf bis zehn Jahre geplant sei. Bei einigen aufgelisteten und langfristigen Vorhaben gebe es schließlich noch gar keine Beschlüsse des Stadtrates.

Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) sagte zu Quintens Vorwurf, die Stadt habe bereits mit Pfarrer Albert Bauernfeind wegen der Pläne um St. Magdalena verhandelt. Doch dieser habe leider krankheitsbedingt aufhören müssen, was die weiteren Gespräche mit der Kirche erst einmal verzögere. Außerdem sagte er: „Wir wissen nicht, was mit der Lände passiert.“ Bevor nicht der Bauhof abgerissen sei, machten konkrete Planungen wenig Sinn. Auch Bauamtsleiter Martin Kornacher warte davor, das Städtebauförderungsprogramm falsch zu verstehen. Er sagte, es handle sich um „jahrzehntelange Projekte“. Die Regierung wolle lediglich wissen, was die Sanierung der Innenstadt grob koste. Ähnlich argumentierte CSU-Fraktionschef Andreas Lohde. „Das ist kein Wunschkonzert“, sagte er. Bei der Förderung gehe es darum, nichts zu versäumen. Dass sich der Ausbau der Kirchstraße im Antrag befinde, „spricht Bände“.

Alexa Zierl (Die Partei & Frei) zeigte sich im „positiven Sinne verwirrt“, wie sie sagte. Sie begrüßte, dass der Viehmarktplatz im „vollem Umfang“ im Antrag aufgelistet sei. Sie forderte, das Projekt in den Haushalt für die kommenden Jahre mit aufzunehmen.

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