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Thomas Brückner vom Verkehrsforum ist einer von vier Antragstellern.

Fahrradfreundliche Stadt

Jetzt wird Druck gemacht für die Sicherheit von Radlern

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Der Stadtrat sowie der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau werden sich demnächst mit vier Anträgen beschäftigen, die die Sicherheit und die Qualität des Radwegenetzes zum Thema haben.

Fürstenfeldbruck –  In einem Pressegespräch stellten Jan Halbauer (Grüne) und Alexa Zierl (Die Partei&Frei) sowie Thomas Brückner vom Verkehrsforum und Adi Stumper vom Kreisvorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eben diese Vorstöße vor.

Die Vier sehen den Ruf der Großen Kreisstadt als fahrradfreundliche Stadt gefährdet. „Unter Oberbürgermeister Erich Raff ist das Fahrrad nicht mehr Chefsache“, monierte Brückner und fügte hinzu, es fehle in der Stadtspitze in mehrfacher Hinsicht der Nachdruck. So soll Druck gemacht werden, um mehr Sicherheit an Kreuzungen und an Baustellen zu erreichen. Außerdem werden Schutzstreifen an mehreren Straßenzügen beantragt.

Trixi-Sicherheitsspiegel sollen Ampeln sicherer machen

„Ich freue mich, dass es diese Anträge endlich gibt“, sagte ADFC-Vertreter Stumper. Eine sichere und gut ausgebaute Infrastruktur für Radfahrer sollte doch im Sinne aller Verkehrsteilnehmer sein. Daher sei die Anbringung etwa von Trixi-Sicherheitsspiegeln an Ampeln sinnvoll. Sie vermindern den toten Winkel, der vor allem bei abbiegenden Lastkraftwagen immer wieder zu Gefahrensituationen führe. Eine versetzte Haltelinie und eine frühere Grünphase für Radfahrer könnten nach Ansicht Halbauers die Sicherheit ebenso erhöhen.

Den sogenannten Schutzstreifen sehen die beiden Stadträte Halbauer und Zierl sowie die zwei Radexperten nicht als die ultimativ sichere Lösung an. „Aber es wäre zumindest ein Anfang“, so Zierl. Der Streifen müsse aber eine ausreichende Breite bieten. Dem Autofahrer müsse zumindest signalisiert werden, dass Radfahrer auch Verkehrsteilnehmer sind.

„Alles Maßnahmen, die schnell, unkompliziert und kostengünstig umgesetzt werden könnten“, so Brückner vom Verkehrsforum. „Es sind doch keine Tiefbaumaßnahmen. Im Prinzip muss man nur Schilder aufstellen und ein paar Markierungen aufsetzen.“ Notwendig sei dies zum Beispiel an Baustellen, wo Radwege blockiert werden. „Die Ausweichmöglichkeiten sind oft ein Graus“, hat Stumper beobachtet. Dies würde die schwächsten Verkehrsteilnehmer gefährden.

Brucker Fahrradbeauftragte bräuchte mehr Unterstützung

In Gefahr sieht das Quartett ebenso die Mitgliedschaft der Stadt in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). „Wir sammeln solche imageträchtigen Labels. Aber die Stadt tut nichts, um sie zu behalten“, erklärte Halbauer. Die vorgegebenen Kriterien müssten konsequenter eingehalten werden.

Fahrradbeauftragte Claudia Gessner würde sich schon im Rahmen ihrer Möglichkeiten einsetzen. Aber sie werde immer wieder ausgebremst und könne nur innerhalb sehr enger Grenzen arbeiten, sagte Alexa Zierl. Brückner vom Verkehrsforum spricht außerdem von Arbeitsüberlastung. „Sie bräuchte dringend Unterstützung durch eine zweite Kraft“, forderte er.

So ist auch die Motivation von Zierl zu verstehen, die Anträge ausgerechnet jetzt zu setzen. „Wir machen das bewusst, weil uns die aktuellen Mehrheiten im Stadtrat eine Chance dazu geben.“ HANS KÜRZL

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