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Wahlkampfendspurt: Beim Auftritt von Joachim Herrmann im Stadtsaal betont Landrat Thomas Karmasin, dass die Wahl noch nicht gewonnen sei.

Joachim Herrmann in Bruck

Mit Sicherheit nach Berlin

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Katrin Staffler wird wohl Gerda Hasselfeldts Bundestagsmandat übernehmen. Beim Auftritt von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann überzeugt sie schon einmal die CSU-Granden.

Fürstenfeldbruck – Als Mr. Sicherheit, wie Joachim Herrmann in so manchen Tweets von CSU und JU genannt wird, den Stadtsaal betritt, herrscht kurz Unsicherheit. Eine Frau ist in Panik. „Da draußen läuft einer mit der Axt herum“, flüstert sie aufgeregt einem Sicherheitsmann zu. „Lassen Sie hier keinen rein.“ Das Unsicherheitsgefühl verfliegt aber schnell, als rund 180 Menschen Bayerns Innenminister klatschend begrüßen. Es stellt sich heraus, dass der Axtträger zu den Fürstenfelder Ritterspielen gehört, die am Mittwochabend aufgebaut werden. Die Dame muss lachen vor Erleichterung. Wenig später sagt Herrmann: „Wir wollen mehr Sicherheit in Deutschland.“ Deshalb habe man ihm aufgetragen, für den Bundestag zu kandidieren. Keine Spur von Unsicherheit bei Mr. Sicherheit.

Zwar betonen an diesem Abend alle, wie wichtig es sei, bis zum Wahltag zu kämpfen, was das Zeug hält. Doch die Mia-San-Mia-Manier ist in der CSU-DNA verankert. Klar ist, dass Herrmann, der CSU-Spitzenkandidat, in Berlin eine nicht unwichtige Rolle spielen dürfte. Er bringt sich bereits für den Posten als Innenminister in Stellung.

(v.l.) Reinhold Bocklet, Gerda Hasselfeldt, Joachim Herrmann, Katrin Staffler und Thomas Karmasin.

Und auch Katrin Staffler bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit ein Mandat. Die 35-Jährige ist die CSU-Direktkandidatin für den Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck, den seit Jahrzehnten eine Christsoziale gepachtet hat. Gerda Hasselfeldt rückte vor 30 Jahren für CSU-Übervater Franz Josef Strauß in den Bundestag nach. Als Abgeordnete hat sie sich einen Namen gemacht. Unter anderem führte sie als erste Frau die CSU-Landesgruppe. In Fürstenfeldbruck ist sie beliebt. Landrat Thomas Karmasin braucht am Mittwoch nicht mehr als ihren Namen zu nennen, schon fangen alle im Saal an zu klatschen.

Nun soll Staffler Hasselfeldts Nachfolgerin werden. Die Türkenfelderin weiß, dass sie in große Fußstapfen treten muss, auch weil sie eine von wenigen Frauen in der CSU ersetzt. Sie geht die Aufgabe sehr ehrgeizig an. 60 Infostände in fast allen Kommunen des Wahlkreises will sie abklappern. Auch bisher ist ihr Terminkalender rappelvoll gewesen. Karmasin sagt, Stafflers große Kompetenz und ihr enormes Engagement im Walkampf begeistere. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet lobt Staffler als „richtige Persönlichkeit“. „Sie kann die großen Fußstapfen kompetent ausfüllen.“

Bei den CSU-Granden im Landkreis kommt Staffler gut an. Doch aufgrund ihres Alters hat sie auch Bezug zur digitalen Welt der Jugend. Kurz vor 19 Uhr warten draußen am Veranstaltungsforum alle auf Joachim Herrmann, der sich verspätet. Staffler unterhält sich mit Hasselfeldt. Dann sprintet sie rüber zu Mitgliedern der JU, die ein Video für Instagram drehen, und grinst ins Smartphone.

Ihr Auftritt im Stadtsaal überzeugt die Anwesenden. Zwar braucht sie am Renderpult ein wenig, um warm zu werden. Aber am Ende hat sich auch keine Scheu, in Richtung des Verkehrsministers den zügigen Ausbau der S4 an den Außenästen zu fordern. Was auch Joachim Herrmann gefallen haben dürfte: Staffler erzählt von Begegnungen bei Wahlkampfterminen. Sie sagt, das Thema innere und äußere Sicherheit stehe bei den Bürgern ganz oben. „Freiheit braucht Sicherheit.“ Doch Angriffe auf Polizeibeamte hätten zugenommen. Der Staat müsse daher auch die Polizisten schützen.

Dem stimmt Herrmann anschließend zu. Er fordert unter anderem 15 000 zusätzliche Stellen für Polizisten in Deutschland. Zuvor erinnert er aber mahnend an die Oberbürgermeisterwahl in Bruck. Denn schon da habe man gesehen: „Es kommt auf jede Stimme an.“

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