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Festwirt Jochen Mörz ist bereits fleißig dabei, das Bierzelt in Fürstenfeldbruck vorzubereiten.

Wirt erst zum 24. mal dabei

Jubiläums-Panne vor Volksfest-Start

Wenn am Freitag das Brucker Volksfest beginnt, sollte ein Jubiläum gefeiert werden: 25 Jahre Jochen Mörz als Festwirt. Doch da haben sich die Beteiligten bei Brauerei und Stadt um ein Jahr verrechnet. Eine Panne, die alle mit Humor nehmen.

Fürstenfeldbruck – Alle waren sich todsicher: Jochen Mörz ist seit 25 Jahren dabei, wenn im Bierzelt angezapft wird. Schon am Starkbierfest bekam er von der König-Ludwig-Schlossbrauerei Kaltenberg eine Urkunde überreicht. Auch bei der Stadt dachte man daran, das Jubiläum beim Auftakt ja nicht zu vergessen, erzählt Volksfest-Referent Markus Droth.

Doch Tagblatt-Recherchen haben ergeben: Mörz ist tatsächlich erst seit 1995 dabei – also heuer zum 24. Mal. Doch wer hat sich verrechnet? So richtig schlau wird man nicht, denn so genau wissen es die Beteiligten selbst nicht. Jeder verließ sich darauf, dass die Info schon richtig ist. Zumal es ja noch ein zweites Jubiläum gibt: Die Widmung des Volksfestplatz im Jahr 1958 – also vor 60 Jahren. Und das Datum stimmt wirklich.

Die Urkunde zum Jubiläum seines 25. Engagements in der Amperstadt, die ihm die Brauerei Kaltenberg bereits beim Starkbierfest überreichte, war allerdings etwas verfrüht.

Vielleicht lag es ja daran, dass Mörz heuer seinen Vertrag für das Volksfest um weitere fünf Jahre verlängert hat, mutmaßt Andreas Habersetzer, bei der Stadt für Feste zuständig. „Wir haben nicht nachgerechnet“, gibt auch Richard Sturm, Gebietsverkaufsleiter bei der Brauerei, zu. Zumindest die Urkunden-Verleihung habe ihn schon überrascht, erzählt dagegen Droth. Der Jubilar selbst muss auch überlegen, wie lange er schon dabei ist. So genau hat Jochen Mörz das nicht auf dem Schirm. Dass er nun ein Jahr zu früh geehrt wurde, nimmt er mit Humor. „Gottseidank hat man es noch gemerkt, sonst wäre es peinlich geworden.“ Auch die übrigen Beteiligten sehen die Sache nicht so eng. „Ob heuer oder nächstes Jahr ist egal“, sagt Sturm. Dann werde die Urkunde umgeschrieben. „Und gefeiert wird am Volksfest sowieso“, sagt Habersetzer.

Festwirt Mörz ist trotzdem stolz auf die lange Zeit in Bruck. Begonnen hat er auf dem Frühlingsfest. Als Frühlings- und Volksfest 2015 zusammengelegt wurde, blieb er der Festwirt. „Es zeugt von gegenseitigem Vertrauen“, sagt der 60-Jährige. Im Laufe der Zeit seien viele Freundschaften entstanden.

Die Gastronomie und die Leidenschaft für das Volksfest sind Mörz quasi in die Wiege gelegt worden. Er sei damit groß geworden. Schon als Elfjähriger hat er damals in Pfronten begonnen, im Zelt des Vaters zu arbeiten. Zuerst an der Bierkasse, später am Ausschank aus den großen Holzfässern. „Man hat mich angelernt, wie man auf dem Volksfest arbeitet.“ Etwa 20 bis 30 Veranstaltungen, darunter zahlreiche Vereinsjubiläen und der Almabtrieb im September, hätten jährlich im Festzelt der Familie Mörz in Pfronten stattgefunden, erinnert sich der 60-Jährige. „Anschließend wurde das Zelt abgebaut und winterfest gemacht.“

Wenn der Festwirt die Anfänge auf dem Volksfest mit heute vergleicht, fällt sein Fazit durchaus überraschend aus: Das Verhalten der Gäste hätte sich sehr positiv entwickelt. „Früher gab es öfter mal Schlägereinen, auch draußen vor dem Zelt. Mittlerweile ist es ein tolles Miteinander.“ Die jungen Leute hätten wieder eine andere Art im gegenseitigen Umgang, die Ausschreitungen seien spürbar zurückgegangen.

Man merkt Jochen Mörz an, dass er sich im Kreis Fürstenfeldbruck, wo er übrigens noch auf drei anderen Volksfesten vertreten ist, wohlfühlt. Momentan lebt der 60-Jährige noch in Amberg im Allgäu, will aber bald in die Brucker Gegend ziehen, wie er verrät. Und damit auch in die Nähe seiner beiden Kinder, die ebenfalls in der Gastronomie tätig sind: Während Sohn Andreas als Küchenchef im Festzelt arbeitet, führt Tochter Nadine künftig das Brauhaus in Fürstenfeldbruck.

Dem Brucker Volksfest will der 60-Jährige noch lange treu bleiben. Mörz: „Wir planen da langfristig.“ Deswegen investiere man viel in das Unternehmen und in neuwertige Maschinen, um das Zelt in Schuss zu halten. Nächstes Jahr kann er dann wirklich sein 25. Jubiläum feiern.

von Ingrid Zeilinger und Sebastian Öl

Das Programm im Überblick:

Schnee am Volksfest: 2016 hat es das gegeben. Petrus war extrem ungnädig. Und auch die Wetterkerze, die die Stadtverwaltung anzündete, nützte nichts. Für heuer sind die Prognosen günstiger. Fest-Referent Markus Droth hofft auf beste Bedingungen für das Volksfest und das umfangreiche programm. 

Freitag, 27. April: Die Stadtkapelle spielt ab 17 Uhr ein Standkonzert am Hauptplatz. Der Festzug ins Zelt startet um 18 Uhr, danach zapft OB Raff an. Es spielt Deeerisch. Im Zirkuszelt präsentiert Subkultur die Bands D’Hundskrippln, Cheerio Joe und Feierdog. 

Samstag, 28. April: CSU-Generalsekretär Markus Blume kommt um 10 Uhr zum Frühschoppen ins Zirkuszelt. Die Brucker Schafkopfmeisterschaft beginnt um 13.30 Uhr im Festzelt. Am Abend spielen die Members, die junge BBV lädt zum Rockabend ins Zirkuszelt. 

Sonntag, 29. April: Der Schaustellergottesdienst mit der Chorgemeinschaft beginnt um 10 Uhr im Zelt. Mittags spielt der Musikverein, abends musizieren die Ziacheiner. Die Rockfreunde präsentieren im Zirkuszelt DeLouis. Zudem ist Marksonntag. 

Montag, 30. April: Die Fliegerhorstkapelle Kaufbeuern spielt zum Seniorennachmittag auf. Am Abend sorgt Manyana für Stimmung. Die Heimatgilde lädt im Zirkuszelt zu „Bruck tanzt“. 

Dienstag, 1. Mai: Der Maibaum wird ab 9 Uhr am Volksfestplatz aufgestellt. Rundherum gibt es einen Frühschoppen mit Blasmusik. Später spielen im Bierzelt die Holledauer Musikanten (mittags) und De kloa Blosmusi (abends). Im Zirkuszelt ist Public Viewing zum Champions-League-Halbfinale mit dem FC Bayern. 

Mittwoch, 2. Mai: Im Zirkuszelt gibt Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater (14 Uhr) zwei Vorstellungen. Der AWO-Seniorennachmittag steigt im Bierzelt, am Abend spielen die Cagey Strings und im Zirkuszelt gibt es einen Akustik-Abend mit L&M. 

Donnerstag, 3. Mai: Am Kinder- und Familiennachmittag kommt der Kasperl um 15 Uhr ins Festzelt. Im Zirkuszelt tritt um 15 Uhr das Improtheater des Graf-Rasso-Gymnasiums auf. 

Freitag, 4. Mai: Der Stadtjugendrat lädt abends zum DJ-Contest ins Zirkuszelt. Im Bierzelt spielt Lipstick. Das Feuerwerk wird gegen 21.30 Uhr gezündet. 

Samstag, 5. Mai: Der TuS lädt zum Schachturnier (10 Uhr) und der BC Piccolo zum Boxkampf (12 Uhr) ins Festzelt. Am Abend spielen Münchner Gschichten. Die Fursty Razorbacks präsentieren im Zirkuszelt un-Verzerrt und Reloaded. 

Sonntag, 6. Mai: Zwei Politiker sprechen im Bierzelt: FW-Chef Hubert Aiwanger (10 Uhr) und Cem Özdemir (Grüne) (18 Uhr). Im Zirkuszelt gibt es Bruckt’s zam – ein Benefizkonzert für Syrien.

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