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Fürstenfeldbruck

Jugendhilfe: Immer mehr Schulbegleiter nötig

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Wieder eine Million Euro Mehrausgaben: So lautete das Fazit der Haushaltsbesprechung im Jugendhilfeausschuss des Kreistags. Ändern können die Kreispolitiker daran praktisch nichts.

Fürstenfeldbruck– Gab es vor einigen Jahren mal einen Aufschrei, als die Jugendhilfe-Kosten die 18-Millionen-Euro-Grenze überschritten hatten, so herrschte diesmal eher Ernüchterung – gab es seither trotz Aufschrei doch praktisch jedes Jahr wieder eine Steigerung um eine Million Euro, sodass jetzt 21 Millionen zu Buche stehen. „Wir haben wenig Spielraum. Das sind Pflichtaufgaben“, sagte Jugendreferent Stefan Floerecke (CSU).

Im Jugendhilfe-Etat finden sich etwa die Kosten für die Unterbringung Jugendlicher aus schwierigen Verhältnissen in Heimen, aber auch diverse andere Leistungen wie ambulante Therapien, Betreuung oder Begleitung sowie Prävention.

Floerecke dankte dem Jugendamt, das teils mit „krassen Härtefällen“ zu tun hat, für die gute Arbeit. „Trotz Personalmangels können wir zufrieden sein.“ Ulrich Bode (FDP) fragte sich, ob sich die soziale Lage derart verschlechtert habe, wobei Landrat Karmasin (CSU) aus den Zahlen eher einen anderen Schluss ziehen wollte: Die ausgeschütteten Füllhörner vergrößerten sich in einer Großen Koalition immer.

Viele seelische Erkrankungen

Jugendamtschef Dietmar König betonte, dass durchaus etwas bewirkt werde. Er erinnerte an die zunehmende Jugendsozialarbeit an Schulen. Ohne diese könnten Probleme überhaupt nicht geklärt werden, was jetzt sehr wohl möglich sei.

Ein großer Anteil der Kostensteigerungen seien auf seelische Behinderungen von Kindern zurück zu führen, sagte König. Gerade bei der Diagnose Autismus sei eine starke Zunahme zu bemerken – und eine Zunahme „krass auffälliger“ Kinder.

In diesem Zusammenhang stehe die Schulbegleitung, deren Häufigkeit davongaloppiere. Ohne diese Betreuung wären viele Kinder nicht beschulbar, sagte König. Sie sei natürlich auch eine Folge der Inklusion. Durch zu erwartende Gesetzgebungen sei eine Verschärfung zu erwarten.

Jugendhilfereferentin Margret Kopp (CSU) bezeichnete es als beste Investition überhaupt, wenn über 20 Millionen Euro für Kinder und Jugendliche aufgewendet werden. Sie betonte die Bedeutung der Prävention. Allerdings sagte auch Kopp, dass die Schulbegleitungen dabei seien, auszuufern. „Irgendwann ist das nicht mehr bezahlbar.“  st

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