Der Landkreis hat sein Bus-Angebot bereits ausgeweitet.

Früstenfeldbruck

Jugendkreistag setzt Fokus auf den Öffentlichen Nahverkehr

Bereits zum dritten Mal kam kürzlich der Jugendkreistag im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes zusammen. Auf der Agenda standen diesmal hauptsächlich Themen rund um den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV).

Fürstenfeldbruck –  Die Schülervertreter der 26 weiterführenden Schulen im Landkreis hatten dazu bereits einige Vorschläge eingebracht.

Unter dem Thema „Mehr Attraktivität für Schüler, den ÖPNV zu nutzen“ ging es im ersten Unterpunkt darum, dass die Kosten für den Schulweg ab drei Kilometern in allen Jahrgangsstufen übernommen werden sollen. Bis jetzt gilt die Übernahme nur für Schüler bis einschließlich der zehnten Klasse. Walter Krautloher, Sachgebietsleiter für Schulen, Sport und Kultur, gab zu bedenken, dass durch solch eine Ausweitung zusätzliche Kosten von 730 000 Euro entstünden.

Allings Bürgermeister Frederik Röder (CSU) zeigte Verständnis für das Anliegen der Schüler, betonte aber, dass die Kostenübernahme eine freiwillige Leistung sei. Der Betrag „wird dann an die Kommunen weitergereicht, die wiederum damit belastet werden“, so der Rathauschef. Schülerin Sophie vom Gröbenzeller Gymnasium konterte, dass durch die jetzige Regelung besonders finanzschwache Familien benachteiligt würden. Landrat Thomas Karmasin, der auch diesmal wieder die Sitzung leitete, schloss die Diskussion mit einer Abstimmung. Die Schüler stimmten für eine Weitergabe des Antrags an den Kulturausschuss des Kreistags.

Ein Dauerbrennerthema ist auch das 365-Euro-Ticket. ÖPNV-Stabsleiter Hermann Seifert gab den aktuellen Stand bekannt. Für eine Einführung des Tickets müssen letztendlich alle acht Landkreise und die Stadt München zustimmen. „Bisher gab es fünf Zustimmungen für das Ticket“, sagte Seifert. Bei einer Einführung würden 750 000 Euro an Kosten auf den Landkreis zukommen.

Weiter ging es mit der morgendlichen Anbindung der Schulen an den ÖPNV. Die Wartezeit zwischen Ankunft des Schulbusses und Unterrichtsbeginn betrage an manchen Schulen über 30 Minuten. „Die Anbindung ist eigentlich im Großen und Ganzen in Ordnung“, erwiderte Seifert. In Puchheim habe man die Fahrtzeit des Busses um fünf Minuten verschoben, da dieser nach Schulschluss immer schwer zu erreichen war. Schüler Moritz vom Brucker Viscardi-Gymnasium merkte an, dass eine Wartezeit von 30 Minuten jeden Tag auf das Jahr gerechnet schon eine Menge sei. Seifert entgegnete, dass es schwierig sei, alle zufriedenzustellen. „Wir müssen schauen, dass die Busse einheitlich fahren und diese auch die S-Bahn erwischen.“

Zum Ende des Jugendkreistags wurden Beauftragte für die bessere Umsetzung der vorangegangenen Beschlüssen gewählt. Schüler treffen sich zukünftig mit Julia Möhlmann von der kommunalen Jugendpflege, um noch nicht umgesetzte Beschlüsse, wie zum Beispiel die Entwicklung einer Plakette für den Brucker Becher, voranzutreiben.

Abschließend erhielten alle Jung-Politiker eine Urkunde über ihre Teilnahme am Jugendkreistag. Bei der nächsten Sitzung im Juli haben sich die Schüler vorgenommen, den Jugendkulturpreis, den die Kollegen in Freising innerhalb ihres Jugendkreistags vergeben, näher anzuschauen. Dann soll über eine mögliche Einführung abgestimmt werden. (Lisa Fischer)

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