Eine Vernissage mit Preisverleihung: Michael Köhle (l.) von der Pocci-Gesellschaft überreichte dem Karikaturisten Rudi Hurzlmeier den Pocci-Preis.
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Eine Vernissage mit Preisverleihung: Michael Köhle (l.) von der Pocci-Gesellschaft überreichte dem Karikaturisten Rudi Hurzlmeier den Pocci-Preis.

Vernissage zur Ausstellung Hurzlmeier-Malerei im Stadtsaal

Karikaturist erhält Pocci-Preis für seinen schwarzen Humor

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Eine Kunstausstellung wird eröffnet, ohne dass ein einziges Werk zu sehen ist – das kann es nur in Zeiten von Corona geben. 

Fürstenfeldbruck – Da sich im Brucker Kunsthaus lediglich 40 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen, fand die Vernissage zur Ausstellung „Hurzlmeier-Malerei“ im Stadtsaal statt. Dank humoriger Ansprachen und fabelhafter Musik wurde es ein gelungener Auftakt zu einer besonderen Ausstellung.

Es ist das dritte Mal, dass das Kunsthaus ganz im Zeichen von Karikaturen und Cartoons steht. Und jedes Mal schafften es Organisator Gerhard Derriks und seine Mitstreiter, die Werke namhafter Künstler nach Bruck zu holen. 2017 stand Hans Traxler im Mittelpunkt, 2019 ging es ebenfalls um ihn und weitere Zeichner der Neuen Frankfurter Schule. Mit 60 großformatigen Arbeiten von Rudi Hurzlmeier ist dem Kunsthaus nun erneut ein Coup gelungen.

Karikaturen aus den unterschiedlichsten Print-Medien

Der 67-jährige gebürtige Niederbayer, der in München lebt, gehört mit zahllosen veröffentlichten Karikaturen quer durch die Printmedienlandschaft von Titanic bis Bunte, von Penthouse bis Hörzu, zu den Großen seiner Zunft. Er hat bislang 45 Bücher herausgebracht und kann auf über 100 Einzel- und Themenausstellungen im In- und Ausland zurückblicken.

Laudator Michael Stephan, Vorstandsmitglied der Franz-Graf-von-Pocci-Gesellschaft, bescheinigte Hurzlmeier eine „unbändige Lust am Schock“ und die Fähigkeit, freundlichen Witz ebenso darzustellen wie schwarzen Humor. Marianne Wille vom Forum Humor und komische Kunst glaubt, dass der „Freigeist und geniale Künstler“ mit seiner Malerei „Menschen im Innersten erreicht“. OB Erich Raff lobte Hurzlmeiers Arbeiten als „witzig, irritierend, kritisch, absurd und abgründig“.

Der Vater zweier Söhne hat bereits viele wichtige Karikatur-Preise erhalten. An diesem Abend kam ein weiterer hinzu: der Pocci-Preis 2020. Dotiert ist er nicht, dafür umso bedeutender. Franz Graf von Pocci war im 19. Jahrhundert in München ein erfolgreicher Hofbeamter unter drei bayerischen Königen, privat jedoch ein ähnlich produktiver Künstler wie Hurzlmeier heute. Ein Denkmal Poccis steht vor der Grundschule in Münsing am Starnberger See. Diese Skulptur in klein überreichte Michael Köhle als Vertreter der Pocci-Gesellschaft an Hurzlmeier, der zugab, von der Auszeichnung „gerührt, aber nicht geschüttelt“ zu sein.

Wellbappn sorgen für den musikalischen Rahmen

Ein früherer Pocci-Preisträger sorgte für die musikalische Umrahmung des Abends: Hans Well mit seinen Wellbappn. Das Quartett – bekannt für virtuoses Spiel, mehrstimmigen Gesang und bissige Texte – brachte unter anderem mit seiner ironischen Ode auf Olching, an dem man am liebsten nur vorbeifahre, eine weitere Humor-Facette ins Programm.

Hurzlmeiers Werke durften die Gäste anschließend natürlich auch noch bewundern – etappenweise in kleinen Gruppen. Wer warten musste, konnte sich bei Wasser und Wein die Zeit verkürzen.

Zu sehen ist die Ausstellung im Brucker Kunsthaus bis zum 1. November (Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr).

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