Die Brucker Innenstadt
+
Die Brucker Innenstadt

Fürstenfeldbruck

Kostenloses Parken im Zentrum fällt durch

Ein Shopping-Aktionstag im Oktober soll die ausgefallenen Marktsonntage und Feste ersetzen. Die Hauptstraße wird dafür einen Tag zur Fußgängerzone. Im Anschluss war geplant, vier Wochen auf Parkgebühren im Zentrum zu verzichten. Doch der Hauptausschuss spielte nicht mit.

Fürstenfeldbruck – Aufgrund der Corona-Pandemie mussten das Volksfest und die verkaufsoffenen Sonntage abgesagt werden. Der Wunsch der Stadträte: Die Verwaltung sollte Alternativen erarbeiten. Nach einer Umfrage bei den Firmen war klar, dass der Wunsch nach einem Marktsonntag oder einer längeren Einkaufsnacht gar nicht so groß ist. Daher kam man auf die Idee, am 24. Oktober statt der abgesagten Leonhardifahrt einen Shopping-Aktionstag auf die Beine zu stellen.

Der Aktionstag ist Teil eines Marketingkonzepts, um den Einkauf vor Ort zu stärken. Die Stadt will den Rahmen bieten, die Unternehmer sollen ihn mit Leben füllen. Einige hätten bereits Ideen eingebracht, berichtete Wirtschaftsförderin Aliki Bornheim im Hauptausschuss. Diese sollen in das Konzept einfließen.

Ein Ergebnis der Umfrage: Die Unternehmer wünschen, dass die Kunden kostenlos in der Innenstadt parken können. Dies werde bei jeder Veranstaltung an die Stadt herangetragen, berichtete OB Erich Raff. Daher entstand der Gedanke, dies nach dem Shoppingtag bis zum ersten Advent zu versuchen – obwohl die Verwaltung aufgrund des hohen Aufwands und eines Kostenausfalls von 10 000 Euro davon abrät.

Parkplätze alleine reichen nicht

Auch im Ausschuss war die Stimmung gespalten. Parkplätze alleine würden die Kunden nicht nach Bruck honen, meinte Willi Dräxler (BBV). Vize-Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) fürchtete Dauerparker und damit einen Schaden für die Geschäftsleute. Daher wolle man die kostenlose Parkzeit auf drei Stunden begrenzen und das auch kontrollieren, erklärte Bornheim. Markus Droth (FW) sah keinen großen Aufwand. Man könne einfach Zettel an den Parkuhren anbringen, statt Schilder aufzustellen.

Persönlich sei er gegen kostenloses Parken, sagte auch Franz Höfelsauer (CSU). „Jeder stellt sein Auto ab, ein Wechsel findet nicht statt.“ Doch als Gewerbeverbandsvorsitzender tue er sich schwer, das abzulehnen. „Wir probieren es aus und machen eine Erhebung, um das Thema ein für alle Mal wegzubringen“, schlug Raff vor. „Dann haben wir in Zukunft ein Argument, dass Parken ist nicht schuld“, ergänzte Höfelsauer.

Doch das Ansinnen wurde knapp mit 7:6 Stimmen abgelehnt. Andreas Lohde (CSU) sah das Parken generell als Thema. Man müsse sich Gedanken über ein Parkleitsystem und die Parkraumüberwachung machen. „Die ist nicht unternehmerfreundlich.“ Für eine Messung müsse man die Parkgebühr mindestens drei Monate oder ein halbes Jahr aussetzen – unabhängig von Aktionen, meinte Andreas Rothenberger (BBV). Dem schloss sich die Mehrheit an. Doch das wird Thema einer anderen Debatte sein.

Der Shopping-Aktionstag am 24. Oktober

Der Shopping-Aktionstag läuft am Samstag, 24. Oktober. Die Hauptstraße wird für den Verkehr gesperrt und zur Fußgängerzone. Die Geschäfte können Aktionen anbieten, aber keine Freischankflächen. „Es ist kein Altstadtfest light“, betonte Andreas Habersetzer, bei der Stadt zuständig für Märkte und Feste. „Die Fußgängerzone ist zum Flanieren gedacht.“ Auf dem Niederbronnerplatz bietet die Kulturkuppel des Bezirks Oberbayern eine audio-visuelle Show an. Am Volksfest- und Geschwister-Scholl-Platz gibt es Fahrgeschäfte und Essensstände, die auch längere Zeit bleiben, etwa der Autoscooter am Volksfestplatz. Ein Shuttle soll die Innenstadt mit dem Geschwister-Scholl-Platz verbinden.

Ziel sollte auch sein, dass sich die Unternehmer einbringen, forderte Gewerbereferent Franz Höfelsauer (CSU). Man habe schon viele Aktionen geplant, von der Resonanz bisher sei er enttäuscht. „Ich erwarte Ideen.“

Finanzreferent Klaus Wollenberg (FDP) berichtete, dass auch Betriebe aus der Augsburger Straße auf einer Fußgängerzone etwas anbieten wollen und auf Infos zum Hygienekonzept warten. Diese Straße könne man nicht auch noch sperren, meinte OB Erich Raff. Dann wäre zu viel Umleitung nötig.

Der Hauptausschuss stimmte dem Vorhaben zu, die Verwaltung soll weiter am Konzept feilen. Aufgenommen wurde die Anregung von Willi Dräxler (BBV), für den Shuttle auch Rikschas einzusetzen. imu

Auch interessant

Kommentare