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Ein Schmuckstück steht leer: Die ehemalige Drogerie an der Schöngeisinger Straße. Hier soll bald ein Schmuckgeschäft eröffnen.

Große Ketten gegen kleine Läden

Läden als Ladenhüter

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Der Einzelhandel hat es schwer. Kleine Geschäfte leiden unter der Konkurrenz großer Ketten. Die Folge: Laden-Leerstand im Zentrum rund um die Hauptstraße. Verkommt Bruck zur Geisterstadt?

Fürstenfeldbruck – Man kennt die Szene aus Western-Streifen: Eine Stadt in der Wüste, durch die eine Straße führt. Menschen fehlen. An den Läden baumelt jeweils ein Schild: Geschlossen! Und der Wind weht Strohballen durch die Gassen.

So ist es in Bruck freilich nicht. Die Stadt lebt. So viele Menschen wollen täglich raus aus und rein nach Bruck, dass es sich auf den Straßen staut und die S-Bahnen voll sind. Außerdem ist die Stadt als Wohnort attraktiv. Jedes Jahr ziehen viele Münchner in die Amperstadt. Und doch krankt die Kommune wie so viele andere in der Metropolregion München im Einzelhandelsbereich.

Einige Geschäfte in der Innenstadt stehen leer. Im Rathaus hat man im März alle Ladenlokale erfasst. Demnach sind elf von 315 Geschäften derzeit unbenutzt, alle kommen aus den Bereichen Handel und Dienstleistung. Tatsächlich dürften es mehr sein. Das Tagblatt hat zuletzt 18 leere Läden im weiteren Innenstadt-Bereich gezählt (siehe Fotos). Manche Eigentümer suchen auf den einschlägigen Portalen im Internet nach Nachmietern, andere nicht. Die Geschäfte bleiben ungenutzt. Nach Angaben der Stadtverwaltung stehen drei der sechs Objekte, die nicht aktiv angeboten werden, seit mehr als drei Jahren leer – bei einer Immobilie ist der Abriss geplant.

Laden-Leerstand in Fürstenfeldbruck - alle Fotos

Laden-Leerstand in Fürstenfeldbruck - Fotos

Beispiel: Der Laden neben dem Kebap King in der Hauptstraße. 200 Quadratmeter groß, kleine Fensterfront. Ein Immobilienmakler, der seinem Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sucht seit einem Dreivierteljahr vergeblich nach einem Nachmieter. Davor waren darin ein Friseur und ein Internetcafé. Der Quadratmeterpreis liegt bei 15 Euro. Für Gewerbe sei das nicht viel, sagt der Makler. Zum Vergleich: In der Münchner Sendlinger Straße sind bis zu 500 Euro pro Quadratmeter möglich. Und dennoch will niemand den Laden mieten. In Fürstenfeldbruck sei es allgemein sehr schwierig bei solchen kleinen Gewerbeimmobilien, sagt der Makler. Doch warum?

Fragt man nach bei Immobilienvermittlern, hört man immer dieselben Gründe. Eine Maklerin aus Olching sagt: „Der Mikromarkt geht allgemein kaputt.“ Das sei in Bruck genauso wie in Olching oder München. „Die Konkurrenz ist einfach zu groß. Gegen die großen Ketten können die kleinen Läden nicht mithalten.“

Große Ketten gegen kleine Läden

Und natürlich das Internet. Heutzutage kaufen viele Kunden beispielsweise ihre Schuhe bei Amazon und lassen sie mit der Post nach Hause liefern, anstatt zum Schuhladen zu fahren. Peter Schelzig sucht momentan einen Nachmieter für das Objekt in der Schöngeisinger Straße (88 Quadratmeter), das bis vor Kurzem noch die Fahrschule Leitner angemietet hatte. Er sagt, kleine Einheiten, die von Laufkundschaft leben, hätten es unheimlich schwer. „Die Leute werden immer fauler.“ Die Stadt müsste daher „das Laufen attraktiver machen“. Das hieße weniger Verkehr, aber auch mehr Parkplätze, von denen aus man das Zentrum gut erreiche. Eine andere Maklerin meint, die Städte sollten aufhören, im Außenbereich Gewerbegebiete auszuweisen, sondern eher im Innenbereich verdichten.

Im Rathaus kennt man das Problem. Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, welche die Innenstadt beleben und den Leerstand verhindern sollen: Zum Beispiel vermittelt die Stadt zwischen Anbietern von Lokalen und Interessenten. Man versucht, das Zentrum auch mit Bauvorhaben attraktiver zu machen, wie etwa mit der Neugestaltung des Viehmarktplatzes. Es gibt das Altstadtfest oder den Marktsonntag, an dem die Läden öffnen dürfen. Zudem unterstützt man Aktionen des Gewerbeverbandes wie das Weihnachts-Wichteln, den Mini-Pocket-Stadtplan oder das City-WLAN. Die Liste aus dem Rathaus zum Thema Innenstadtbelebung ist lang. Doch letztlich kann die Stadt auch nur gute Rahmenbedingungen schaffen. Gewerbetreibende müssen auch bereit sein zu investieren.

Und zuweilen tut sich auch was. Wie es heißt, soll in der ehemaligen Rackl-Filiale in der Hauptstraße schon bald ein Schmuckgeschäft eröffnen. Und auch Makler Peter Schelzig ist zuversichtlich, dass er einen Nachmieter für das Geschäft in der Schöngeisinger Straße findet. „Die Lage ist genial, da laufen ständig Leute vorbei“, sagt er. Er hatte auch schon eine Anfrage, die er allerdings ablehnen musste. Jemand habe angefragt, ob darin eine Kita Platz hätte, erzählt Schelzig. Aber dafür sei die Laden-Immobilie nun wirklich nicht geeignet.

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