Eine Spritze mit Impfstoff.
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Impfstrategie nicht ausbremsen: Die oberbayerischen Landräte warnen vor dem Schließen der Impfzentren.

Brucker Landkreis-Chef mit dringendem Appell

Landräte fordern Erhalt von Impfzentren - BRK-Kreisgeschäftsführer: „Schließung wäre fatal“

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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  • Kathrin Böhmer
    Kathrin Böhmer
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Die oberbayerischen Landräte, an deren Spitze der Brucker Landrat steht, warnen vor einer überstürzten Umkehrung der Impfstrategie. Sie richten einen dringenden Appell an die Regierung.

Update 5. Mai, 11.04 Uhr: Auch Rainer Bertram, Kreisgeschäftsführer des BRK, das das Impfzentrum betreibt, spricht sich, wie die Landräte (siehe Erstmeldung unten), für den Erhalt des Zentrums aus. „Jetzt wäre es fatal, die Zentren zu schließen. Das würde die Kampagne ausbremsen.“ Ziel sei ja, die Bevölkerung möglichst schnell zu impfen, damit eine Herdenimmunität entsteht. „Geschwindigkeit ist dabei das Wichtigste“, so Bertram. Alle Kapazitäten sollten dafür ausgeschöpft werden.

„Jetzt wäre es fatal, die Zentren zu schließen. Das würde die Kampagne ausbremsen“, BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Bertram.

Wie Bertram erklärt, könnten momentan rund 950 Impfungen pro Tag im Zentrum in der Buchenau durchgeführt werden. Das liegt daran, dass die Kapazitäten erweitert worden sind. Außerdem komme mittlerweile immer mehr Impfstoff an. Lena Deininger, Verwaltungsleiterin des Impfzentrums spricht gar von einer „außergewöhnlich großen Lieferung“, die in dieser Woche eingetroffen sei. Bis Ende der Woche soll so der gesamten Prioritäts-Gruppe 2 ein Impfangebot gemacht werden. Die Termine würden kurzfristig vergeben.

Die große Lieferung wird auch von Dr. Andreas Forster begrüßt. Der Radiologe ist Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands und steht in regelmäßigem Kontakt zu vielen Medizinern im Landkreis, die bereits impfen. Auch er ist gegen eine schnelle Schließung der Impfzentren. Diese könnten schwankende Lieferungen am besten ausgleichen. Das Hauptproblem sehen Forster und seine Kollegen in der Bürokratie. Unter den momentanen Rahmenbedingungen könnten die Ärzte die Impfkampagne nicht alleine stemmen. Als Vorbild sieht er die USA. „Die Amerikaner machen es uns vor, wie es geht.“ tog

Erstmeldung vom 4. Mai, 10.40 Uhr: Fürstenfeldbruck - Die oberbayerischen Landräte haben sich bei ihrer virtuellen Sitzung am Montag deutlich für einen Weiterbetrieb der staatlichen Impfzentren ausgesprochen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

„Wir alle erleben durch zahlreiche Zuschriften und Anrufe täglich, wie sehr immer noch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ihre Impfung gegen Covid 19 herbeisehnen. Wir als oberbayerische Landräte sind uns einig, dass die staatlichen Impfzentren, die von den Kreisverwaltungsbehörden vor Ort betrieben werden, zumindest mittelfristig als Rückgrat der Impfstrategie fortgeführt werden müssen“, so der Brucker Landrat Thomas Karmasin, Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberbayern im Bayerischen Landkreistag.

„Wir plädieren klar für einen Weiterbetrieb der Impfzentren, zumindest über die nächsten Monate“, Landrat Thomas Karmasin.

„Bei aller Anerkennung der Leistungen und des Engagements der niedergelassenen Ärzte – welches wir unbedingt brauchen und welches weiter ausgebaut werden muss: Garant für die hohen täglichen Impfzahlen, auf welche wir weiterhin dringend ange-wiesen sind, sind gegenwärtig nun einmal die Impfzentren. Einem überstürzten Strategiewechsel stehen wir daher entschieden ablehnend gegenüber und plädieren klar für einen Weiterbetrieb der Impfzentren zumindest über die nächsten Monate“, so Karmasin weiter.

Im Bezirksverband Oberbayern im Bayerischen Landkreistag sind alle 20 Landrätinnen und Landräte Oberbayerns, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, organisiert. gar

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