Das neue Parkdeck am Landratsamt.
+
Das neue Parkdeck am Landratsamt.

Fürstenfeldbruck

Heizung am Parkdeck sorgt für Unverständnis

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
    schließen

Unverständnis und Verärgerung: Das beheizbare Parkdeck am Landratsamt hat jetzt im Kreisausschuss für Diskussionen gesorgt.

Fürstenfeldbruck – Nach einer Anfrage des FW-Kreisrats Rudi Keckeis war bekannt geworden, dass Teile des neuen Parkdecks an der Kreisbehörde beheizbar sind – und damit stand automatisch die Frage im Raum, wie sich das mit den Klimaschutzzielen des Landkreises vereinbaren lässt. Wie ein Sprecher der Bauverwaltung jetzt erneut darlegte, handele es sich bei den beheizbaren Flächen um den Fluchtweg von etlichen Mitarbeitern. Dieser müsse bei Eis und Schnee freigehalten werden. Nur eine Fläche von 35 Quadratmetern Größe am Parkdeck und die Rampen seien beheizbar, die Anlage werde so gesteuert, dass sie nur bei Bedarf anspringt. Zudem komme die Energie von einer Solaranlage. Wie sich in der Sitzung jetzt herausstellte, war die Heizung in der Rampe von Anfang an Teil der Planung. Nur das Teilstück am Parkdeck kam später dazu. Kommuniziert wurde das offenbar in der nicht öffentlich tagenden Baukommission des Kreistags - und schon hier habe „grobes Unverständnis“ in dieser Frage geherrscht, sagte SPD-Sprecher Christoph Maier. Es sei die Frage aufgetaucht: Wer hat das entschieden?

Verwundert über Kostenmehrung

Dem widersprach Johann Wörle (CSU). Es könne nicht jedes Detail einer Planung besprochen werden. Gewundert habe man sich der Baukommission allerdings schon über die Kostenmehrung in Form eines Nachtrags von 9000 Euro für die Heizung. Insgesamt sei es zeitgemäß, dass man Auffahrten beheizen könne. Das spare das Ausbringen von Salz und das Räumen. Wörle erinnerte auch daran, dass eine denkbare Überdachung des Decks ungleich teurer gekommen wäre. Energiereferent Max Keil (ÖDP) hatte die Heizung am Nachmittag vor der Sitzung zusammen mit Wörle und anderen Kreisräten besichtigt. Ihm als Energiereferenten sei die Nachricht von der Heizung so richtig aufgestoßen, berichtete er. Jetzt müsse man kontrollieren, dass die Steuerung wirklich funktioniert. Außerdem müsse man schauen, wie der tatsächliche Energieverbrauch sein werde.

Wink mit dem Zaunpfahl

Der FW-Kreisrat Gottfried Obermair, der auch dem Energiewendeverein Ziel 21 vorsitzt, unterstrich die Meinung Max Keils. Obermair: „Ich war schockiert.“ Das Ganze komme jetzt einem Wachrüttler gleich. Das Klimaschutzmanagement müsse künftig bei Bauvorhaben einbezogen werden werden. „Das ist jetzt ein Wink mit dem Zaunpfahl.“ Johann Wörle dagegen war der Ansicht, dass das Klimaschutzmanagement nicht jedes Details überprüfen könne. Besser sei es, wenn die Baukommission künftig mehr eingebunden wird und diese dann ihrerseits das Klimaschutzmanagement auf den Plan rufe. Ein Beschluss wurde in dieser Sache nicht gefasst, die Debatte lief unter dem Punkt „Anfragen“, nachdem Martin Runge (Grüne) nach dem Deck gefragt hatte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare